Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Schüler protestieren gegen Schließung der Stadtteilbibliothek

Die Goethe-Mozart-Grundschule bei ihrer Protestaktion gegen die Schließung der Stadtteilbibliothek. Allen voran die Klasse 3a, v
Die Goethe-Mozart-Grundschule bei ihrer Protestaktion gegen die Schließung der Stadtteilbibliothek. Allen voran die Klasse 3a, von der die Aktion ausging.

Zahlreiche Schulkinder haben sich am Dienstagvormittag vor der Stadtbibliothek Oppau versammelt. Genauer gesagt: Alle Klassen aus der Goethe-Mozart-Grundschule sind gekommen, um Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) und Tanja Weißmann, Leiterin der Stadtbibliothek, Unterschriftenlisten gegen deren Schließung zu übergeben.

„Was wollen wir – die Bücherei bleibt hier!“ Kinderstimmen schallen durch die Straßen auf dem Weg von der Schule zur Bücherei. Bei ihrer Protestaktion halten die Mädchen und Jungen bunte Plakate hoch. „Wir wollen lernen, Bücher machen schlau“, ist beispielsweise darauf zu lesen. Die Oppauer Zweigstelle steht auf der Liste der Sparmaßnahmen, die die Stadt erfüllen muss, um einen ausgeglichenen Haushalt erzielen zu können.

Teilnehmer der Demo.
Teilnehmer der Demo.

„Die Aktion ist ursprünglich von Schülern aus der dritten Klasse ausgegangen“, berichtet Franziska Zender, Vorsitzende des Schulelternbeirats der Goethe-Mozart-Grundschule. Nach Rückfragen bei ihrer Lehrerin, was denn der Zettel in der Bücherei über die mögliche Schließung bedeute, haben die Kinder selbstständig im Schulhof Stimmen gegen die Schließung gesammelt. Beim Winterfest ist das Thema mit selbst gemalten Plakaten publik gemacht worden.

Ortsvorsteher lobt Kinder

Seither sind knapp 1300 Unterschriften von Bewohnern der Stadtteile Oppau und Edigheim zusammengekommen. Die Unterschriftenlisten haben die Schüler jetzt an den Ortsvorsteher und Tanja Weißmann von der Stadtbibliothek übergeben und damit beeindruckendes Engagement gezeigt. So sieht das jedenfalls Frank Meier. Der Ortsvorsteher lobt die Aktion: „Ich finde es toll, dass ihr für eure Bedürfnisse einsteht. So stelle ich mir Demokratie vor“, bestärkt er die Kinder. „Alle Parteien im Ortsbeirat haben sich in einem Antrag gegen die Schließung ausgesprochen“, berichtet er. Das werde am gleichen Abend noch Thema bei der Ortsbeiratssitzung sein, fügt er hinzu.

Ortsvorsteher Frank Meier und Tanja Weißmann, Leiterin der Stadtbibliothek, mit den Unterschriftenlisten.
Ortsvorsteher Frank Meier und Tanja Weißmann, Leiterin der Stadtbibliothek, mit den Unterschriftenlisten.

„Ich war total geschockt“

Ulrike Schlick ist als ehrenamtliche Helferin in der Zweigstelle Edigheim tätig. Sie hat mit der Übergabe einer Liste von 650 Unterschriften, ausschließlich von Schülern der Integrierten Gesamtschule Edigheim und der Lessing-Grundschule, die Solidarität im benachbarten Stadtteil unterstrichen. Ute Nick ist explizit für die Protestaktion in den nördlichen Stadtteil gekommen. Sie ist Koordinatorin für Lesepaten. „Ich war total geschockt, dass überhaupt Überlegungen angestellt werden, die Zweigstellen zu schließen“, sagt sie betroffen. Denn die Büchereien seien doch weit mehr als Ausleihen. Sie seien Orte der Begegnungen. Unter anderem auch für ukrainische Flüchtlinge.

Die Kinder stellen sich vor dem Gebäude auf, um selbst gestaltete Lesezeichen zu verteilen. Schulleiter Manoel Kühner sammelt di
Die Kinder stellen sich vor dem Gebäude auf, um selbst gestaltete Lesezeichen zu verteilen. Schulleiter Manoel Kühner sammelt die Plakate ein, sie werden später der Bibliothek übergeben.

Nun liegt die Entscheidung beim Stadtrat. Die Hoffnung von Kindern, Schule und den Bewohnern ist groß. Die Schüler brachten ihre Erwartungen mit einer Passage ihres Schullieds zum Ausdruck: „Gemeinsam sind wir stark, miteinander eine Welt“, so lautet ein Teil des Refrains.

SPD und CDU wollen die Schließungen der Stadtteilbibliotheken verhindern.

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