Ludwigshafen
Kita-Sanierung in Rheingönheim: Neuer Ärger über die Stadtverwaltung
Eigentlich sollte die katholische Kindertagesstätte St. Jospeh in Rheingönheim Ende des vergangenen Jahres in ein Container-Domizil in der Käthe-Kollwitz-Straße umziehen, das im Jahr 2011 nach einem Brand als Ausweichquartier für die Kita Brückweg errichtet und von der Stadt angemietet worden war. Aber daraus wurde nichts: Die Container waren so marode, dass sie abgerissen werden mussten, obwohl die Stadtverwaltung kurz zuvor noch mehrere Zehntausend Euro in die Sanierung investiert hatte. Damit stockt auch die lange geplante Sanierung und Erweiterung der Kita, auf die viele Familien in Rheingönheim warten. Denn in den Betreuungseinrichtungen des beliebten südlichen Stadtteils gibt es Wartelisten.
Erste Gespräche über die Kita-Sanierung wurden nach Angaben von Norbert Biehn im Jahr 2019 geführt, wie der stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde im Ortsbeirat berichtete. Damals hatte der katholische Träger der Einrichtung auch schon einen ehrenamtlichen Bauausschuss gebildet, der sich mit der Stadtverwaltung über das Projekt austauschte. Weil die Verwaltung mehr Kitaplätze in Rheingönheim braucht, soll die Kindertagesstätte von bisher zwei auf vier Gruppen erweitert werden. Aber damit die Bauarbeiten beginnen können, müssen Kinder und Erzieherinnen in ein Ausweichquartier umziehen. Das existiert nun jedoch nicht mehr.
Kopfschütteln bei den Zuhörern
Die kritischen Fragen der CDU-Ortsbeiratsfraktion dazu ließ die Stadtverwaltung teils unbeantwortet und verwies stattdessen auf die Zuständigkeit des katholischen Pfarramts Heilige Katharina von Siena als Träger der Einrichtung. Denn dieses sei für den ordnungsgemäßen Betrieb der Kindertagesstätte verantwortlich. Das sorgte ebenso für Ärger bei den Ortsbeiräten und Kopfschütteln bei den Zuhörern der Sitzung wie die Einschätzung der Verwaltung, dass der Bedarf an Kitaplätzen in Rheingönheim mit der Erweiterung der Kita St. Joseph auch dann ausreichend gedeckt sein werde, wenn das diskutierte und umstrittene Neubaugebiet „Im Kappes“ mit 200 geplanten Wohneinheiten realisiert wird.
Wann die Arbeiten in der Kita endlich starten können, ist Norbert Biehn zufolge unklar. Denn die Aufstellung eines neuen Container-Provisoriums müsse zunächst europaweit ausgeschrieben werden. Außerdem müsse für die Aufstellung des Ausweichquartiers eine Baugenehmigung beantragt werden. Der Vertreter der Gemeinde kalkuliert dafür mit mindestens sechs Monaten. Biehn betont: „Die Verzögerungen hat die Verwaltung zu verantworten, nicht die Kirchengemeinde.“
Abriss nach Sanierung
Er erinnerte auch noch einmal daran, dass die Vertreter der Gemeinde schon bei der ersten Begehung der Container in der Käthe-Kollwitz-Straße im Frühjahr 2023 darauf hingewiesen hätten, dass es offenbar Probleme mit Feuchtigkeit gebe. Aber erst im September 2024, nach der Sanierung, sei schließlich festgestellt worden, dass die Mietcontainer zu marode sind, um sie noch weiter zu nutzen.
Die Stadt bezifferte die bis dahin getätigten Ausgaben auf rund 34.000 Euro. Für Abbrucharbeiten und die Anpassung der Fluchtwegeplanung seien Kosten in Höhe von 5000 Euro entstanden, hatte eine Verwaltungssprecherin auf Anfrage der RHEINPFALZ informiert. Beim Rückbau der Containeranlage sei darauf geachtet worden, dass Bauteile wie Installationen, Tür- und Klemmschutzteile, Griffe, Sanitärobjekte, Armaturen, Kücheneinrichtungen so ausgebaut wurden, dass sie in anderen Objekten wiederverwendet werden können.