Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Spezialklinik in Mannheim eröffnet: Mit Robotertechnik gegen Krebs

Blick in den Operationssaal: Chirurgen arbeiten hier mit Unterstützung von KI-basierter Robotertechnik.
Blick in den Operationssaal: Chirurgen arbeiten hier mit Unterstützung von KI-basierter Robotertechnik.

Patienten mit Tumoren an Prostata, Blase oder Niere sollen hier von hochmodernen Behandlungsmethoden profitieren. In den Operationssälen wird das besonders sichtbar.

Eine der modernsten Kliniken Europas für die Behandlung urologischer Krebserkrankungen geht in diesen Tagen in Mannheim in Betrieb. Die Manfred-Fuchs-Klinik im Stadtteil Neckarau entstand nach nur 14-monatiger Bauzeit. Sie richtet sich an Patienten mit Tumoren an Prostata, Blase oder Niere. Für Betroffene soll das vor allem eines bedeuten: schnellere Diagnosen, schonendere Operationen und eine individuellere Behandlung. Die Klinik gehört zum Verbund der Universitätskliniken Heidelberg Mannheim und bündelt deren Expertise. „Die Manfred-Fuchs-Klinik steht für die Medizin von Morgen“, sagt Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Verbundes der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim.

Am Anfang einer Erkrankung steht die Diagnose. Danach wird entschieden, ob eine Operation oder eine konservative Therapie sinnvoll ist – und das möglichst ohne lange Wartezeiten. Ein zentrales Ziel der neuen Einrichtung ist es, die Zeit zwischen Verdacht und Therapie deutlich zu verkürzen. Während Patienten in Deutschland oft mehrere Monate warten, soll hier innerhalb von 30 Tagen behandelt werden können.

OP-Säle als Herzstück

Herzstück der Klinik sind laut Klinikverbund drei hochmoderne Operationssäle. Sie seien mit KI-fähigen Roboter-Assistenzsystemen ausgestattet. Diese ermöglichten besonders präzise und minimalinvasive Eingriffe. Patienten sollen dadurch weniger Schmerzen haben und sich nach der Operation schneller erholen. Gerade bei Eingriffen an der Prostata gilt die Präzision als entscheidend. Ziel ist es, wichtige Funktionen wie Kontinenz und Sexualfunktion bestmöglich zu erhalten. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nach einer Operation soll bei nur drei bis vier Tagen liegen – was ein deutlicher Fortschritt gegenüber herkömmlichen Verfahren wäre.

Das moderne Klinikgebäude ist nach nur 14 Monaten Bauzeit im Mannheimer Stadtteil Neckarau entstanden.
Das moderne Klinikgebäude ist nach nur 14 Monaten Bauzeit im Mannheimer Stadtteil Neckarau entstanden.

Im Operationsaal sollen dem medizinischen Personal alle relevanten Daten wie endoskopische Bilder und radiologische Befunde in Echtzeit zur Verfügung stehen. Künstliche Intelligenz soll die Ärzte zusätzlich unterstützen, etwa bei der Analyse von Bilddaten oder bei der Planung von Eingriffen. Während der Operation könne zudem eine Gewebeuntersuchung innerhalb von nur zehn Minuten erfolgen, heißt es weiter. Nach der OP soll ein digitales Frühwarnsystem für zusätzliche Sicherheit sorgen.

25 Betten für alle Krankenversicherten

Die Klinik, benannt nach dem Mannheimer Unternehmer und Stifter Manfred Fuchs, ist der dritte Standort der urologischen Sparte der Universitätskliniken Heidelberg und Mannheim. Die medizinischen Teams wollen sich dort um rund 2000 Patienten im Jahr kümmern. „Ziel ist es, mit unseren Standorten und den jeweiligen Ausrichtungen die führende urologische Universitätsmedizin in Europa in der Breite, in der Tiefe und in der Spitze zu sein“, sagt der Heidelberger Urologie-Chef Johannes Huber.

Auch auf den Stationen will die Klinik neue Maßstäbe setzen. Insgesamt stehen allen krankenversicherten Patienten 25 Betten in Einzel- oder Zweibettzimmern zur Verfügung – modern ausgestattet und mit eigenem Bad. Als besonderes Merkmal wird die digitale Kommunikation mit dem Pflegepersonal betont. Über Tablets können Patienten Wünsche äußern oder Hilfe anfordern. Das spare Zeit und ermögliche eine schnellere Reaktion auf Bedürfnisse.

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