Ludwigshafen
Rheingönheim: Gütertrasse sorgt für Ärger
Die sozialliberale Fraktion hatte beantragt, dass die Stadt über die laufenden Planungen der DB für eine neue zweigleisige Schnellbahntrasse für Güterverkehr durch den Vorort informieren sollte. Doch die Verwaltung hüllte sich in Schweigen.
Planungen der DB hätten wohl schon 2019 begonnen. Doch die Stadtverwaltung habe es bisher nicht für nötig befunden, den Ortsbeirat als politisches Gremium vor Ort über Gespräche mit der Bahn und mögliche Absichten zu informieren. Mit einer Pflicht zur rechtzeitigen Information sei dies nicht vereinbar, es würden Fakten geschaffen, ohne dass die politischen Vertreter vor Ort gehört werden, machen die Antragsteller ihrem Ärger Luft. Ein Gefühl, das vom gesamten Ortsbeirat geteilt wird.
Nur Infos von BI
„Wir wissen nur dank der Bürgerinitiative in Limburgerhof über diese Pläne Bescheid“, sagt Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU). In der Nachbargemeinde aus dem Landkreis hat das Vorhaben bereits hohe Wellen geschlagen, eine BI hat sich formiert. Sie ist seit Wochen aktiv und hat Anfang Juli in einer gut besuchten Informationsveranstaltung in Limburgerhof die Öffentlichkeit über die Überlegungen der Bahn informiert (wir berichteten). Die Gemeinde hat inzwischen den Schulterschluss mit der BI vollzogen, auf ihrer Internetseite gibt es dazu Informationen.
Wie es heißt, hat die DB Netz AG im April 2023 bei einem Treffen in Speyer allen betroffenen Kommunen die aktuellen Linienvarianten vorgestellt. Hintergrund ist das Vorhaben einer europäischen Gütertrasse zwischen den Häfen Rotterdam und Genua. Aus Umweltgründen sollen mehr Güter auf die Schiene verlagert werden. Das Projekt ist bereits Teil eines Bundesgesetzes zum Ausbau der Schienenwege. Ein Problem sind die vorhandenen Verbindungen zwischen den Bahnknoten Mannheim und Karlsruhe, die ausgereizt sind und für Engpässe sorgen.
Varianten werden geprüft
Nötig wäre eine zusätzliche Verbindung für den Güterverkehr. Gesucht wird nun laut Bahn die umwelt- und raumverträglichste Trasse, die diese Ziele erfüllt und genehmigungs- und finanzierungsfähig wäre. Betrachtet werden dazu alle Räume links wie rechts des Rheins. Wie es von der Bahn heißt, gebe es derzeit noch keine Festlegung auf eine Vorzugsvariante, die mögliche Linienführung werde noch geprüft. Hier geht man noch von acht Möglichkeiten aus, wobei zwei davon auf der linken Rheinseite durch die Vorderpfalz verlaufen würden. Betroffen wären davon Rheingönheim und im Landkreis die Gemeinden Limburgerhof, Neuhofen und Waldsee. In Limburgerhof und anderswo hat sich bereits vernehmbarer Widerstand gegen die Pläne formiert. Befürchtet werden Lärm und die Zerstörung von Naturflächen.
Im Ortsbeirat Rheingönheim haben sich die Mitglieder am Mittwoch mit einer Bewertung der Pläne noch zurückgehalten. Denn offiziell kennen sie diese gar nicht. Nicht einmal der Stadtrat sei informiert, meinte Thomas Schell (FDP). „Wir wollen eine richtige Antwort“, forderte der Ortsvorsteher die Verwaltung auf, für Aufklärung zu sorgen. Wie Wißmann andeutete, mache er sich wegen einer linksrheinischen Strecke eher keine Sorgen. Die sei kaum machbar. Denn die Rede sei hier von einer Untertunnelung des Mannheimer und Ludwigshafener Stadtgebietes vom Waldhof bis zum Raum Rheingönheim-Limburgerhof.