Ludwigshafen
Spaziergang statt Umzug bei Maudacher Kerwe
Nach zwei Jahren Pause wegen der Pandemie hat Maudach endlich wieder Kerwe feiern können, wenn auch nur in kleinerem Umfang als gewohnt. Nach einem gelungenen Feierwochenende mit gutem Wetter sind die Kerwevergnügungen an der Schilfstraße noch bis zum Dienstag geöffnet.
Als Ersatz für den ausgefallenen, offiziellen Kerwe-Umzug hat sich zur Eröffnung am Samstag eine große Anzahl von Menschen vom geschmückten Torfstecherbrunnen bis zum Kerweplatz bewegt. „Der Umzug und das Feuerwerk fehlen, wir sind aber glücklich, dass wir unsere Kerwe wieder feiern können“, beschrieb Ortsvorsteherin Rita Augustin-Funck (CDU) bei der Eröffnung die aktuelle Gefühlslage der Maudacher. „Toll, dass sich so viele zufällig am Torfstecherbrunnen getroffen haben“, meinte sie mit einem Augenzwinkern.
Absperrungen wären zu teuer gewesen
Als Ersatz für den offiziellen Kerwe-Umzug, der an hohen Auflagen des Ordnungsamts gescheitert war, hatte sich eine größere Zahl von Maudachern mit Kind und Kegel ganz einfach zu Fuß auf den Weg vom Brunnen bis zum Kerweplatz gemacht. Auch beim Fassbieranstich zur Eröffnung gab es eine Neuerung. Dieser fiel aus und wurde ersetzt durch Flaschenbier, Sekt und Wein. Hintergrund sei ihr letzter, missglückter Fassbieranstich bei den „Mondglotzern“ gewesen, erzählte Augustin-Funck. Dort habe sie statt dem vom Arge-Vorsitzenden Jürgen Schreiweis gehaltenen Zapfhahn einen Bierkrug getroffen, dessen Scherben umhergeflogen seien.
Während die Kerwe der Schausteller eine Veranstaltung der Lukom ist, wird der Umzug von der Arbeitsgemeinschaft der Vereine (Arge) organisiert. Ihr Vorsitzender Schreiweis machte klar, warum dies 2022 nicht möglich war. Durch neue Vorschriften und Sicherheitsauflagen für Veranstaltungen wären für den Umzug durch Maudach Absperrungen nötig gewesen. „Der Umzug hätte uns 6000 Euro gekostet“, sagte Schreiweis. Er meinte, dass Vorschriften in Nachbargemeinden großzügiger gehandhabt würden als in Ludwigshafen. Verwaltung und Politik in der Stadt müssten sich überlegen, ob dies hier nicht auch möglich sei. Ansonsten werde es bald gar keine Umzüge mehr geben.
Unterhaltsame Kerwerede
In Reimen unternahm der Maudacher „Torfstecher“ Kurt Sippel mit seiner „Kerweredd“ einen witzigen Jahresrückblick. „1250 Jahre Maudach, die große Feier war gedacht, doch Corona hat uns ausgelacht“, lautete sein Fazit. Durch die knappe Vorbereitungszeit war kein großes Festzelt zu organisieren, doch das gute Wetter sorgte für Besucherzuspruch. Der heutige Montag beginnt um 10 Uhr mit einem Rhein-Bayerischen Frühschoppen im Festgarten des Pfarrzentrums. Um 17 Uhr sorgt DJ Beckes für musikalische Unterhaltung. Am Dienstag um 15 Uhr gibt es dort den Kinder- und Jugendtreff. Am Abend klingt die Kerwe aus.