Fragen und Antworten
800 neue Wohnungen: Wie es in der Heinrich-Pesch-Siedlung weitergeht
Wie viele Menschen sollen in der neuen Siedlung leben?
Auf dem ehemaligen Ackergelände sollen nach neuesten Angaben von Projekt-Geschäftsführer Ernst Merkel 800 Wohnungen für rund 2000 Menschen gebaut werden. Bisher war von 700 Wohnungen für 1500 Menschen die Rede. Geplant sind Stadt- und Reihen- sowie Mehrfamilienhäuser für kinderreiche Familien ebenso wie für Ältere und Alleinstehende aus allen Einkommensschichten. Alle neuen Wohnungen und Häuser werden vermietet. Die Wohngebäude müssen 25 Jahre im Bestand der jeweiligen Investoren bleiben. Das kommunale Wohnungsbauunternehmen GAG ist auf jeden Fall mit im Boot.
Warum wurden jetzt schon Bäume auf der Baustelle gepflanzt?
Die Straßen der neuen Siedlung sind fertig. 62 Bäume wurden in den vergangenen Wochen an den neuen Wegen gepflanzt, die letzten sechs Straßenbäume am Freitag. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und Vertreter aus Kirche und Politik waren bei der Aktion mit von der Partie. Die OB lobte, dass die Heinrich-Pesch-Siedlung mit ihrer sozialen Durchmischung genau nach Ludwigshafen passe. Mit dem Schulstandort, der in unmittelbarer Nähe geplant sei, entstehe hier „alles, was Stadt braucht“. „Wir zeigen mit diesen ersten Baumpflanzungen unser Engagement für eine nachhaltige Umwelt und für die positive Fortentwicklung dieser Siedlung. Wir werden insgesamt nahezu 250 Bäume pflanzen, um unserer Umwelt wieder etwas zurückzugeben“, sagte Ernst Merkel am Rande des Termins auf dem Baufeld.
Welche Bäume wurden für die Siedlung ausgesucht?
Unter den 62 Straßenbäumen sind bewährte Klassiker wie Eiche, Erle und Esche, aber auch eher unbekanntere Sorten wie beispielsweise Amberbäume und Gleditschien. „Es galt, Bäume mit – und – für die Zukunft zu finden“, sagte Landschaftsarchitekt Boris Olschewski, der die Grünflächen in der Siedlung entwirft und gestaltet. Der Klimawandel habe bei der Auswahl der Sorten eine Rolle gespielt: „Größe, Wuchsform, Boden- und Klimaansprüche, Wurzelraum, Blüten- und Fruchtfall sind nur einige Faktoren, die dabei zu beachten waren. Besonderes Augenmerk wurde auf sogenannte Klima-Bäume gelegt. Dies sind Arten, die insbesondere mit den zunehmenden Klimaveränderungen wie Hitze und Trockenheit zuverlässig klarkommen. Und natürlich sollen die Bäume auch attraktiv anzuschauen sein und den Straßen einen individuellen und prägenden Charakter verleihen“, gab Olschewski Einblicke in die Auswahlkriterien. Die Baumscheibenflächen sollen nach der Pflanzung mit einer Blühwiesenmischung eingesät werden, die im Sommer noch ein zusätzliches Nahrungsangebot für Insekten und Nützlinge ist.
Was unterscheidet die Heinrich-Pesch-Siedlung von anderen Neubaugebieten?
Das Motto, der Leitgedanke der Siedlung lautet: Gut zusammen leben. Die Seele und das Herz des neuen Quartiers sei das Sozialkonzept, ergänzt durch die nachhaltigen Umwelt-, Energie und Mobilitätskonzepte, betont Ernst Merkel. Autos sind auf den Straßen und Wegen nicht erwünscht, diese sollen vielmehr für spielende Kinder, Fußgänger und Radfahrer reserviert werden. Die Bewohner sollen ihre Pkw in Parkhäusern am Rand abstellen. In einem Begegnungshaus und auf speziellen Freiflächen sollen Feste und kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Professionelle Quartiersmanager sollen das Miteinander der Bewohner mitgestalten und bei Konflikten vermitteln. Es soll für alle Lebenssituationen Unterstützungsangebote geben.
Wie geht es nach den Baumpflanzungen weiter?
Derzeit läuft der Investorenwettbewerb für den ersten von fünf Bauabschnitten. Spätestens im Juni 2023 soll der Erbbaurechtsvertrag mit dem ersten Investor notariell beurkundet werden. „Die ersten Menschen werden im Jahr 2026 hier einziehen, für 2028 ist die Fertigstellung der gesamten Siedlung geplant“, sagt Geschäftsführer Merkel. Am Samstag, 8. Juli, ist für Interessierte ein Tag der offenen Baustelle auf dem Gelände der Siedlung geplant.