Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Helmut-Kohl-Allee: Die Argumente der Befürworter und der Gegner

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Wichtiges Signal oder stadtplanerisches Debakel? Bei fünf Gegenstimmen (Grüne, Forum und Piraten, FWG, Die Linke) hat der Bau- und Grundstücksausschuss am Montagabend dem Stadtrat empfohlen, die Planungen für die Helmut-Kohl-Allee am 18. September zu beschließen. Sie soll ab 2031 die marode Hochstraße Nord ersetzen. Gesamtkosten: 528 Millionen Euro. Die Positionen der Fraktionen.

Die Befürworter

Die von ihm aufgeworfene Grundsatzfrage, ob die Stadt und die Region weiter zwei Verbindungen zwischen Mannheim und der Pfalz sowie umgekehrt brauchen, beantwortete David Guthier (SPD) am Montag mit einem klaren „Ja“. Bürger, Pendler und Unternehmen warteten darauf, dass endlich Klarheit geschaffen werde. Insofern sei der Beschluss für die Kohl-Allee ein wichtiges Signal, aber natürlich auch ein „Kraftakt“ für die hoch verschuldete Stadt. An die Verwaltung appellierte er: „Bitte weiter transparent informieren.“

Ja zur Kohl-Allee sagt auch die CDU. Sie wünscht sich indes vom Land, das bisher „billig davongekommen“ sei, eine stärkere finanzielle Beteiligung, falls die Kosten weiter steigen, meinte Peter Uebel. „Und eine Kostensteigerung wird kommen.“ Für ihn die zentrale Botschaft an diesem Tag: „Ludwigshafen reißt nicht nur ab, sondern baut auch auf.“ Das sei ein Anreiz für Firmen, sich hier anzusiedeln.

„Wirtschaftsmotor muss laufen“

Die FDP hätte zwar eine andere Variante als eine „Stadtautobahn“ bevorzugt, stehe aber zu dem demokratischen Prozess, räumte ihr Sprecher Thomas Schell ein. „Wir brauchen funktionierende Hochstraßen. Der Wirtschaftsmotor muss laufen.“

René Puder (AfD) argumentierte: „Wir benötigen die Trassen für die Wirtschaft und als Zubringer für Waren in die Stadt. Das kann nicht alles über die Schiene laufen.“

Die Gegner

Die FWG sei zwar für die Stadtstraße, aber nicht in dieser Dimension, erklärte Helge Moritz. Mit bis zu neun Spuren (die Stadt spricht von maximal acht inklusive Zufahrten) werde eine Schneise in die Innenstadt geschlagen. Moritz sprach von einem „stadtplanerischen Debakel“.

Heike Hess (Grüne) sagte, in Zeiten des Klimawandels sei es mit Blick auf die angestrebte Verkehrswende das völlige falsche Signal, weiterhin auf autozentrierte Mobilität zu setzen.

Für Bernhard Wadle-Rohe (Die Linke) führt das Projekt, das Ludwigshafen am Ende wohl 300 bis 500 Millionen Euro koste, die Stadt in den Bankrott. Dann drohe die Zwangsverwaltung durch das Land. „Das Geld hätte man in den Ausbau des Nahverkehrs stecken sollen.“

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