Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel OB-Wahl: Erst Kopf-an-Kopf-Rennen, dann klarer Favorit für die Stichwahl

Eine Weile sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Klaus Blettner und Jens Peter Gotter aus. Aber am Ende hatte der CDU-K
Eine Weile sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Klaus Blettner und Jens Peter Gotter aus. Aber am Ende hatte der CDU-Kandidat Blettner die Nase deutlich vorn.

Zum ersten Mal sind am Sonntagabend die Ergebnisse einer OB-Wahl im Wilhelm-Hack-Museum bekannt gegeben worden. Eindrücke und Stimmungen von der Wahlparty.

Was für ein spannender Wahlabend! Und was für eine gelungene Premiere für das Politik-Spektakel im Wilhelm-Hack-Museum in der Innenstadt. Erstmals hat die Stadtverwaltung um die noch amtierende Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) die Ergebnisse der OB-Wahl an diesem besonderen Ort präsentiert. Frühere Wahlpartys fanden im Pfalzbau oder im ehemaligen Rathaus-Center statt. Das Museum erweist sich als repräsentative gute Stube der Stadt und lockt geschätzt knapp 200 Beobachter an, die die Auszählung der Stimmen konzentriert verfolgen.

Museumsleiter René Zechlin begrüßt eine gute halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale um 18 Uhr die ersten Gäste in seinem Haus. Wie er berichtet, habe Jutta Steinruck schon länger die Idee gehabt, Wahlergebnisse im Museum zu präsentieren. Aber bisher sei das technisch nicht möglich gewesen. Bei der jüngsten Brandschutzsanierung jedoch seien die Voraussetzungen für solche Ereignisse geschaffen worden.

Steinruck in Rosa

OB Steinruck zählt zu den ersten Gästen, die sich an den Stehtischen im Foyer des Hauses einfinden. Die 63-Jährige wird sofort von den zahlreichen Medienvertretern belagert und muss ein Interview nach dem anderen geben. Diesmal tritt sie nicht, wie häufiger in jüngster Zeit, ganz in Rot auf, sondern trägt eine schwarze Hose und einen rosafarbenen Blazer.

Michael Kötz, der Intendant des Filmfestivals (links) auf der Parkinsel, im Gespräch mit Peter Uebel.
Michael Kötz, der Intendant des Filmfestivals (links) auf der Parkinsel, im Gespräch mit Peter Uebel.

Ebenfalls zu den ersten Museumsbesuchern am Wahlabend gehört Joachim Paul (55, AfD), der vom Wahlausschuss nicht zur Wahl zugelassen worden war. Paul verfolgt die Auszählung der Stimmen gemeinsam mit Christoph Schmitt, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Stadtratsfraktion. Auch Paul ist ein gefragter Medienpartner und bekräftigt in den Gesprächen mit Journalisten, dass er die Wahl juristisch anfechten wolle.

Stichwahl am 12. Oktober

Dass es am Sonntagabend noch keinen neuen Ludwigshafener Oberbürgermeister geben würde, weil keiner der vier Kandidaten – Klaus Blettner (CDU/FWG), Jens Peter Gotter (SPD), Martin Wegner (unabhängig) und Michaela Schneider-Wettstein (Volt) – auf Anhieb mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen bekommen hat, deutet sich schon nach der Auszählung der ersten Wahlbezirke an. Als dann gegen 18.20 Uhr das erste Balkendiagramm auf der großen Videoleinwand zu sehen ist, wird bereits ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Blettner und Gotter erkennbar, die am Ende auch in die Stichwahl am 12. Oktober einziehen.

Verkaufsschlager bei der Wahlparty: Butterbrezeln.
Verkaufsschlager bei der Wahlparty: Butterbrezeln.

Das spannende Spektakel im Hack-Museum verfolgen neben vielen Medienvertretern mehrheitlich die Ludwigshafener Stadträte, teils mit Familienangehörigen, und die Wahlkampfteams zweier Kandidaten sowie nur wenige interessierte Bürger. Michaela Schneider-Wettstein und Martin Wegner hatten der Wahlparty der Stadt schon im Vorfeld eine Absage erteilt, weil sie eigene Feiern in anderen Lokalen in der City organisiert hatten. Schneider-Wettstein findet sich dennoch für eine Stippvisite ein, als das Endergebnis verkündet wird: CDU-Mann Klaus Blettner hat mit 41,2 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang die Nase deutlich vorn vor Jens Peter Gotter (35,5), Martin Wegner (15,7) und Michaela Schneider-Wettstein (7,6).

Lange Gesichter

Auch einige Ortsvorsteher sind bei der Party dabei: Dennis Schmidt (CDU) aus Ruchheim, Christoph Heller (CDU) aus der Südlichen Innenstadt, Sylvia Weiler (SPD) aus Oggersheim und Andreas Olbert (CDU) aus Maudach. Dem Hünen steckt noch der Schock über die Bluttat in seinem Dorf, die sich in der Nacht zum Samstag ereignet hat, noch in den Knochen. Wie er berichtet, wird es ab Montag, 10 Uhr, am Tatort eine Ansprechstelle für Bürger geben, die Angaben zu dem Geschehen machen können.

Jens Peter Gotter, der Kandidat der SPD.
Jens Peter Gotter, der Kandidat der SPD.

Für viel Kopfschütteln und lange Gesichter bei den Menschen, die sich politisch in Ludwigshafen engagieren, sorgt die niedrige Wahlbeteiligung von unter 30 Prozent. Zudem gibt es viele ungültige Stimmen, mutmaßlich von Bürgern, die nicht einverstanden sind mit dem Ausschluss des AfD-Bewerbers Joachim Paul. Ein Anhänger des unabhängigen Kandidaten Martin Wegner berichtet von seinen Erfahrungen beim Verteilen von Flyern im Herder-Viertel zwischen den Stadtteilen Süd und Mundenheim. Dort hätten viele Menschen bis zum Wochenende gar nicht registriert, dass in Ludwigshafen am Sonntag ein neuer OB gewählt wird.

Favorit: Butterbrezeln

Beim Catering im Museum gibt es am Sonntagabend übrigens auch einen klaren Favoriten der Besucher: die Butterbrezeln wurden besonders gern genommen, begleitet von Wein und Bier, wie eine Mitarbeiterin bilanziert.

Klaus Blettner (rechts) mit Peter Uebel und Marion Schneid.
Klaus Blettner (rechts) mit Peter Uebel und Marion Schneid.

Die beiden großen Parteien in der Stadt, CDU und SPD, feiern nach der Auszählung getrennt voneinander: die CDU im „Freischwimmer“ im ehemaligen Hallenbad Nord und die Roten im Oggersheimer Mayer Bräu. Museumschef René Zechlin ist mit der ersten Wahlparty in seinem Haus zufrieden: „Es hat alles gut funktioniert.“

Den Abend noch einmal erleben können Sie in unserem Live-Blog.

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