Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Abstand und Spuckschutz: So funktionieren Besuche im Altenheim

FSJlerin Leoni Schubert richtet im Dr. Hans Bardens Haus den Besucherbereich mit Sicherheitsabstand und einem Spuckschutz her.
FSJlerin Leoni Schubert richtet im Dr. Hans Bardens Haus den Besucherbereich mit Sicherheitsabstand und einem Spuckschutz her.

Über Wochen durften die Altenheim-Bewohner nicht besucht werden. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus war zu groß. Seit ein paar Tagen sind die strengen Regeln etwas gelockert. Alle sind froh, dass Besucher wieder in die Einrichtungen kommen können – doch die Auflagen sind sehr hoch. Sicherheit steht dabei an erster Stelle.

Als Geschäftsführer hat Hans-Friedrich Günther (63) gewissermaßen für alle Ludwigshafener Risikogruppen die Verantwortung: zum einen im fast 1000 Betten zählenden Klinikum und zum anderen in den beiden Alten- und Pflegeheimen der Stadt, die eine Tochtergesellschaft des Klinikums sind. Über 300 Pflegeplätze für Senioren stehen in den Einrichtungen in Friesenheim (Haus Friesenheim) und in der Gartenstadt (Dr. Hans Bardens Haus) zur Verfügung. Ein solcher Job ist gerade in Zeiten wie der Corona-Pandemie eine ganz besondere Herausforderung, „denn es geht hier ja um besonders gefährdete Menschen“.

Günther stellte daher ganz früh die Weichen in Richtung bestmögliche Sicherheit. Soll heißen: Schon seit Wochen werden die Altenheim-Mitarbeiter jede Woche einmal auf Corona getestet. Außerdem schauen sich die mobilen Teams von Klinikum und Bundeswehr auch regelmäßig die Bewohner an: Dabei werden Gespräche geführt und die betagten Senioren bei Bedarf auch untersucht sowie auf Corona getestet. Günther betont: „Es geht darum, sicher zu sein.“ Aus diesem Grund laufen die flächendeckenden Untersuchungen in den beiden städtischen Altenheimen schon seit Mitte März – und mit den mobilen Teams seit einiger Zeit nun auch in den anderen Betreuungseinrichtungen Ludwigshafens. Allein bei den 250 Mitarbeitern der städtischen Altenheime habe es 1650 Tests gegeben, stadtweit 3000.

„Soziale Nähe ist wichtig“

Günther ist sehr froh, dass es in seinen Einrichtungen noch keinen Corona-Ausbruch gab. Ein Altenheim-Mitarbeiter sei positiv getestet worden. Man habe das durch die Vorkehrungen früh feststellen können und auch gleich alle Bewohner getestet – aber niemand sonst war positiv. Günther sieht sich daher bestätigt im Konzept, „viel zu machen und speziell die Mitarbeiter in Altenheimen flächendeckend zu testen“.

Dass dort seit gut einer Woche wieder Besuche möglich sind, „freut mich sehr, denn die soziale Nähe ist für die Bewohner wichtig, auch wenn weiter keine Berührungen möglich sind“. Zwar schmerze auch Patienten in Kliniken das Besuchsverbot, „aber da geht es ja oft nur um ein paar Tage“, während die Altenheim-Bewohner dauerhaft in den Einrichtungen seien. Die strengen Regeln würden akzeptiert und gut eingehalten. So gibt es bei den Häusern in Friesenheim und in der Gartenstadt nur drei eingerichtete Besuchszonen. Nach Möglichkeit soll nur eine fest definierte Person kommen, pro Tag sind 45 Minuten für die Besuche erlaubt. Tische sorgen für Abstand zwischen Bewohner und Besucher, außerdem befindet sich ein Spuckschutz zwischen beiden Personen. Besuche müssen angemeldet werden, die Besucher müssen sich registrieren. Wer wolle, dürfe zusammen auch mal in die Parkanlage: „Aber immer mit Abstand und Mund-Nasenschutz.“

Klinikum bei 70 Prozent

Stichwort: Sicherheit und normale Abläufe. Im Klinikum habe das „langsame Hochfahren“ in den vergangenen zwei Wochen gut funktioniert. Das Haus beachte weiterhin sehr strenge Regeln und belege unter anderem nicht alle Betten, damit Personal und Patienten ausreichend Abstand halten können. „Wir sind jetzt bei einer Belegung von gut 70 Prozent“, sagt Günther. Sonst seien zu dieser Zeit etwa 90 Prozent üblich.

Die eingehende Untersuchung aller Patienten, die zu Terminen ins Klinikum kommen, direkt im Eingangsbereich habe sich gut eingespielt und bewährt. „Wir bekommen positive Rückmeldungen“, so Günther. Einige Patienten seien für Abstriche auch in die Infektionsambulanz geschickt worden – bisher ohne positive Befunde. Das gelte auch für die tägliche Untersuchung aller Mitarbeiter.

Um mit Blick auf die Sicherheit nichts zu riskieren, bleibe es vorerst noch beim Besuchsverbot im Klinikum. Man erarbeite aktuell ein Konzept – etwa mit festen Besuchszeiten und weiteren klaren Regeln. Denn klar sei: „Unsere Einrichtungen müssen sicher bleiben. Corona verschwindet nicht. Wir müssen mit dem Virus leben und uns weiter an die Grundregeln wie Abstand und Hygiene halten.“ Zuletzt habe es in der Infektionsambulanz wieder mehr positive Befunde gegeben, sagt Günther als Warnung, zu sorglos zu sein. Bei all diesen Fällen sei zudem nicht klar, wo sich die Betroffenen angesteckt hätten. Anfangs sei das mit Blick auf Skiurlauber noch einfach gewesen. Daher betont Günther: „Wir müssen weiter richtig gut aufpassen und die Aufmerksamkeit hochhalten.“ Er freue sich daher, dass Patienten, Altenheimbewohner und Angehörige sehr verständnisvoll seien und die Spielregeln beachten.

Alten- und Pflegeheim in Friesenheim: Nach mehreren Wochen können sich Mutter und Tocher endlich wieder sehen.
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Hans-Friedrich Günther
Hans-Friedrich Günther
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