Ludwigshafen
Ruchheim: Dritte Kita weiterhin ungewiss
Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Ortsbeirat Ruchheim hervor. Derzeit sei nicht absehbar, zu welchem Zeitpunkt ein solcher Neubau sinnvoll erfolgen könne, heißt es in einer Vorlage für die Sitzung des Ortsbeirats am Montagabend. In der städtischen Kita – eine von zweien neben der „Arche Noah“ – sind 55 von 165 Plätzen nicht belegt, weil vakante Personalstellen nicht besetzt werden können. Aktuell stehen 82 Kinder auf der Warteliste.
Stadtweit fehlen 1930 Kindergartenplätze, hat die Verwaltung ausgerechnet. 132 Erzieherinnenstellen sind nicht besetzt. Im Stadtteilvergleich stehe Ruchheim noch relativ gut da. Rechnerisch liege die Unterdeckung bei knapp 15 Prozent, Prognosen für die beiden Neubauprojekt am Erfurter Ring berücksichtigt bei knapp 25 Prozent. Aber selbst dann läge diese Quote noch unter der in acht anderen Stadtteilen.
Mehr Klassen in Lindgren-Schule
Ein an sich erforderlicher Neubau löst das Problem des vorrangig anzupackenden Fachkräftemangels nicht, befürchtet die Verwaltung. Ungelöst ist nach wie vor auch die Standortfrage. Selbst für ein Provisorium fehle die Freifläche, und dessen Errichtung sei so zeitintensiv wie ein Neubau.
Für die Astrid-Lindgren-Grundschule erwartet die Verwaltung längerfristig einen durchgängigen dreizügigen Betrieb, also zwölf Klassen. Aktuell werden dort 185 Kinder in neun Klassen unterrichtet, das entspricht einer durchschnittlichen Klassengröße von 20,6. Ohne die beiden Wohnungsbauprojekte am Erfurter Ring würde die Zahl der Sechsjährigen zu Beginn eines Schuljahrs von 68 im kommenden Sommer auf 59 im August 2027 sinken.
Zu viel Nitrat im Grundwasser
Im Ruchheimer Grundwasser werden nach wie vor enorme Nitratmengen gemessen. Je nach Jahreszeit bewegen sie sich zwischen 200 und 550 Milligramm pro Liter. „Die Herkunft aus der Landwirtschaft ist naheliegend, auf der gesamten Frankenthaler Terrasse sind ähnliche Probleme bekannt“, räumte die Verwaltung ein. Extreme Anstiege würden aber nicht mehr so häufig registriert. Die Messwerte bewegten sich stabil auf einem immer noch hohen Niveau. Es erreiche aber nicht mehr die Spitzen der Vorjahre. Auf die Qualität des Trinkwassers wirkten sich die Nitratwerte nicht aus.
Warten auf Postfiliale
Die Ruchheimer müssen weiter auf eine eigene Poststelle warten. Nach wie vor zeichne sich keine Nachfolgeregelung für die in der Mutterstadter Straße aufgegebene Filiale ab, informierte Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) den Ortsbeirat. Gespräche mit drei Geschäftsleuten, die eine solche Zone integrieren könnten, seien ergebnislos geblieben. Die Suche nach einem Standort für einen Container, der eine Postfiliale beherbergt, gehe weiter.