Ludwigshafen
Ausweichquartier der Georgensschule soll schon nächstes Schuljahr in Betrieb gehen
Anfang September hatte der Bau- und Grundstücksausschuss einem Eilantrag der Verwaltung zugestimmt. Demnach soll an der Gabriele-Münter-Straße neben dem Luitpoldhain das Ausweichquartier für die Georgensschule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung eingerichtet werden. Der dreigeschossige Modulbau soll bereits zum Schuljahr 2026/27 den Betrieb aufnehmen.
Doch von einer „einfachen Kenntnisnahme“, wie Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) die Sitzung angekündigt hatte, war der Ortsbeirat weit entfernt. Schon die Eile sorgte in Rheingönheim für Unverständnis. „Ich hätte gerne wenigstens drei Argumente, warum es jetzt so schnell gehen muss“, sagte Joachim Hubert Zell (CDU). Zuletzt hatte die SPD im April 2024 einen Antrag auf eine Erweiterung der Schule am bisherigen Standort ins Gespräch gebracht.
Denkanstöße für Gebäudewirtschaft
Doch Rainer Bernhard aus dem Bereich Gebäudewirtschaft war dafür der falsche Ansprechpartner: „Wir sind lediglich Auftragnehmer der Schulverwaltung. Diese errechnet den Bedarf und wir müssen das umsetzen.“ Er war froh, einen Ausweichstandort gefunden zu haben. „Andere Flächen waren nicht geeignet.“ Für vier Jahre solle die Schule zunächst nach Rheingönheim ausquartiert werden. In dieser Zeit soll auf dem Otto-Thiele-Platz in der Gartenstadt eine zweite Förderschule gebaut werden, der die Raumnot der Georgensschule beenden soll.
Grundsätzlich hatte der Ortsbeirat keine Einwände gegen den Standort, doch er gab Bernhard noch Denkanstöße mit, zum Beispiel für den Schulbusverkehr. „Die Stelle ist bisher schon sehr stark vom Verkehr belastet und man darf nicht vergessen, dass demnächst dort gegenüber noch ein Supermarkt entstehen wird“, erklärte Thomas Engeroff (SPD).
Zell: „Warum ist die Georgensschule jetzt so dringend“
Auch die Kosten für das Schulmodell in Modulbauweise stieß bitter auf. Zell erhofft sich zumindest eine Aufschlüsselung der Bau- und Mietkosten über 15 Millionen Euro. Er ging davon aus, dass die „Ausweichschule“ länger als die angekündigten vier Jahre in Rheingönheim stehen wird. „Deshalb sind wir für einen Kauf der Container, weil es sonst eine Verschwendung von Steuergeldern ist“, sagte Zell. „Unser Zeitplan läuft auf vier Jahre.“ Der Punkt, ab dem ein Kauf günstiger als die Miete wäre, liege bei den Containern bei einer Laufzeit zwischen fünf und sechs Jahren.
Auch Wünsche wie nachhaltige Bauweise, anspruchsvollere Architektur und mehr Begrünung seien durch die Dringlichkeit nicht zu erfüllen. „Unser erstes Ziel ist, dass wir den Termin zum neuen Schuljahr einhalten können.“
All das missfiel dem Ortsbeirat. „Warum ist die Georgensschule jetzt so dringend, dass uns die Zeit für eine richtig gute Lösung fehlt?“, fragte Zell. Wißmann hätte sich eine Vorabinformation gewünscht. „Dann hätten wir unsere Bedenken und Vorschläge in die Planung mit einbringen können.“ Nun mussten sich die Rheingönheimer mit einer Präsentation der Tatsachen zufriedengeben.