Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Kritische Fragen zum Geothermie-Vorhaben

Großes Interesse auch im Foyer vor dem Sitzungssaal an den Ständen von BASF und Vulcan.
Großes Interesse auch im Foyer vor dem Sitzungssaal an den Ständen von BASF und Vulcan.

Sorgen von Stadträten und Ortsbeiräten betreffen vor allem die Bodenuntersuchungen.

Vertreter von Verwaltung, BASF, den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL), Vulcan Energie Ressourcen und dem Bergamt haben sich am Montagabend den kritischen Fragen von Stadtrat und Ortsbeiräten gestellt. Ein großer Teil der Fragen drehte sich um die seismische Bodenuntersuchung und befürchtete Schäden.

Eva Kraut (SPD, Friesenheim) fragte beispielsweise, ob die Untersuchung mit den Rüttelfahrzeugen Gebäuden schaden könne, die wegen des Grundwassers in einer „weißen Wanne“ gebaut wurden. Weitere Fragen im Bürgerforum drehten sich um die Sicherheit von sensiblen Einrichtungen, wie etwa Krankenhäusern. Thorsten Weinmann von Vulcan erklärte, die Technik sei erprobt. In Mannheim seien die Trucks in der Innenstadt unterwegs gewesen und es habe nicht einmal an großen Schaufensterfronten eine Bewegung festgestellt werden können. Auch bei sensiblen Einrichtungen bestehe kein Anlass zu Beunruhigung, der Schutz von Kliniken werde berücksichtigt. Gleichwohl erklärte Hans-Peter Neumann von der BASF, auf dem Gelände des Stammwerks werde es keine Untersuchungen geben, da die Messtechnik des Chemiewerks zu sensibel sei.

Lutz Wind (Grüne, Rheingönheim) und Felix Lieser (Juso Vorsitzender) kritisierten, dass die Informationen spät gekommen seien und nun schon ab März die Vario-Trucks unterwegs sein sollen. Weinmann versprach, dass es noch weitere Infos für die Anwohner der Ortsteile geben werde. Zudem seien bei den Vibro-Trucks auch jeweils Ansprechpartner dabei.

Volker Betz (AfD-Stadtrat) sagte, alternative Energiequellen führten immer zu höheren Energiekosten. „Wie das mit der BASF zusammenpasse, ist mir nicht klar.“ Er habe zudem gehört, Geothermiekraftwerke hätten höhere Emissionswerte als Kohlekraftwerke. Weinmann zeigte sich irritiert: „Ich weiß nicht, wo die Emissionen herkommen sollen.“ Natürlich würde beim Bau der Anlagen über Baumaschinen Emissionen freigesetzt. Im Betrieb brauche es dann Strom.

Weitere Fragen drehten sich darum, wie eventuelle Schäden durch die Bodenuntersuchung beglichen werden und ob entlang der Untersuchungsstrecke die Häuser vor und nach der Seismik fotografiert werden. Sollte es zu Schäden kommen, werde Vulcan dies selbst oder über die Versicherung begleichen, erwiderte Weinmann. In Mannheim habe es 80 Schadensmeldungen gegeben, fast alles kleinere Risse im Verputz. Alle seien geprüft und reguliert worden. „Wir haben sie alle reguliert, obwohl sie nicht auf Seismik zurückzuführen waren“, so Weinmann.

Weiteres Thema: Wie werden die Fernwärmeleitungen verlegt, sollte das Projekt erfolgreich laufen? Die Leitungen würden „zu 99 Prozent“ unterirdisch verlegt, erklärte Thomas Mösl, technischer Vorstand bei den TWL. Zur Versorgungssicherheit meinte Weinmann: Dadurch, dass fünf Bohrplätze die Energie liefern, werde auch bei Wartungsarbeiten immer Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist werden.

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