Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Ruchheim: GAG hält an Plänen für Erfurter Ring fest

Um diese freie Fläche am Erfurter Ring geht es. Dort möchte die GAG bauen. 146 Wohnungen sollen neu entstehen.
Um diese freie Fläche am Erfurter Ring geht es. Dort möchte die GAG bauen. 146 Wohnungen sollen neu entstehen.

Die GAG hält an ihren Plänen für den Erfurter Ring in Ruchheim fest. Diese zu ändern, sei „nicht einzusehen“, heißt es in einem Brief der Wohnungsbaugesellschaft an Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU). Was den Parkdruck betrifft, sieht GAG-Chef Wolfgang van Vliet die Anwohner in der Pflicht.

146 Wohnungen möchte die GAG im Erfurter Ring bauen. Da es sich bei den dreigeschossigen Wohnkomplexen plus Staffelgeschoss um geförderten Wohnungsbau handelt, sollen dort bei Mieten von 6,40 Euro pro Quadratmeter Menschen ein Zuhause finden, die sich andere Wohnungen nicht leisten können. Seit die GAG ihre Pläne dem Ruchheimer Ortsbeirat präsentiert hat, ist der Stadtteil in Aufruhr. Vor allem im Erfurter Ring selbst gibt es massiven Widerstand gegen das Vorhaben. Auch eine Bürgerinitiative hat sich gebildet. Bei der Kritik der Anwohner geht es vor allem um den schon jetzt hohen Parkdruck im Gebiet Ruchheim Nord-Ost.

Die GAG reagiert nun mit dem Schreiben an den Ortsvorsteher unter anderem auf einen Brief, den der Ortsbeirat Ruchheim Anfang Dezember verfasst hatte. Politiker aller dort vertretenen Fraktionen hatten ihn unterschrieben. Der Bebauungsplan „ist für dieses Wohngebiet absolut nicht mehr zeitgemäß“, hieß es in dem Brief der Ortsbeiräte an die GAG. Die Lokalpolitiker baten darum, die Pläne nochmal zu überdenken.

Im Bebauungsplan vorgeschrieben

Diese Forderung ist für die GAG „erstaunlich“. GAG-Vorstand Wolfgang van Vliet betont, dass der Bebauungsplan seit 1992 rechtskräftig ist und „verbindlich eine mindestens dreigeschossige Bebauung mit gefördertem Wohnungsbau“ vorschreibt. „Im Jahr 2020 hatten wir annähernd 1000 Anfragen nach Mietwohnungen in Ruchheim“, ergänzt van Vliet. Zudem habe sich die Stadt 2019 verpflichtet, „in den nächsten Jahren mindestens 554 Wohnungen im geförderten Bereich bauen zu lassen“. Würde der Erfurter Ring wegfallen, wäre das nicht umzusetzen. Es gebe also „eine Reihe von Bindungen, die ein Überdenken des Vorhabens nicht zulassen“.

„Im Übrigen ist das auch nicht einzusehen“, sagt van Vliet. Bei gefördertem Wohnungsbau würde sich der Parkdruck „nicht oder nur unwesentlich“ erhöhen. Zudem habe die GAG „die Situation um den Erfurter Ring nicht hervorgerufen“. Van Vliet schreibt: „Statt dass wir unser Wohnprojekt überdenken, sollten vielleicht einige der Anwohner den Anspruch überdenken, bis zu drei Pkw pro Wohneinheit in einem hochverdichtet geplanten Baugebiet im öffentlichen Straßenraum unterbringen zu können“. Auch sollte man „von der Idee abkommen, dass man seine Garage zum Unterstellen der Fahrräder (...) und des Gartengrills benutzen könne, weil das Auto schon irgendwo auf der Straße Platz findet“.

Ortsvorsteher: Anwohner werden nicht gehört

Ortsvorsteher Dennis Schmidt sagt zu dem Schreiben: „Die Stimmen aus Ruchheim werden nicht gehört.“ Er betont: „Wir sind als Ortsbeirat nicht per se gegen die Bebauung der Fläche und nicht per se gegen Sozialwohnungen.“ Doch neben dem Thema Parken gebe es weitere Bedenken. Etwa, ob die schon jetzt knappe Kita- und Grundschulversorgung im Stadtteil für einen so starken Zuzug ausreichen würde. „Es wäre wünschenswert, wenn die GAG an einem Kompromissvorschlag mitarbeiten würde“, sagt Schmidt daher im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Vorstellen könnte er sich etwa, Wohnblöcke in Richtung Straßenbahn zu bauen und davor – direkt an den Erfurter Ring – Reihenhäuser zu setzen.

Was die Kritik der GAG an nicht in Garagen geparkten Autos betrifft, sagt Schmidt: „Die Argumentation finde ich ein bisschen schwach.“ Jede Familie habe das Recht, drei Autos zu besitzen. Insbesondere, wenn drei Personen zur Arbeit fahren. Natürlich sei es wünschenswert, dass die Leute ihre Garagen nutzen. Die Menschen, mit denen er vor Ort gesprochen habe, machen das auch. „Die GAG zeigt kein Verständnis für die Situation der Anwohner“, ergänzt Schmidt, der sich weiterhin für eine neue Planung einsetzen möchte.

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