Ludwigshafen
Prozess gegen 23-jährigen Ludwigshafener: Überfall auf Bar mit Pfefferspray und Machete
Im Prozess gegen einen 23-Jährigen aus Ludwigshafen wegen gefährlicher Körperverletzung hat sich das Gericht am zweiten Verhandlungstag mit dem Angriff auf mehrere Personen vor einer Bar in der Friesenheimer Sternstraße befasst. Einer Bedienung wurde Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, zwei Männer erlitten Verletzungen durch den Einsatz eines Schlagstocks und einer Machete. Im Prozess vor dem Landgericht Frankenthal werden dem Mann insgesamt sechs Taten gefährlicher Körperverletzung zur Last gelegt.
Ein junges Paar, das am Tatabend des 4. September 2024 mit Fahrrädern auf dem Rückweg vom Filmfestival auf der Parkinsel war, bemerkte an der Ecke Carl-Bosch-/Sternstraße ungewöhnliche Vorgänge. Eine Gruppe junger Männer stieg aus zwei Autos aus. „Wir haben gesehen, dass sie bewaffnet sind. Sie sind zu einer Bar gegangen und haben vor dem Eingang einer Frau mit Pfefferspray ins Gesicht gesprüht“, erzählte die 33-jährige Frau im Zeugenstand.
Bedienung der Bar schreit
Die Bedienung habe geschrien, zunächst vor Aufregung, später vor Schmerzen. Die Zeugin beobachtete die Szene aus sicherer Entfernung und verständigte die Polizei mit ihrem Handy. Ihr Lebensgefährte habe die Kennzeichen der Autos abgelesen. Sie habe diese an die Polizei weitergegeben.
Der 32-jährige Partner schilderte, dass er drei bis vier junge Männer vorbeilaufen sah. Einer habe eine Machete mit einer Klinge von 30 bis 40 Zentimetern mitgeführt. Die Männer, alle dunkelhaarig und zwischen 20 und 30 Jahre alt, seien später zu ihren Autos zurückgekehrt. Einer von ihnen habe die Frau jedoch erneut mit Pfefferspray angegriffen. Diese sei dann in der Bar verschwunden, während die Angreifer davongefahren seien.
Als die Polizei und der Rettungswagen eintrafen, sei eine verletzte Person aus der Bar gebracht worden. Der Zeuge erklärte, dass er sich mit einer Anwohnerin unterhalten habe, die beobachtet habe, wie die Machete bei einem Nachbarn durch das Fenster gereicht wurde.
Mehrere Notrufe eingegangen
Ein Polizeibeamter aus Ludwigshafen berichtete dem Gericht, dass am Tatabend mehrere Notrufe wegen einer Auseinandersetzung mit einem Messer eingegangen seien. Vier Streifenwagen fuhren daraufhin zum Tatort. Vor Ort trafen die Beamten vier verletzte Personen an: einen Barbesucher, den Barbesitzer mit seiner Partnerin und eine Bedienung. Die ersten drei hätten Kaffee getrunken und seien vor die Tür gegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Da habe es den Angriff der Gruppe gegeben, nannte der Polizeibeamte die protokollierten Ereignisse.
Er habe die Videoaufnahme einer Kamera in der Bar gesehen. Sie habe aber nur die Personen beim Kaffeetrinken vor dem Hinausgehen gezeigt, weder die Auseinandersetzung noch die Tatverdächtigen, sagte der Beamte. Ein Handyvideo eines Anwohners, das im Gericht gezeigt wurde, zeigte, wie die bewaffnete Gruppe bedrohlich auf dem Gehweg vorrückte. Aufgrund der schlechten Bildqualität waren jedoch Details nur schwer erkennbar. Der Barbesucher erlitt eine Stich- oder Schnittverletzung am Rücken, der Wirt eine Platzwunde am Hinterkopf, vermutlich durch einen Knüppel, und die Bedienung wurde durch Pfefferspray verletzt.
Zu den Hintergründen des Angriffs konnte der Polizist keine Angaben machen. Der verletzte Barbesucher habe sich laut dem Beamten merkwürdig verhalten. Obwohl er die bewaffneten Männer beim Aussteigen aus ihren Autos gesehen habe, sei er dennoch in die Bar gegangen.
Festnahme in der Nacht um 1 Uhr
Nach Angaben des Polizisten wurde anhand der Kennzeichen nach den Fahrzeugen gesucht. Gegen 1 Uhr entdeckte eine Streife die Wagen in Friesenheim. Bis die Verstärkung eintraf, flüchtete eine Person, zwei Männer wurden festgehalten, darunter der Angeklagte. Bei der Durchsuchung der Fahrzeuge fanden die Beamten die Hülle einer Machete, ein Messer und ein frisch benutztes Reizstoffsprühgerät.