Was Leser ärgert RHEINPFALZ Plus Artikel Ist Paintball zu laut? Anwohner beschweren sich

Blick aufs Paintballfeld und die nahen Wohnhäuser.
Blick aufs Paintballfeld und die nahen Wohnhäuser.

2018 hat sich im Ludwigshafener Postsportverein eine Abteilung für Paintball gegründet. Seit 2021 wird das Spielfeld an der Blies von zwei Gruppen genutzt. Weil die Schießspiele mit der farbigen Munition Lärm verursachen, gehen die Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft auf die Barrikaden.

„Wir fühlen uns erheblich gestört von diesem Lärm“, betonen mehrere Anwohner, die an diesem Nachmittag zum Vor-Ort-Termin mit der RHEINPFALZ zusammengekommen sind. Nur etwa zehn Meter von den ersten Häusern der Reihenhaus-Siedlung in der Krummlachstraße in West entfernt beginnt das Gelände des Postsportvereins mit der Paintball-Anlage. Direkt hinter dem Zaun mit feinmaschigem Netz, der die Umgebung vor den herumfliegenden Farbkugeln schützen soll, beginnt das Areal der Paintball-Freizeitgruppe, die sich auf ihrer Webseite selbst „Magfed-Chaoten“ nennt.

Auf dem Spielfeld stehen allerlei Deckungen für die Gefechte, darunter Paletten und Bretterverschläge. Seit dem vergangenen Jahr hätten die Paintball-Aktivitäten und der Lärm erheblich zugenommen. Unter der Woche, aber vor allem samstags und sonntags, lieferten sich die Paintball-Spieler bis 22 Uhr und länger auf dem Gelände lautstarke Gefechte, klagen die Bewohner.

Die benutzten Luftdruckwaffen können dabei wie Schnellfeuergewehre mehrere Schüsse schnell hintereinander abgeben. „Bei gleichzeitigen Salven von mehreren Leuten steigert sich der Lärm drastisch, dazu kommt das laute Rufen und Schreien beim Spiel“, erklärt eine Anwohnerin. Einige der „Paintballs“ seien trotz des Fangnetzes auch schon auf den Fassaden angrenzender Gebäude gelandet und hätten dort farbige Flecken hinterlassen.

Beschwerde bei Stadt

Nachdem Anfragen an den Verein mit der Bitte um mehr Rücksichtnahme ohne Erfolg geblieben seien, habe er sich wegen des Lärmpegels im vergangenen Herbst an die Stadtverwaltung gewandt, berichtet ein Reihenhausbesitzer, der seinen Namen lieber nicht nennen will. Außer dem bekundeten Verständnis von Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und dem Versprechen, das Gespräch mit dem Verein zu suchen, sei nichts herausgekommen und bisher keine Rückmeldung erfolgt, zeigen sich die Anwohner enttäuscht.

Auf Anfrage der RHEINPFALZ zeigt auch Martin Mähringer, Leiter der Turnier-Paintballmannschaft, Verständnis. „Wir haben schon früher Gespräche mit den Leuten geführt und versuchen, Rücksicht zu nehmen und den Konflikt zu vermeiden“, weist er darauf hin, dass seine Gruppe den Teil des Geländes benutzt, der weiter weg sei von den Häusern. Trainiert werde zweimal im Monat zwei Stunden lang am Samstagvormittag, meint Mähringer, der seine Gruppe nicht als Problem betrachtet. Dass der Geräuschpegel der Turnier-Gruppe eher gering sei im Vergleich zu der 2021 dazugekommenen Gruppe der „Magfed-Chaoten“ bestätigen auch die Anwohner.

Auf Anfrage zeigt auch Julian Müller, Leiter der Gruppe der Freizeit-Paintballer zwar gewisses Verständnis für die Anwohner, verweist aber darauf, dass auch von anderen Sportarten Lärm ausgehe. „Die Stadt war da und hat gemessen, wie viele Dezibel Lärm entstehen. Es war alles im grünen Bereich“, sagt er. Auf dem Feld neben den Häusern werde zudem nur noch an Wochenenden gespielt, „wenn Gastmannschaften kommen“. Zum Trainieren nutze seine Gruppe inzwischen ein neu hergerichtetes Feld auf der weiter entfernt liegenden Seite des Vereinsgeländes, sagt Müller, der den sportlichen Charakter betont und ankündigt, eine Liga für die Region aufbauen zu wollen.

Auch politisch Thema

Inzwischen hat sich auch die FDP-Stadtratsfraktion des Anliegens angenommen und einen Antrag zur kommenden Sitzung des Bau- und Grundstücksausschusses am 31. Januar gestellt. Darin fordert die FDP, dass die Stadt mithilfe des Ordnungsrechts dem Postsportverein das Betreiben der Paintball-Anlage verbietet oder auf eine räumliche Verlegung drängt.

Zur Sache: Paintball als Sport

Das aus den USA stammende Spiel, das sich auch bei uns als Freizeitvergnügen etabliert hat, wird inzwischen auch als Mannschaftssport betrieben. Namensgebend sind die mit Gelatine umhüllten Farbkugeln („paintballs“), die mit einer speziellen Druckluftwaffe geschossen werden und einen sichtbaren Einschlag hinterlassen. Ziel ist es, Spieler der gegnerischen Mannschaft zu treffen und damit aus dem Spiel zu nehmen. Alle Teilnehmer müssen eine Schutzmaske tragen. In den sportlichen Spielversionen geht es um einen Wettstreit, etwa um das Aufstellen einer Flagge auf gegnerischem Feld. Wichtig sind dabei Teamarbeit und taktisches Geschick. Beim Postsportverein gibt es eine Abteilung für Paintball als Turniersport. Eine Mannschaft spielt hier in der Bezirksliga der Deutschen Paintball Liga.

Die Gruppe der vom Lärm geplagten Anwohner vor dem Zaun zum Paintballfeld.
Die Gruppe der vom Lärm geplagten Anwohner vor dem Zaun zum Paintballfeld.
Nur zehn Meter Abstand trennen die ersten Wohnhäuser vom Sportplatz.
Nur zehn Meter Abstand trennen die ersten Wohnhäuser vom Sportplatz.
Paintball-Spieler eines anderen Vereins in Aktion.
Paintball-Spieler eines anderen Vereins in Aktion.
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