Rhein-Pfalz-Kreis
Pfalztram: Jetzt sind die Bürger gefragt!
In den vergangenen Monaten sind die Kommunalpolitiker über das Stadtbahn-Projekt in Ludwigshafen und im Rhein-Pfalz-Kreis informiert worden. Jetzt sind die Bürger an der Reihe. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) und die Projektplaner wollen mit ihnen in Kontakt kommen, ihre Vorstellungen, Belange, Bedenken und Vorschläge anhören.
Wie berichtet, soll mit dem Projekt das Stadtbahnnetz bis in die Vorderpfalz hinein erweitert werden. Partner sind dabei das rheinland-pfälzische Umweltministerium, der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV), der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) sowie die RNV, die das Vorhaben betreut. Dem Projekt ist mit Hilfe einer vereinfachten Nutzen-Kosten-Untersuchung eine Rentabilität und somit auch Förderfähigkeit bescheinigt worden. Das wiederum war der Grund, dass der ZÖPNV – eine hundertprozentige Tochter des Landes Rheinland-Pfalz – eine Anschubfinanzierung von drei Millionen Euro gewährte.
Zwei Achsen führen ins Land
Ziel ist es, die Mobilität in der Region durch neue Streckenführungen zu verbessern und die Anbindung für Pendler zu optimieren. Dabei soll in zwei Richtungen ausgebaut werden. Auf der Nord-Süd-Achse ist eine Straßenbahnstrecke von der Pfingstweide im Norden von Ludwigshafen über Rheingönheim nach Neuhofen und Waldsee in den Rhein-Pfalz-Kreis geplant. Die Ost-West-Achse soll im Zentrum von Ludwigshafen beginnen, durch Mutterstadt führen und in Dannstadt enden.
Die Kosten für das Projekt Pfalztram werden laut Auskunft der Planer auf insgesamt etwa 400 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen etwa 100 Millionen Euro auf den Ausbau der Strecke von Rheingönheim nach Waldsee und rund 200 Millionen Euro auf die Strecke von der Ludwigshafener Innenstadt nach Dannstadt.
Jeder betroffene Ort hat seine eigenen Gegebenheiten, die die Planer vor mehr oder weniger Herausforderungen stellen. In Neuhofen zum Beispiel ist eine Trasse für eine Bahn seit vielen Jahren freigehalten worden. Diese verläuft parallel zur Landesstraße 534 nach Waldsee. „In Waldsee gibt es das nicht“, erläutert Tobias Brauer, Leiter Kommunikation und Marketing für das Pfalztram-Projekt bei der RNV. Hier, wie auch in den anderen Gemeinden, müssen zum Beispiel der Verlauf der Straßen und deren Querschnitte berücksichtigt werden. In Mutterstadt etwa müsste die Bahn durch eine enge Straße mit Wohnbebauung bis an die Bürgersteige verlaufen, sollte sie durch den Ort geführt werden. In Richtung Dannstadt muss mit einer Brücke die Autobahn 61 überwunden werden.
Persönliche Gespräche möglich
Bis dato seien bei den vorgestellten Plänen Korridore ausgewiesen worden, erläutert Tobias Brauer. Auf dem Weg hin zu konkreten Varianten für Streckenführungen möchte man die Bürger mitnehmen. In den kommenden Veranstaltungen werden die interessierten Bürger zunächst über das Projekt informiert. Danach können im Plenum Fragen gestellt werden. „Anschließend werden sich die Verantwortlichen an sogenannten Thementischen und Infoständen in persönlicherer Atmosphäre den Fragen der Bürger stellen“, erklärt der RNV-Sprecher. Klar sei, Bürger werden auch Bedenken, Vorbehalte oder gar Ängste haben. Diese wolle man im Gespräch ausräumen, aber auch Vorschläge für die Umsetzung oder Wünsche zur Streckenführung ernst nehmen und in die Planungen mit einbeziehen.
Auf dem Land ist das Projekt bisher wohlwollend aufgenommen worden, da damit der ÖPNV im Kreis deutlich verbessert werden würde. In den nördlichen Stadtteilen Ludwigshafens hingegen sind bereits Vorbehalte von Bürgern geäußert worden. In der Pfingstweide ist heute (18.30 Uhr, Katholische Kirche St. Albert) die erste Bürgerversammlung.
Termine
Die RNV und ihre Partner laden die Kreisbürger zu Info-Veranstaltungen ein: in Neuhofen am Donnerstag, 23. April, um 18.30 Uhr ins Bürgerhaus „Neuer Hof“; in Waldsee am Mittwoch, 29. April, 18.30 Uhr, in die Kulturhalle Waldsee; in Dannstadt am Dienstag, 19. Mai, 18.30 Uhr, ins Zentrum Alte Schule und in Mutterstadt am Donnerstag, 28. Mai, 18.30 Uhr, ins Palatinum.