Ludwigshafen
Prozess: 23-jähriger Ludwigshafener wegen brutaler Angriffe angeklagt
Vor dem Landgericht Frankenthal hat der Prozess gegen einen 23-jährigen Ludwigshafener begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen September 2024 und März 2025 in sechs Fällen an gewalttätigen Angriffen und gefährlichen Körperverletzungen beteiligt gewesen zu sein. Die Opfer sollen geschlagen, getreten und mit Waffen wie Schlagstock, Machete, Messer und Schlagring verletzt worden sein. Die Angriffe führten zu erheblichen Verletzungen, darunter Nasenbeinbrüche, abgebrochene Zähne und Krankenhausaufenthalte der Opfer.
Wie Staatsanwalt Roman Goerge in der Anklage vortrug, soll die Serie der Übergriffe im September 2024 begonnen haben. Der Angeklagte soll mit Mittätern ein Lokal in der Sternstraße in Friesenheim gestürmt haben. Auf der Straße seien dann Macheten, Reizgas und Schlagstöcke eingesetzt worden, ein Opfer wurde durch eine Machete verletzt. Etwa eine Woche später soll in der Schanzstraße im Hemshof die Gruppe eine Personen attackiert und mit Faustschlägen und Tritten verletzt haben.
Im November 2024 habe der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft mit drei weiteren Tätern einen 28-jährigen Mann mit einer Eisenstange und einer Machete angegriffen und verletzt. Im März 2025 sei er wieder mit Mittätern beteiligt gewesen, als einem Mann mit Fäusten ins Gesicht und auf ein Auge geschlagen wurde. Dabei brach das Nasenbein des Opfers, und ein Zahn wurde abgebrochen.
Angriff auch auf einen Zeugen
Besonders brutal soll ein Angriff vor einer Shisha-Bar in der Gräfenaustraße im Hemshof verlaufen sein. Dort wurden mehrere Personen auf der Straße geschlagen und getreten. Ein Opfer erlitt eine gebrochene Nase und Zahnverletzungen. Ein Zeuge, der den Opfern helfen wollte, wurde ebenfalls attackiert. Zwei hinzukommende Verwandte des Zeugen wurden mit einem Schlagring und einem Messer schwer verletzt, darunter Jochbein- und Nasenbeinbrüche.
Der 23-jährige Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Frankenthal. Er sei deutscher Staatsbürger, antwortet er auf die Frage von Richter André Bohlender. Wie sein Verteidiger Rechtsanwalt Sebastian Göthlich aus Ludwigshafen dem Gericht nach Verlesung der Anklage erklärt, werde sein Mandant aber aktuell von seinem Schweigerecht Gebrauch machen und keinerlei weitere Angaben machen.
Weitere Verfahren gegen Mittäter
Gegen zwei der Mittäter werde es eigene Verfahren geben, teilte Staatsanwalt Goerge mit. Angesetzt sind im Prozess gegen den 23-Jährigen noch zehn Verhandlungstermine. Im Fall der Angriffe vor der Shisha-Bar in der Gräfenaustraße wird der Zeuge, der helfen wollte, sowie seine beiden hinzugekommenen Onkel von Rechtsanwalt Felix Motzer aus Heidelberg in der Nebenklage vertreten. Motzer erläuterte gegenüber der RHEINPFALZ, dass es aus seiner Sicht im Verfahren nicht darum gehe, jedem Angeklagten jeden möglichen Schlag oder Tritt nachzuweisen. Es handle sich um gemeinschaftlich begangene Taten, die allen Angeklagten zugerechnet werden könnten.
Wie ein Polizeibeamter aus Ludwigshafen im Zeugenstand sagte, sei er zum Tatort in der Sternstraße gerufen worden. Die Gruppe habe dort ein anderes Auto ausgebremst und zum Halten gezwungen. Der Angeklagte sei mit den Mittätern ausgestiegen, die unter anderem mit einer Machete bewaffnet waren. Die angehaltene Person sei geschlagen und erheblich verletzt worden. Als er mit Kollegen am Tatort eingetroffen sei, habe man den Angeklagten und weitere Personen angetroffen und die Machete sicherstellen können.
Der Prozess wird am Mittwoch, 18. Februar, fortgesetzt.