Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Paintball: Wie die Stadt auf Anwohnerproteste reagiert

Beim Paintball wird mit Farbkugeln aufeinander geschossen.
Beim Paintball wird mit Farbkugeln aufeinander geschossen.

Anwohner eines kleinen Wohngebiets an der Blies protestieren gegen Lärmbelästigungen, die von zwei Gruppen eines Sportvereins ausgehen, die auf dem angrenzenden ehemaligen Fußballfeld das „Paintball“-Spiel betreiben. Ein Antrag der FDP, der ein Eingreifen der Stadt im Sinne der Anwohner fordert, hat keine Unterstützung gefunden.

Die Anwohner an der Krummlachstraße beklagen eine erhebliche Lärmbelästigung an Abenden unter der Woche sowie an den Wochenenden. Seit 2018 betreibt eine Gruppe in der Mitte des Platzes Paintball als Turniersport und spielt mit einer Mannschaft in einer inzwischen gegründeten Deutschen Paintball Liga. Eine zweite Gruppe („Magfed-Chaoten“) betreibt seit 2021 Paintball als Freizeitvergnügen auf einem Spielfeld, das unmittelbar ans Ende des Sportgeländes angrenzt, mit einem Abstand von rund zehn Metern zu den ersten Reihenhäusern des Wohnquartiers.

Vor allem von dieser Paintball-Gruppe, die Magazine an den Druckluftgewehren nutzt, mit denen ganze Salven der farbigen Bälle verschossen werden können, gehe der größte Lärm aus, sagen die Anwohner. Die FDP-Stadtratsfraktion hat deshalb in der jüngsten Sitzung des Bau- und Grundstücksausschusses beantragt, dass die Stadtverwaltung dem Postsportverein mithilfe des Ordnungsrechts das Betreiben der Paintball-Anlage verbieten oder auf eine räumliche Verlegung drängen soll.

Anwohner sollen Lärmgutachten vorlegen

Dieser Antrag sei jedoch einstimmig abgelehnt worden, sagt FDP-Sprecher Thomas Schell auf Nachfrage der RHEINPFALZ. Die Verwaltung teilt dazu mit, dass nach Prüfung durch verschiedene Fachbereiche „gegen den Paintballspielbetrieb auf dem Gelände des Postsportvereins rechtens nichts einzuwenden ist“.

Paintball sei keine Vergnügungsstätte, sondern eine Sportart, und der Postsportverein besitze eine Genehmigung zum Sportbetrieb ohne Beschränkung auf bestimmte Sportarten, so die Stadt. Es fänden keine Trainingszeiten statt, die gegen die Lärmschutzverordnung für Sportanlagen verstießen. Ein Spielbetrieb sei auch sonntags zwischen 7 und 22 Uhr zulässig, solange die Richtwerte für Lärm eingehalten werden.

Um gegen den Spielbetrieb vorzugehen, müsste von den Anwohnern zunächst ein qualifiziertes Lärmgutachten vorgelegt werden, damit die Verwaltung prüfen könne, ob Richtwerte überschritten werden. Diese Situation sei einem Beschwerdeführer telefonisch im November 2021 mitgeteilt worden, so die Stadt.

„Fronten sind verhärtet“

Dem von der RHEINPFALZ berichteten Gespräch mit Julian Müller, Leiter der Gruppe der Freizeit-Paintballer, der von einer erfolgten Lärmmessung der Stadt gesprochen hatte, lag offenbar ein kleines Missverständnis zugrunde. Eine Lärmmessung sei nicht von der Stadt, sondern von FDP-Stadtrat Friedrich Bauer in seinem Beisein durchgeführt worden, erläutert der Vorsitzende des Postsportvereins Klaus Reiser. Gemessen worden sei der Lärm an einem späten Nachmittag im Dezember während des Trainings der „Magfed-Chaoten“.

„Das war alles in den erlaubten Grenzen“, sagt Reiser. Auf einige der Anwohner ist er nicht gut zu sprechen. „Wir hatten schon immer Beschwerden von Anwohnern, schon vor vielen Jahren wegen dem Fußballplatz“, meint er. Im Streit über die Paintballer seien von Anwohnern auch schon Beleidigungen gefallen. Das Ergebnis seiner Lärmmessung, die er mit einer speziellen App durchgeführt habe, sei natürlich nicht amtlich, erklärt Stadtrat Bauer auf Nachfrage. „Ich habe versucht, zu vermitteln, die Fronten sind aber verhärtet“, stellt er fest.

Die Gruppe der gegen den Paintball-Lärm protestierenden Anwohner.
Die Gruppe der gegen den Paintball-Lärm protestierenden Anwohner.
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