Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Feuer und Flamme für die Feuerwehr

Die jugendlichen Feuerwehrleute löschen das brennende Auto.
Die jugendlichen Feuerwehrleute löschen das brennende Auto.

Ein Auto ist von der Straße abgekommen und auf den Ruchheimer Schlossplatz geraten. Ein Mensch wurde verletzt. Das Auto brennt. Zum Glück ist das nur eine Übung der Jugendfeuerwehr Ruchheim, die jetzt 50-jähriges Bestehen feierte.

Auf dem Schlossplatz steht ein verbeultes Auto, davor liegt eine junge Frau, im Auto sitzt ein eingeklemmter Fahrer – aus Sicherheitsgründen von einem Dummy dargestellt, denn das Auto wird in Brand geraten. Auf dem Dach der Jugendfreizeitstätte stehen Jugendliche, die vor dem Rauch, der ins Gebäude zieht, geflüchtet sind. Mit Blaulicht rückt die Feuerwehr an, beteiligt an der Übung ist auch das Jugendrotkreuz. Menschenrettung geht vor und das Bergen der Verletzten ist Sache der Feuerwehr, das Versorgen übernimmt dann das Rote Kreuz.

Die Rettungsmannschaften stellen sich auf, die Gruppenführer teilen ein und sagen, was zu tun ist. Während ein Trupp das Unfallauto sichert, damit dieses sich während der Rettung der Insassen nicht bewegt, setzt ein anderer Trupp die Steckleiter aus vier Teilen zusammen, um die Leute vom Dach zu retten.

Übung für Jugendflamme I

Auffällig ist zwischen den Rettungsarbeiten eine junge Frau in Feuerwehruniform mit einem Klemmbrett. Das ist Jacqueline Göbel, die Jugendwartin der Ruchheimer Feuerwehr. Denn die Übung ist zugleich eine Prüfung. Um das Abzeichen Jugendflamme I zu erreichen, muss der Feuerwehrnachwuchs einige Kenntnisse nachweisen. Dazu stellt Göbel ihnen Fragen, die sich auf die laufende Übung beziehen. Dabei geht es etwa um die verwendeten Rohre und Schlauchlängen und mehr. Die Fragen sind standardisiert und vom Bundesverband Jugendfeuerwehren vorgegeben.

Dann knallt es und das Unfallauto brennt. Im Inneren ist brennbares Material, vor allem Kartons. Dichter, grau-schwarzer Rauch weht heraus – hoffentlich haben die Anlieger alle Fenster zu. Wie sie es bei ihren Übungen schon trainiert haben, greifen die Jugendlichen in Löschtrupps ein.

Goldenes Ehrenzeichen für Manfred Lauer

Mit dem Üben war es während der Pandemie gar nicht so leicht. Unter normalen Umständen trifft sich die Jugendfeuerwehr mit ihren Betreuern immer mittwochs ab 18 Uhr im Gerätehaus in der Fußgönheimer Straße. „Nicht ganz nachvollziehbar war, dass die Jugendlichen morgens in die Schule mussten, aber die Feuerwehrtreffen ihnen behördlich untersagt waren“, sagt Manfred Lauer. Er ist stellvertretender Jugendwart und war als Zwölfjähriger im November 1972 Gründungsmitglied der Jugendfeuerwehr. Von 1983 an war er Jugendwart, seit 2019 ist das Jacqueline Göbel, Lauer ist nun ihr Stellvertreter.

Lauer erhielt am Sonntag zum Jubiläum das Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen für 50 Jahre Dienst und besonderes Engagement. Die Auszeichnung überreichte Stefan Bruck, der Leiter der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen.

20 aktive Jugendliche

Die Jugendfeuerwehr hatte bei ihrer Gründung einen tollen Start, erinnert sich Lauer. Allerdings gab es dann auch Phasen, in denen der Nachwuchs ausblieb und nur noch drei Jugendliche mitmachten. Vor einigen Jahren machte die Feuerwehr deshalb Werbung für sich und ging in die Jugendfreizeitstätte, um sich vorzustellen. So lernten die Jugendlichen, dass die Jugendfeuerwehr praktisch und theoretisch auf den Feuerwehrdienst vorbereitet; es gibt Gruppenstunden und Übungen und gemeinsame Freizeiten.

Heute sind es zehn Jungs und zehn Mädchen, die aktiv dabei sind. Von ihnen haben 15 an der Übung teilgenommen. Die Urkunden für die bestandene Prüfung gab es am späten Nachmittag. Gefreut haben sich die Jugendlichen über ihre Jubiläums-T-Shirts, eine Spende ihrer Profi-Kollegen, der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen.

OB Steinruck würdigt Feuerwehr-Arbeit

Zur Eröffnung des Tages marschierten die Jugendlichen zu „We are the Champions“ ein, und dann sangen sie vor Besuchern und Ehrengästen ein selbst getextetes Jugendfeuerwehr-Lied. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) war beeindruckt. In ihrem Grußwort würdigte sie die Arbeit der Jugendfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit der Bürger. Die Ruchheimer Feuerwehr ist nicht nur für den Ort zuständig, sondern auch für die nahen Abschnitte der A61, A650 und der B9 und des Oggersheimer Industriegebiets. Bei Großereignissen unterstützt sie zudem im Stadtgebiet.

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