Meinung
„Leoso“-Pleite: Hoffnungsschimmer nach Hotel-Desaster
Aus dem Hotel-Desaster am Hauptbahnhof wird eine Hoffnungsgeschichte – zumindest auf dem Papier. Nach Lohnchaos und abgetauchten Geschäftsführern will ein internationaler Investor das marode „Leoso“ in eine Herberge für Geschäftsreisende verwandeln, als Basis für eine bundesweite Kette. Klingt nach einer vernünftigen Lösung. Neue Fenster, frische Fassade, Photovoltaik, Eröffnung noch dieses Jahr. Städtebaulich kann das Projekt ein erster kleiner Baustein für die „City West“ werden – wenn Anspruch und Wirklichkeit zusammenpassen. Ludwigshafen braucht kein weiteres Versprechen, das im Beton stecken bleibt, sondern ein realistisches Vorhaben, das funktioniert. Ein Sterne-Haus wäre das genauso wenig gewesen wie eine abgerockte Monteursunterkunft.
Die Stadt darf nicht nur applaudieren, sie sollte – so gut es geht – mitgestalten und vor allem für Sicherheit und Ordnung am Bahnhof sorgen. Ein Hotel, welcher Kategorie auch immer, ist nur so gut sein wie sein Umfeld. Natürlich will der neue Betreiber in erster Linie Geld verdienen. Ludwigshafen bekommt mit ihm aber die Chance, dass hier aus einem Symbol des Missmanagements ein Referenzprojekt wird.
Halten Investor und Betreiber Wort, kann das Hotel am Hauptbahnhof vom Problemfall zu einem soliden Einstieg für einen Mini-Aufbruch werden – und genau solche Signale braucht die Stadt dringend.
