Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hochstraße Süd: Erste Pfeiler stehen

Die ersten Pfeiler sind fertig, an der neuen Brückenkonstruktion wird dahinter gearbeitet.
Die ersten Pfeiler sind fertig, an der neuen Brückenkonstruktion wird dahinter gearbeitet.

Hinter dem Faktorhaus ragen die ersten Betonpfeiler für den Lückenschluss der Hochstraße Süd in die Höhe. Damit wird für Passanten sichtbar, wo die neue Trasse verläuft. Das erste Teilstück soll bis Mitte Juli fertig werden.

Die Pfeiler stehen auf mächtigen, bis zu 2,50 Meter dicken Fundamentplatten. 60 Tonnen Bewehrungsstahl und 350 Kubikmeter Beton werden pro Fundament verarbeitet. Auf den Bodenplatten stehen die Stützen der neuen Hochstraße Süd (B37). Die grauen Riesen ruhen wiederum auf vier Pfählen, die bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichen. Davon ist aber bei den fertiggestellten Pfeilern nichts zu sehen, denn der komplexe Unterbau ist mittlerweile mit Erdreich bedeckt.

Wer die Auffahrt zur Konrad-Adenauer-Brücke nimmt oder von der Mundenheimer Straße zum Berliner Platz fährt, kann bei einem Blick auf die Baustelle die grauen Riesen sehen. Rund 110 Tonnen Gewicht lastet auf einer Stütze, wenn die Hochstraße wieder in Betrieb geht. Die Pfeiler sind aus Beton und wurden so lange eingeschalt, bis das Baumaterial ausgehärtet war. Auf die ovalen Pfeiler mit einem Durchmesser von zirka 1,50 Meter kamen dann noch Lager, auf denen eine Spannbetonkonstruktion ruhen wird – die eigentlichen Brückenfahrbahnen, die vor Ort angefertigt werden.

Bis 20. Juli soll das erste Teilstück fertig sein.
Bis 20. Juli soll das erste Teilstück fertig sein.
Hinter den fertigen Pfeilern wird die Betonstahlkonstruktion für die neue Hochstraße erstellt.
Hinter den fertigen Pfeilern wird die Betonstahlkonstruktion für die neue Hochstraße erstellt.
So soll die Ersatzbrücke einmal aussehen.
So soll die Ersatzbrücke einmal aussehen.
Auch die Weiße Hochstraße, die sich an die Lücke anschließt, wird saniert.
Auch die Weiße Hochstraße, die sich an die Lücke anschließt, wird saniert.

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Enger Zeitplan

Die Zeit drängt. So muss das erste Teilstück der neuen Brücke – die Verbindung von der Konrad-Adenauer-Brücke bis zur Mundenheimer Straße – bis 20. Juli fertig sein. Mit der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) ist vereinbart, dass dann wieder Straßenbahnen vom Berliner Platz über die Brückenauffahrt nach Mannheim fahren können. Momentan ist dies nicht möglich, weil hinter dem Faktorhaus gebaut wird. Das erste Teilstück der wiederaufgebauten Hochstraße liegt auf acht Pfeilern, wie Eberhard Küssner von der städtischen Bauprojektgesellschaft vor Kurzem bei einem Baustellenrundgang informierte.

Die neue 520 Meter lange Hochstraße wird auf 43 Stützen liegen. Für die Fundamente müssen insgesamt 170 Löcher gebohrt werden. Dafür ist seit Jahresanfang ein Großdrehbohrer im Einsatz. 26 Meter hoch ist die 160 Tonnen schwere Baumaschine, die Mitte Januar angeliefert wurde. Nahezu alle Löcher sind mittlerweile gebohrt worden. Momentan ist das imposante Gerät in Höhe Dammstraße im Einsatz.

Sanierung läuft schon

Parallel zum Wiederaufbau läuft die Sanierung der sogenannten Weißen Hochstraße, die einmal die Neukonstruktion mit dem Pylon verbinden wird. Das 950 Meter lange Stück ist an den Seiten mit Holz eingerüstet worden, denn die Randbereiche werden ebenso wie die Fahrbahn komplett erneuert. Schadstellen im Beton werden außerdem beseitigt. Die neue Brücke und die sanierte Trasse sollen ab Anfang 2026 wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Zeit zum Durchatmen bleibt den Bauverantwortlichen nicht. Denn nach der Fertigstellung werden die ersten Teile der Hochstraße Nord (B44) abgerissen, die das Fernstraßennetz mit der Kurt-Schumacher-Brücke verbinden. Parallel dazu entsteht die ebenerdige Helmut-Kohl-Allee, die ab 2031 die Hochstraße Nord ersetzen soll. Während des Abrisses und des Neubaus wird der Fernverkehr über die neue Hochstraße Süd umgeleitet. 120 Millionen Euro soll die Ersatzbrücke für die im Sommer 2020 in 106 Tagen abgerissene Pilzhochstraße kosten. Sie war einsturzgefährdet. 528 Millionen Euro soll der Rückbau der maroden Nordtrasse sowie der Bau der Kohl-Allee kosten.

Teures Projekt

Bund und Land unterstützen das Megavorhaben mit knapp 475 Millionen Euro. Das sind 85 Prozent der förderfähigen Kosten. 60 Prozent (334,5 Millionen) fließen aus Berlin, 25 Prozent (139 Millionen) aus Mainz in die Vorderpfalz. 15 Prozent der Kosten muss die mit über einer Milliarde Euro verschuldete Stadt Ludwigshafen selbst stemmen. Hinzu kommen nicht förderfähige Kosten (beispielsweise Planungskosten) in beträchtlichem Umfang. In der Summe bleiben mindestens 200 Millionen Euro bei der Stadt hängen, schätzen die Experten.

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