Ludwigshafen
Hochstraße Süd: Grüne befürchten den nächsten „Super-GAU“
Einen Antrag zum aktuellen Sachstand hatte die Fraktion der Grünen gestellt. „Wir stehen möglicherweise vor dem nächsten Super-GAU“, sagte deren Sprecher Jens Brückner.
Abgeplatzter Beton, rostige Eisenarmierungen
Zum Hintergrund: Derzeit laufen die Vorbereitungen für den Abriss der maroden und 60 Jahre alten Pilzhochstraße, ein 500-Meter-Teilstück der Hochstraße Süd. Der Rückbau soll von Juli bis Oktober über die Bühne gehen. Unterdessen wurden auch Schäden an der 950 Meter langen und wegen ihrer Farbgebung sogenannten „Weißen Hochstraße“ entdeckt, also der Abschnitt der Südtrasse, der in Richtung Pylonbrücke auf die Pilzhochstraße folgt. Beton ist sichtbar abgeplatzt und rostige Eisenarmierungen liegen an einigen Stellen frei.
Sanierung für 2022 angekündigt
Ende April hatte der städtische Tiefbauspartenleiter Björn Berlenbach angekündigt, dass der Zustand der 50 Jahre alten „Weißen Hochstraße“ daher gründlich untersucht werden müsse. Er sprach von nicht unbedeutenden Schäden, die sich momentan aber nicht verschlechtern würden. „Wir haben die Lage im Blick“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Ergebnisse statischer Nachberechnungen sollen nach der Sommerpause neue Erkenntnisse liefern. Für 2022 kündigte Berlenbach eine Sanierung an.
SPD: Keine Flickschusterei
Bisher gehe die Stadt von einer reinen Betonsanierung aus, informierte Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) am Mittwoch. Letztlich seien aber die Resultate der Nachberechnungen maßgeblich. Björn König (SPD) plädierte für eine Gesamtlösung für beide Bauwerke, weil diese sinnvoller sei als eine Flickschusterei, sollten die Schäden an der „Weißen Hochstraße“ gravierender sein als angenommen.