Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Neujahrsempfang in Ruchheim: Zwei neue Ämter für den Ortsvorsteher

Sexy Servicekraft: Schlosshogger-Präsident Markus Neuscheler verpflichtet Ortsvorsteher Dennis Schmidt für die Damensitzung.
Sexy Servicekraft: Schlosshogger-Präsident Markus Neuscheler verpflichtet Ortsvorsteher Dennis Schmidt für die Damensitzung.

Mit Rachmaninow begann der Neujahrsempfang von Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU) am Sonntag in Ruchheim. Mit seinem neuen Waschbrettbauch endete er drei Stunden später. Dazwischen übernahmen wieder einmal die Vereine und Vereinigungen fröhlich das Regiment.

Die Ruchheimer sind sangesfreudig und textsicher. Dieser Eindruck hat sich verfestigt nach dem vergnüglichen Neujahrsempfang, zu dem rund 350 Gäste ins proppenvolle Gemeinschaftshaus gekommen waren. Als der neue Chorleiter des Gesangvereins, Fritz Strahberger, nach zwei Seemannsliedern dazu einlud, die legendäre „Anneliese, ach Anneliese“ lautstark zu begrüßen, wurde das Angebot aus voller Kehle angenommen. Der älteste Ruchheimer Verein hat sich nach der Corona- und Sängerkrise erneuert und zum Stimmungsmacher gemausert. „Auch wir standen vor einer Zeitenwende und wollen nun neue Wege mit populärerem Liedgut gehen“, kündigte Vorsitzender Wolfgang Scharfenberger an.

Auch die Chorgemeinschaft, geleitet von Stephan Hemmer, brachte das Publikum dazu, die Europahymne mitzusingen. Zuvor hatte Roland Müller den Empfang klassisch mit einem Prélude von Rachmaninow eröffnet, ehe Johann Strauß’ Tritsch-Tratsch-Polka das erste Mal zum Mitklatschen einlud. „Rachmaninow als Intro, das habe ich noch auf keinem Neujahrsempfang erlebt“, würdigte die repräsentationserfahrene Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU) in ihrem Grußwort. „Wir sind dran“, nahm sie eines von Schmidts Stichworten in seiner Neujahrsrede vorweg: Eine dritte Kita, die der Stadtteil mit seiner Bevölkerungsentwicklung braucht, werde definitiv gebaut. Wann und wo, das blieb auch am Sonntag offen.

34 Sternsinger unterwegs

Kinder bereicherten auch den Empfang, sowohl die Ballettschülerinnen der Ruchheimer „Tanztraum“-Trainerin Susanne Ellspermann als auch eine Abordnung der Sternsinger von St. Cyriakus. Stolze 34 Jungen und Mädchen waren Segen spendend in den Straßen unterwegs, berichtete Koordinatorin Birgit Bastian. Über 10.000 Euro sind in dem 6000-Einwohner-Stadtteil, der vor 50 Jahren eingemeindet worden ist, für Projekte im Amazonas-Gebiet gespendet worden.

Import aus Oggersheim: Edgar Stöfler (am Mikrofon) übergibt die Neujahrsbrezel.
Import aus Oggersheim: Edgar Stöfler (am Mikrofon) übergibt die Neujahrsbrezel.

Ach ja, und der Ortsvorsteher hatte in seinem Ausblick auch noch ein paar Botschaften für die Ruchheimer: Eine mit Personal besetzte Postfiliale lässt in Ruchheim zwar nach wie vor auf sich warten. Schmidt erwartet demnächst aber eine digitale Station mit verschiedenen Serviceleistungen zwischen Gemeinschaftshaus und Schloss. „Eck-Bäcker“ Gutermann, wo vor 100 Jahren erstmals Brote gebacken worden sind, feiert dieses Jubiläum nicht mehr. Der Laden in der Pfalzgrafenstraße wurde im Herbst geschlossen. Ersatzweise soll im Frühjahr, spätestens Sommer die erste Görtz-Filiale in der Maxdorfer Straße öffnen. Ab April sollen endlich das Gemeinschaftshaus und die Jugendfreizeitstätte saniert werden. „Hoffen wir, dass es bei diesem Anlauf klappt“, kommentierte Schmidt mit Blick auf die wiederholten Verzögerungen und Verschiebungen.

80 Einsätze für Feuerwehr

In der Kita Arche Noah hat Ulrike Simon nach 20 Jahren die Leitung abgegeben an ihre Stellvertreterin Mara Rieger. Bei der Jugendfeuerwehr haben Jacqueline Taschinski und Leon Zagorac die Leitung von Jacqueline Göbel und Manfred Lauer übernommen. Die freiwillige Feuerwehr ist im vorigen Jahr in Ruchheim 80 Mal ausgerückt.

Applaus erntete Schmidt für seine Ankündigung, bei der Kommunalwahl im Juni erneut anzutreten, „um mit daran zu arbeiten, Ruchheim so lebendig zu erhalten“. Von der SPD wird ihn Fraktionssprecher Michael Hwasta herausfordern.

Letzte Absprache: Schmidt und Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg.
Letzte Absprache: Schmidt und Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg.

Vom Gewerbeverband bekam Schmidt die obligatorische Neujahrsbrezel, die erstmals nicht mehr aus der Gutermann’schen Backstube kam, sondern aus Oggersheim importiert wurde, wie Vorsitzender Edgar Stöfler erläuterte. Mit Blick auf seine Vision, die vier Ortseingänge optisch ansprechend zu gestalten, ernannte Stöfler ihn zum „Tormann von Ruchheim“ und stellte ihn in einen mitgebrachten hölzernen Prototypen.

Mit Waschbrettbauch

Die Ruchemer Schlosshogger setzten diesem Gag noch einen drauf. Ehe Präsident Markus Neuscheler das Geheimnis lüftete, welches Ehrenamt die Fasnachter Schmidt diesmal zu übertragen gedenken, trat die geballte Garde-Macht auf, von den Schlossmäuschen über die Schlosselfen bis hin zu den Schlosskrachern – „die sich diesen Namen selbst gegeben haben“, stellte Neuscheler klar.

Hand in Hand: die Elevinnen der Ruchheimer Ballettschule Tanztraum.
Hand in Hand: die Elevinnen der Ruchheimer Ballettschule Tanztraum.

Und dann gehörte die Bühne der neuen Bedienung auf der Damensitzung: Dennis Schmidt mit Waschbrettbauch-Kostüm und in Bermuda-Shorts. „Wenn du dich gut machst, können wir über einen dauerhaften Vertrag reden“, machte Neuscheler der Aushilfe Hoffnung. Das Trinkgeld kommt jedenfalls den Garden der Schlosshogger zugute.

x