Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr Grün, weniger Beton: Böll-Gymnasium will Schulhof aufmöbeln

Lehrerin Kerstin Müller und die stellvertretende Schulleiterin Simone Betz (rechts) beim Betrachten der Modelle, die Schüler für
Lehrerin Kerstin Müller und die stellvertretende Schulleiterin Simone Betz (rechts) beim Betrachten der Modelle, die Schüler für den neuen Schulhof gebastelt haben.

Noch ist der Schulhof des Mundenheimer Heinrich-Böll-Gymnasiums eine Betonwüste. Die Flächen sind weitgehend versiegelt. Das soll sich jedoch in den nächsten Jahren ändern. Dabei spielt ein Projekt der Deutschen Umwelthilfe eine wichtige Rolle.

Das Heinrich-Böll-Gymnasium (HBG) in Mundenheim ist eine von insgesamt 15 Schulen in Rheinland-Pfalz, die jeweils 15.000 Euro der „Aktion Grün“ des Klimaschutzministeriums Rheinland-Pfalz und eine fachkundige Anleitung über zwei Jahre hinweg durch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) erhalten, um ihre Schulhöfe zu lebenswerten und klimaangepassten Lern- und Erholungsorten umzugestalten. Dazu hatten der DUH zufolge 60 Schulen Projektskizzen für den Wettbewerb eingereicht.

„An konkreten Beispielen zu lernen, wie man das Klima schützt und welchen Beitrag man zum Stopp des Artensterbens leisten kann, macht Spaß und ist nachhaltiges Lernen im Wortsinn“, sagt die Mainzer Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) dazu in einer Pressemitteilung. Wer zunächst auf einer Asphaltfläche seine Pause verbracht habe und bald im Schatten auf einer begrünten Fläche sitzen könne, werde den Unterschied schnell merken: Pflanzen kühlen und können Wasser aufnehmen – Teer nicht. „Und wer sieht, dass plötzlich wieder Schmetterlinge über das Schulgelände flattern, wird hautnah erfahren, dass jede und jeder Einzelne von uns etwas zum Schutz der Artenvielfalt beitragen kann“, meint die Ministerin.

Verein „Naturspur“ beauftragt

Am HBG ist inzwischen ein Arbeitskreis „Grüner Schulhof“ entstanden. Die Lehrerinnen Lisa Battistutta und Kerstin Müller sowie die stellvertretende Schulleiterin Simone Betz haben die ersten Schritte, die bereits an der Schule unternommen wurden, im Gespräch mit der RHEINPFALZ vorgestellt. In Workshops der DUH seien verschiedene Vorschläge für die Umsetzung des Projekts gemacht worden, erläuterten die Pädagoginnen. Außerdem habe die Schulgemeinschaft den Verein „Naturspur“ mit der Unterstützung des Vorhabens beauftragt.

Viel Beton, wenig Grün: So sieht der Schulhof derzeit noch aus.
Viel Beton, wenig Grün: So sieht der Schulhof derzeit noch aus.

Gerade erst fand eine erste Planungswerkstatt mit den Schülern statt, bei der die Kinder und Jugendlichen ihre Ideen für die Schulhofgestaltung in Form von Modellen einbringen konnten. Auch die Eltern seien an dem Projekt beteiligt, erklärte Kerstin Müller. Der Verein „Naturspur“ arbeitet mit den Anregungen aus der Schulgemeinschaft in den nächsten Wochen Gestaltungsvorschläge aus und schätzt die Gesamtkosten.

15.000 Euro als Anschubfinanzierung

Es gibt viel zu tun: Denn aktuell ist der Mundenheimer Schulhof bis auf einige ungepflegte Hochbeete noch weitgehend versiegelt. Das soll sich ändern: Der Innenhof und der Hof für die Orientierungsstufe, der an die Saarlandstraße grenzt, sollen umgestaltet und begrünt werden.

Kerstin Müller zufolge dienen die 15.000 Euro der DUH lediglich als Anschubfinanzierung für das langfristige Projekt. Die Schulgemeinschaft will weitere Sponsoren suchen. Ein Spendenlauf sei schon geplant. Auch sollen einige Arbeiten in Absprache mit der Stadtverwaltung in Eigenleistung erledigt werden. „Wenn alle mitmachen, fühlen sich auch alle verantwortlich für das, was neu gestaltet wurde“, hofft Simone Betz. Das soll auch Vandalismus vorbeugen.

An Kinderbedürfnissen orientieren

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, sagt: „Die große Resonanz auf unsere Schulhofprojekte zeigt: Wir brauchen naturnahe, klimaangepasste Lernorte, die sich an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Asphaltwüsten, die mit dem Hochdruckreiniger gepflegt werden, müssen der Vergangenheit angehören! Deshalb setzen wir uns bundesweit dafür ein, dass nicht nur Schulgebäude, sondern auch Schulhöfe als pädagogische Orte verstanden und biodivers, klimaangepasst und naturnah gestaltet werden.“ Zukunftsfähige Lernorte können auch über die Schulgrenzen hinaus eine Vorbildfunktion für Nachhaltigkeit einnehmen, so Müller-Kraenner.

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