Ludwigshafen
Kita-Umbau in Rheingönheim: Stadtrat macht Druck
Eigentlich sollte die katholische Kindertagesstätte St. Jospeh in Rheingönheim Ende des vergangenen Jahres in ein Container-Domizil in der Käthe-Kollwitz-Straße umziehen, das im Jahr 2011 nach einem Brand als Ausweichquartier für die Kita Brückweg errichtet und von der Stadt angemietet worden war. Aber daraus wurde nichts: Die Container waren so marode, dass sie nicht mehr genutzt werden konnten, obwohl die Stadtverwaltung kurz zuvor noch mehrere Zehntausend Euro in die Sanierung investiert hatte. Damit stockt auch die lange geplante Sanierung und Erweiterung der Kita St. Joseph, auf die viele Familien mit Kindern in Rheingönheim warten. Denn im Stadtteil gibt es Wartelisten für Kita-Plätze. Der Ortsbeirat ist verärgert.
Rheingönheims Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) forderte am Montag im Stadtrat, dass schnellstmöglich ein Ausweichquartier geschaffen wird, damit die Erweiterung des Gebäudes endlich angegangen werden kann. Er nannte auch zwei mögliche Standorte für die Container im Gebiet Neubruch. „Wir können uns keine Verzögerungen mehr leisten“, unterstrich Wilhelma Metzler (CDU). „Die Sache sucht ihresgleichen“, kritisierte Julia May (SPD) die mehrjährigen Verzögerungen. Markus Sandmann (FWG) betonte, dass die Kirche das Projekt zügig angehen wolle. Thomas Schell (FDP) sprach von einer „bildungspolitischen Katastrophe“ und forderte: „Wir müssen Gas geben und in Rheingönheim für genügend Kita-Plätze sorgen.“ Ibrahim Yetkin (Grüne) forderte einen konkreten Zeitplan.
Dezernate uneins
Jugenddezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) räumte ein, dass die geplante Sanierung für den katholischen Träger der Kita St. Jospeh „unglücklich gelaufen“ sei. Immerhin sei mit der Zustimmung des Stadtrats nun die Finanzierung des Kita-Ausbaus gesichert. Die Kirche erhält von der Stadt einen Zuschuss von 4,8 Millionen Euro. Nach der Erweiterung um zusätzlich zwei Gruppen werde der Bedarf an Kita-Plätzen in Rheingönheim gedeckt. Doch einen konkreten Zeitpunkt, wann Ausweichquartiere für die Kinder zur Verfügung stehen werden und damit dann die Bauarbeiten an der Kita beginnen können, blieb Reifenberg schuldig.
Die Bürgermeisterin verwies auf den Baudezernenten Alexander Thewalt (parteilos), der zu dieser Frage meinte: „Ich kann das nicht beantworten.“ Thewalt verwies auf laufende Gespräche zwischen der Kirche und dem Jugenddezernat. Reifenberg konterte, dass ihr Dezernat nicht für die Ausweichflächen zuständig sei. Der für die Kitas zuständige Bereichsleiter Pascal Thümling bestätigte Gespräche mit der Kirchengemeinde über die Ausweichcontainer. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) kündigte an, dass der Stadtvorstand die offenen Fragen klären werde.