Ludwigshafen Maudacher Elektroniker-Talent vertritt Deutschland beim Europaentscheid

Unter den Augen von Ausbilder Benjamin Waldmann (links) übt Linus Emmering für die Europameisterschaft im Handwerkerwettbewerb.
Unter den Augen von Ausbilder Benjamin Waldmann (links) übt Linus Emmering für die Europameisterschaft im Handwerkerwettbewerb.

Linus Emmering aus Maudach verkürzt seine Ausbildung deutlich, glänzt in Oldenburg beim Bundesentscheid und sichert sich das Ticket zu den Euroskills 2027

Linus Emmering ist kein Sportler. Und trotzdem sorgt der 24-jährige Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in Maudach für einen Hauch von Olympia. Immerhin darf er sich Bundessieger der Deutschen Meisterschaft im Handwerk nennen – Europas größtem Berufswettbewerb.

Es war eine Liebe auf den zweiten Blick, und doch auch wieder nicht. „Ich habe erst eine Ausbildung zum Industriemechaniker angefangen“, erzählt Emmering. „Aber eigentlich habe ich schon immer viel mit Elektronik gemacht.“ Nach verschiedenen Praktika ist er schließlich bei der kleinen Firma von Volker Wegner in Maudach hängengeblieben. „Bei uns hat es ihm gefallen“, berichtet der Firmeninhaber. „Es war aber auch ein wenig Werbung nötig“, ergänzt Benjamin Waldmann, Ausbilder und Mentor des jungen Mannes, mit einem breiten Grinsen. „Schließlich habe ich sein Talent erkannt.“

Lehrzeit deutlich verkürzt

Für Linus Emmering war die Ausbildung, die er 2025 abgeschlossen hat, auf alle Fälle die richtige Entscheidung. Das hatte sich schon während der Lehrzeit gezeigt, denn als „Umsteiger“ war er direkt ins zweite Ausbildungsjahr eingestiegen, konnte durch sein Abitur an der BBS Technik I die dreieinhalbjährige Lehrzeit zusätzlich verkürzen. Darüber staunt selbst der Firmenchef: „Ein halbes Jahr verkürzen geht mit einem guten Notenschnitt. Ein Jahr verkürzen geht mit Abitur. Aber anderthalb Jahre verkürzen, schafft nur Linus.“

Nachteile hatte er davon nicht. Im Gegenteil, wie er bei der Abschlussprüfung unter Beweis stellte. „Da mussten wir die Schutzschaltung für eine Hebeanlage bauen.“ Außer der Theorieprüfung und einem anschließenden Fachgespräch, das ein wenig mit dem Übergabegespräch beim Kunden vergleichbar ist, kam es dabei auf die saubere Ausführung und möglichst auf Anhieb die volle Funktionsfähigkeit an. Wie viel er von den maximal 100 möglichen Punkten erreicht hat, konnte Emmering nicht einmal mehr sagen, aber soviel weiß er noch: „Von über 100 Prüflingen war ich einer der besten.“

Drei Tage in Düsseldorf

Und so gut, dass er von der Handwerkskammer in Kaiserslautern anschließend zum Wettbewerb eingeladen wurde. „Wir waren zu dritt beim Kammerentscheid und auch drei Leute beim Landesentscheid in Mainz.“ Beim Bundesentscheid im November in Oldenburg hatte er dann das Land allein vertreten. „Da waren wir 13 – einer aus fast allen Bundesländern.“ Auch dort setzte sich der Maudacher durch. „Und jetzt vertrete ich Deutschland beim Europaentscheid“, erklärt Emmering.

Bis es so weit ist, hat er aber noch ein wenig Zeit. Erst im September 2027 muss er zum dreitägigen Wettbewerb in Düsseldorf antreten. Mit dabei sind Bundessieger aus unterschiedlichen Gewerken. „Im Team Deutschland vertrete ich die Elektronikbranche.“ Das Team werde sich mit einigen Lehrgängen auf die Euroskills vorbereiten. Volker Wegner stellt seinen ehemaligen Auszubildenden dafür gerne frei. „Wir hatten schonmal einen Lehrling, der in dieser Liga gespielt hat, aber mit Linus jetzt einen zweiten zu haben, ist für so ein kleines Unternehmen schon außergewöhnlich.“

Doch Linus Emmering hat nicht nur die Europameisterschaft im Blick: „Danach will ich eventuell meinen Meister machen.“ Sowohl die Praxiserfahrung, die er bis dahin sammelt, aber auch der Wettbewerb im Zusammenspiel der Gewerke auf der gemeinsamen Suche nach Lösungen werden ihm dabei weiterhelfen. „Ich habe ja sowieso eine Wartezeit, bis ich den Meister-Lehrgang besuchen darf.“ Und dass, obwohl er sich nach dem Wettbewerb der Handwerkskammer eigentlich schon Deutscher Meister nennen darf.

Aber vielleicht ist diese Pause auch gar nicht schlecht. Immerhin gibt es im größten Handwerkerwettstreit nach den Europameisterschaften Euroskills ja auch noch die Worldskills, also die Weltmeisterschaft, für die er sich noch qualifizieren könnte, und die ihn ebenfalls reizt. Zumindest Firmenchef Volker Wegner ist überzeugt: „Der Linus macht das schon.“

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