Ludwigshafen
Kita St. Joseph: Umzug im neuen Jahr?
Der geplante Ausbau der katholischen Kita St. Joseph ist eine fast schon unendliche Geschichte. Auf Anfrage der SPD-Fraktion zum Stand der Dinge in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats informierte der Bereich Kindertagesstätten der Stadtverwaltung in einer schriftlichen Mitteilung, dass der Umzug der 50 Kinder in ein Ausweichquartier in wenigen Monaten über die Bühne gehen könnte.
„Das in der Vergangenheit bereits als Ausweichquartier genutzte Gelände in der Käthe-Kollwitz-Allee wurde dem katholischen Träger der Kita St. Joseph zur Errichtung und Nutzung eines Ausweichquartiers für die Dauer der Sanierung und Erweiterung der Kita kostenlos überlassen“, so berichtet die Verwaltung. Nach Erhalt der Baugenehmigung habe das beauftragte Architekturbüro die Errichtung und Anmietung einer Containeranlage ausgeschrieben. Ziel sei die Fertigstellung des Containers Anfang 2026. Der Umzug der Kita sowie die Sanierung und Erweiterung der dann leer stehenden Gebäude sollen im Anschluss erfolgen.
Gebäude seit 2019 undicht
Weiterhin informierte die Verwaltung den Ortsbeirat, dass die beiden Projekte St. Joseph in der Käthe-Kollwitz-Allee und das geplante Ausweichquartier für die Georgensschule in der Gabriele-Münter-Straße voneinander unabhängig zu bebauende Gelände seien. Die Areale könnten aus zwei verschiedenen Richtungen angefahren werden, sofern sie zeitgleich umgesetzt werden sollten. Das sei bei Neubaugebieten gängige Praxis, schreibt die Verwaltung und sieht keine Probleme.
Ein Blick zurück: Eigentlich sollte die katholische Kita St. Joseph schon in diesem Jahr saniert und erweitert werden. Das Projekt drängt, denn seit 2019 sickert Regenwasser durch die Decke. Aber überraschend gab es Ende 2024 kein Ausweichquartier mehr für die 50 Kinder.
Erste Gespräche vor einem halben Jahrzehnt
Die zweigruppige katholische Kita soll im Auftrag der Ludwigshafener Verwaltung saniert und erweitert werden. Erste Gespräche darüber wurden nach Angaben von Norbert Biehn, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde, in den Jahren 2019/20 geführt. Damals hatte der katholische Träger der Einrichtung auch schon einen Bauausschuss gebildet.
Nach dessen Plänen soll das rund 40 Jahre alte und stark sanierungsbedürftige Kita-Gebäude entkernt und saniert werden. Ebenso wie das denkmalgeschützte Schwesternhaus nebenan. Der Pfarrsaal auf dem Gelände soll abgerissen werden und an dessen Stelle ein zweistöckiger Neubau entstehen, damit die Kindertagesstätte von bisher zwei auf vier Gruppen erweitert werden kann. Im September 2024 hatte der Bauausschuss die Pläne bei der Verwaltung eingereicht, erklärt Biehn.
Container überraschend abgerissen
Während der Bauphase sollte die Kita in ein Containerdomizil in der Käthe-Kollwitz-Straße umziehen, das im Jahr 2011 nach einem Brand als Ausweichquartier für die Kita Brückweg errichtet und von der Stadt angemietet worden war. Die Anlage war seither für verschiedene Einrichtungen in Betrieb. Sie wurde für Kindertagesstätten und Schulen genutzt. Vor einem Jahr wurden die Container jedoch überraschend abgerissen, weil sie zu marode waren.
Zuvor jedoch hatte die Stadt noch mehrere Zehntausend Euro in die alten Container investiert: Der Bereich Gebäudewirtschaft der Verwaltung war im Frühjahr 2023 beauftragt worden, die Containeranlage so schnell wie möglich als Ausweichquartier für den Kindergarten herzurichten. Die Anlage war jedoch in einem viel schlechteren Zustand als angenommen, was eine Sanierung unmöglich machte.
Das Thema hat den Rheingönheimer Ortsbeirat bereits im vergangenen Jahr mehrfach beschäftigt. Damals bemerkte Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU): „Wann im Neubruch neue Container aufgestellt werden, das weiß vielleicht der Weihnachtsmann.“