Ludwigshafen Tag der Feuerwehr: Ruchheimer Wehr übt mit Grundschülern
„Wir haben im Sachunterricht gerade das Thema Feuer“, erklärte Klassenlehrerin Saskia Weiler. Mit ihrer Kollegin Katinka Natter kam sie auf die Idee, dazu doch die Feuerwehr einzuladen. Und die nahm den Ball gerne auf. Manfred Lauer und Jaqueline Göbel vom Team der Brandschutzübungen an Kitas und Schulen hatten den Kindern einiges zu erzählen. Aber am deutlichsten werden die Gefahren durch echtes Erleben. Deshalb verknüpfte der Zug der Freiwilligen Feuerwehr des Orts die Demonstration gleich mit einer Großübung – der ersten seit 2018. Er vernebelte dafür das Schulhaus und testete damit gleichzeitig die Funktionstüchtigkeit der Rauchmeldeanlage.
Um 9.20 Uhr heulten die Melder, verschlossen sich automatisch die erst jüngst eingebauten Brandschutztüren. Sekunden später rollten Drehleiter und Trockenlöschfahrzeug der Ruchheimer Wehr auf den Schulhof. Übungsleiter Steffen König verteilte seine Crew, die sich für Übung und Demonstration eigens Urlaub genommen hatte. Wichtig, denn aus dem Obergeschoss der Schule drangen laute Hilferufe. „Wir haben jeweils zwei Kinder aus den vierten Klassen eingeteilt, die gerettet werden müssen“, verriet Klassenlehrerin Weiler.
Dichter Nebel im Treppenhaus
Gar nicht so leicht, denn das Treppenhaus war tatsächlich vollkommen vernebelt. So sehr, dass Schulsekretärin Irmgard Nellen froh um den neuen Rettungsweg über die Außenfassade war. „Ich wollte erst durch das Treppenhaus, aber da war wirklich gar nichts mehr zu sehen.“ Sie hatte damit den ersten Teil der Lektion gelernt, die eigentlich für die Kinder gedacht war: „Brandrauch ist tödlich!“
Nach gut 20 Minuten und der erfolgreichen Rettungsaktion ging die Übung in den Teil zum Anfassen über. „Das ist für die Kinder alles spannend“, erzählte Weiler. Sie konnte mit den beiden vierten Klassen die Übung aus nächster Nähe verfolgen, hatte einen Fluchtweg in den vorderen Schulhof. Drei der insgesamt neun Schulklassen hatten nicht so viel Glück. Sie mussten sich, gemäß der Rettungsordnung, die ebenfalls Teil der Übung war, im hinteren Schulhof aufhalten, erlebten nicht den spektakulären Auftritt der Drehleiter, sahen nicht die eindrucksvoll ausgestatteten Feuerwehrleute, die Unmengen an Gerätschaften aufbauten und nur unter großem Atemschutzgerät das Schulhaus betraten.
Blick in den großen Topf
Aber immerhin: Nach dem verkündeten Übungsende durften alle Kinder näher an die großen roten Fahrzeuge, erhielten ausgiebige Erklärungen zur Funktionsweise der Geräte. Wirklich spannend waren aber die Vorführungen, die den Kindern die Gefahr des Feuers näherbrachten, aber auch, wie man ihnen begegnet. „Wir zeigen zum Beispiel in Experimenten, wie leicht einige Stoffe in Brand geraten“, so Weiler. Für die Feuerwehrleute Alltag. Nur das kleine Brandhaus und den Übungsschlauch hatten sie nicht mitgebracht.
Aber etwas viel Besseres. So musste der stellvertretende Wehrleiter Steffen König gar keine große Werbung machen, wollten die Grundschüler schon von sich aus wissen, was jetzt in „dem großen Topf“ passiert. „Da kommt jetzt gleich Feuer heraus und ich zeige euch, wie ihr das dann löscht.“ König hatte die Worte kaum ausgesprochen, da hatte sich vor ihm auch schon eine lange Schlange gebildet, die ebenfalls gerne einmal den Feuerlöscher bedienen wollte.
Letztlich war der Tag damit für beide Seiten ein Gewinn. Die Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule haben viel über die Gefahr von Feuer gelernt, und die Freiwillige Feuerwehr Ruchheim durfte sich sogar doppelt als Gewinner fühlen, hatte nach fast vier Jahren Zwangspause endlich wieder eine Großübung und konnten mir großer Gerätschaft und spannenden Übungen ein bisschen Mitgliederwerbung betreiben.