Ludwigshafen Hochstraße Süd: 1500 Baggermatratzen werden als Reststützen eingesetzt
Bei den abschließenden Vorbereitungen zum Abriss der maroden Pilzhochstraße in Ludwigshafen, ein 500-Meter-Teilstück der Hochstraße Süd, kommen insgesamt 1500 Baggermatratzen zum Einsatz. Sie werden mit Radladern übereinander gestapelt, um die Trasse im Bereich Mundenheimer Straße, Berliner Platz, Faktor-Haus zu stabilisieren. Der beengten Verhältnisse wegen verzichtet die Abrissfirma Moß darauf, dort Stütztürme zu positionieren. Das sagten Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) und Tiefbauspartenchef Björn Berlenbach am Dienstag beim wöchentlichen Medienbriefing per Videokonferenz.
Jede Matratze wiegt 800 Kilo
Berlenbach zufolge sind inzwischen 45 der 52 Stütztürme ferngesteuert unter die Brücke geschoben worden, die dafür sorgen sollen, dass die Trasse beim von Juli bis Oktober geplanten Rückbau unkontrolliert einstürzt. Statt der restlichen sieben, jeweils 20 Tonnen schweren Türme aus Stahl, Beton und Holz aufzubauen, setzt Moß nun auf Baggermatratzen, von denen jede 800 Kilogramm wiegt. Sie dienen normalerweise als Untergrund, damit Bagger sicher rangieren können.
Fräsarbeiten starten am Mittwoch
Das ursprünglich für Montag angekündigte Abfräsen des Asphalts (insgesamt geht es um 2500 Tonnen) hat sich verzögert, weil ein Sensor am Transportband der ferngesteuerten Maschine defekt war. Begonnen wird damit nun am Mittwoch am Bauwerk 168 neben der Mundenheimer Straße – jener Brückenteil, der als erster fallen soll. 400 Tonnen Asphalt müssen in diesem Abschnitt entfernt werden. Laut OB Steinruck sind die Arbeiten mit erheblichen Lärmbelästigungen verbunden. Gearbeitet werde auch an Christi Himmelfahrt (Donnerstag), um den Prozess nicht noch weiter zu verzögern.
Für Dienstag, 9. Juni, 18 bis 20 Uhr, kündigte die OB einen Bürgerdialog per Videokonferenz an, den die Agentur Zebralog moderieren werde. Daran teilnehmen soll der komplette Stadtvorstand, darunter auch der am 1. Juli ins Amt startende neue Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos). „Wir stehen Rede und Antwort und hören zu“, sagte Steinruck. Vorab können Bürger Fragen im Netz unter www.luwigshafen-diskutiert.de einreichen. Weitere Details zum Bürgerdialog werde die Verwaltung noch bekanntgeben.
Zehn Mitarbeiter in Quarantäne
Steinruck bestätigte der RHEINPFALZ, dass ein Mitarbeiter Berlenbachs positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, weshalb zehn Kontaktpersonen aus dem Ressort vorsichtshalber in häuslicher Quarantäne seien. Die Arbeiten an der Baustelle seien davon aber unbeeinflusst.