Ludwigshafen
Rheingönheim: Diskussion um Südspange
Um Schäden durch Hochwasser- und Starkregen zu vermeiden, hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd zusammen mit dem Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach bereits 2003 ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept vorgestellt. Es sieht vor, dass bei Starkregen die Wassermassen westlich der Stadt Ludwigshafen gesammelt und nördlich und südlich des Stadtgebiets in den Rhein abgeleitet werden sollen. Der Bau der Nordspange, eine Verbindung der Isenach in den Rhein bei Mörsch, wurde bereits abgeschlossen. Mit der Südspange sollen Wassermengen aus dem südlichen Teil des Isenach-Einzugsgebietes umgelenkt und über den Rehbach in den Rhein geleitet werden.
Immer öfter Starkregen
Bereits 2011 wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Südspange rechtskräftig. „Wir brauchen eine leistungsfähige Ableitung von der ,Frankenthaler Terrasse’ nach Süden. Bei Starkregen bekommen wir rund um Frankenthal Probleme. Solche Ereignisse werden künftig öfter vorkommen“, sagte Umwelt-Bereichsleiter Rainer Ritthaler. Nach langer Planung und Vorbereitung soll der Bau der Südspange im ersten Abschnitt noch 2021 beginnen, kündigte Projektleiterin Birgit Hebensberger vom planenden Ingenieurbüro ipr-consult aus Neustadt an. Sie stellte dem Ortsbeirat Rheingönheim die in fünf Bauabschnitten geplanten Maßnahmen vor. Der Abschluss ist für Ende 2024 vorgesehen.
Die Gewässer-Verbindung beginnt am Floßbach westlich von Mutterstadt, soll über freies Feld zwischen Mutterstadt und Limburgerhof führen und im Rehbach bei Rheingönheim enden. Wie Hebensberger erläuterte, muss die Verbindung teilweise mithilfe von Rohren unterhalb von Straßen sowie einer Gasleitung verlegt werden. Durch die lange Planungszeit und die jährlichen Baukostensteigerungen werden die einst auf elf Millionen Euro geschätzten Kosten wohl auf über 20 Millionen steigen. Bei einigen Mitgliedern des Ortsbeirats herrscht gegenüber dem Vorhaben große Skepsis bis Ablehnung.
Altes Grabensystem wurde aufgegeben
„Mir ist nicht klar, wo das ganze Wasser herkommen soll“, spielte Peter Niedhammer (SPD) auf die derzeitige Trockenheit an. Ob es darum gehe, dass das Grundwasser in Mutterstadt zu hoch sei, fragte er. Dieses beginnt offenbar schon bei einer Tiefe von 1,20 bis 1,50 Metern unter Bodenniveau, wie Hebensberger bestätigte. „Wir wollen kein Grundwasser ableiten. Es geht um Starkregen-Ereignisse. Das alte Grabensystem, das es hier früher gab, wurde leider in den 1970er-Jahren aufgegeben“, hielt ihm Hans Peter Theiss, Geschäftsführer des Gewässerzweckverbands Isenach-Eckbach entgegen.
Bürgerinitiative gegen Südspange
„Wir haben hier nur eine Info-Veranstaltung. Der Ortsbeirat hat keinen Einfluss mehr“, stellte Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) fest. Die Diskussion sei daher überflüssig, genau wie die Bürgerinitiative „Contra Südspange“, meinte er. Sechs ihrer Mitglieder hatten als Zuschauer die Sitzung im Ratssaal verfolgt. Die BI argumentiert, dass Wasser aufgrund des Klimawandels dringend gebraucht werde und nicht wegen eines steigenden Grundwasserspiegels abgeleitet werden dürfe. Im Notfall solle es besser in den Mutterstadter Wald umgeleitet werden, heißt es.