Ludwigshafen
Neuer Knödelbrunnen nimmt Form an
Der Brunnen wird im nordwestlichen Bereich des Bürgerhofs aufgebaut – zwischen dem Parkhaus und den Terrassen der Lokale dort. Wie das Fundament zeigt, wird das Wasserspiel ebenfalls wieder rund werden. Der Brunnen erhält eine rundumlaufende Sitzbank. Außerdem ist eine nächtliche Beleuchtung geplant, um die Wasserspiele optisch in Szene zu setzen.
Die Brunnenanlage stand bis zum Bau des neuen Bürgerhof-Entrées in der Ludwigshafener Fußgängerzone. Der Brunnen mit einem Durchmesser von rund vier Metern wurde vom Ludwigshafener Künstler Ernst W. Kunz mit aufeinandergetürmten Bronze-Kugeln gestaltet. Er entstand in der Folge eines Wettbewerbs der Stadt für die Ausschmückung der Bismarckstraße, die 1977 in eine Fußgängerzone umgewandelt wurde. An den alten Standort erinnert noch eine kreisrunde mittlerweile neu gepflasterte Fläche vor der Passage zum Bürgerhof.
Spitzname von Bronzekugeln
Ihren Spitznamen bekam die Anlage von den Ludwigshafenern, weil die Brunnenelemente an Knödel erinnern. Die Anlage stand über 40 Jahre in der Bismarckstraße und musste im Sommer 2019 für das Bauprojekt der Wohnungsbaugesellschaft GAG weichen. Nach der Demontage wurden die Bestandteile des Brunnens gereinigt. Kein leichtes Unterfangen, denn der Kalk ließ sich nach Angaben der Stadt nur mit einem Wasserdruck von 1000 bar lösen. Die gereinigten Kugeln werden sich auch im neuen Knödelbrunnen wiederfinden und dessen Optik bestimmen.
Um den neuen Standort gab es eine leidenschaftliche Diskussion im Ortsbeirat Süd, der sich schließlich mehrheitlich für die Verlegung in den Bürgerhof aussprach. Die Gegner hatten unter anderem angeführt, dass der Wegfall des Brunnens in der Bismarckstraße ein möglicher erster Schritt zu einer Öffnung der Fußgängerzone für den Verkehr sein könnte. Außerdem sei der Brunnen im Bürgerhof deplatziert und friste dort ein Nischendasein. Die Befürworter wie Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) gehen hingegen davon aus, dass die Anlage das Areal aufwerten und für ein besseres Mikroklima im Sommer sorgen wird. Es habe auch technisch gar keine andere Lösung gegeben, als den Brunnen in den Bürgerhof zu verlegen. Denn in den neuen GAG-Gebäuden sei kein Raum für die Brunnentechnik vorgesehen.
Kosten von über 200.000 Euro
Um Strom und Wasser zum neuen Standort verlegen zu können, muss der Bürgerhof bis zur Volkshochschule (VHS) aufgegraben werden. Im VHS-Gebäude wird die Brunnentechnik untergebracht. Im November wurde die Baustelle eingerichtet. Die Kosten für die neue Technik trägt die Stadt, die restlichen Kosten für die Neugestaltung und Montage des Brunnens übernimmt die GAG. Die Gesamtkosten für den neuen Brunnen liegen laut früheren Angaben der Verwaltung bei zirka 217.000 Euro, wovon die GAG 138.000 Euro zahlt und die Stadt 78.000 Euro. Die Bauarbeiten werden noch einige Zeit dauern. Die Inbetriebnahme des Brunnens ist im kommenden Frühjahr geplant.