Ludwigshafen
Hochstraße Süd: Was aktuell auf der Baustelle passiert
„Wir liegen im Zeitplan“, sagt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (parteilos) bei einem Rundgang über die Baustelle am Mittwoch. Hinter dem Faktorhaus ragen die ersten fünf Betonpfeiler für den Lückenschluss der Hochstraße Süd in die Höhe. Sie stehen auf mächtigen bis zu 2,50 Meter dicken Fundamentplatten. 60 Tonnen Bewehrungsstahl und 350 Kubikmeter Beton werden pro Fundament verarbeitet. Die grauen Riesen ruhen wiederum auf vier Pfählen, die bis zu 20 Meter tief ins Erdreich reichen.
Auf den Bodenplatten stehen die Stützen der neuen Hochstraße. Rund 110 Tonnen Gewicht lastet auf einer Stütze. Fünf dieser Pfeiler sind so gut wie fertig. Sie sind ebenfalls aus Beton und teils noch eingeschalt, bis das Baumaterial aushärtet. „Das ist alles von Statikern berechnet worden, damit die Pfeiler an der richtigen Stelle stehen“, erläutert Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos).
Tramverkehr ab 20. Juli
Bisher läuft alles problemlos auf der Baustelle. Die Verantwortlichen sind erleichtert, denn der Zeitplan ist eng getaktet. So muss das erste Teilstück der neuen Brücke – die Verbindung von der Konrad-Adenauer-Brücke bis zur Mundenheimer Straße – bis 20. Juli fertig sein. Mit der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) ist vereinbart, dass dann wieder Straßenbahnen vom Berliner Platz über die Brückenauffahrt nach Mannheim fahren können. Momentan ist dies nicht möglich, weil hinter dem Faktor-Haus gebaut wird. „Acht Pfeiler werden es hier sein, fünf sind betoniert“, sagt Eberhard Küssner von der städtischen Bauprojektgesellschaft.
Die Zeit drängt also. Auf die ovalen Pfeiler mit einem Durchmesser von zirka 1,50 Meter kommen noch Lager, auf denen eine Spannbetonkonstruktion ruht – die eigentlichen Brückenfahrbahnen, die vor Ort angefertigt werden.
140 Löcher gebohrt
Die neue Hochstraße wird auf 43 Stützen liegen. Für die Fundamente müssen insgesamt 170 Löcher gebohrt werden. Dafür ist seit Jahresanfang ein Großdrehbohrer im Einsatz. 26 Meter hoch ist die 160 Tonnen schwere Baumaschine, die Mitte Januar angeliefert wurde. 140 Löcher sind seitdem gebohrt worden. Momentan ist das imposante Gerät in Höhe Damm-/Otto-Stabel-Straße im Einsatz. „Die Baufirma schafft mittlerweile zwei Pfähle pro Tag“, sagt Björn Berlenbach vom städtischen Tiefbauamt. Unliebsame Überraschungen im Untergrund – Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg – gab es bisher nicht. „Wir haben alte Keller und Rohre gefunden, die verfüllt wurden, aber zum Glück keine Kampfmittel“, sagt Berlenbach.
Ein paar Meter Luftlinie vom XXL-Bohrer entfernt befindet sich die Abbruchkante der sogenannten Weißen Hochstraße – die Trasse verbindet die Hochstraße mit dem Pylon. Auch hier wird parallel zum Neubau eifrig gearbeitet. Das 950 Meter lange Stück ist an den Seiten mit Holz eingerüstet worden, denn die Randbereiche werden komplett erneuert. Die Fahrbahn wurde abgefräst, die Leitplanken und Straßenlaternen sind weg. „Der Beton ist noch gut. Schadhafte, oberflächliche Beschädigungen können wir beseitigen“, erläutert Berlenbach. In den kommenden Monaten werde die alte Beschichtung der Betonoberflächen an der Unterseite der Brücke mit Wasser abgestrahlt. Danach werde eine neue Beschichtung aufgetragen. Auch hier ist der Zeitplan stramm: Die neue Brücke und die sanierte Trasse sollen ab Anfang 2026 wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Dann ist das Projekt Hochstraße Süd vom Abriss bis zum Neubau in meiner Amtszeit bewältigt“, betont die OB.
