Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Haidwaldschule: „Fritten-Bude“ auf dem Dach?

Den Architektenwettbewerb für den geplanten Erweiterungsbau der Maxdorfer Haidwaldschule hat das Büro Löhle Neubauer aus Augsbur
Den Architektenwettbewerb für den geplanten Erweiterungsbau der Maxdorfer Haidwaldschule hat das Büro Löhle Neubauer aus Augsburg gewonnen. Im Juni 2023 stellte das Büro seine Pläne erstmals vor.

Auf dem Dach wird es eng, im Hof teuer: Warum die Gemeinde Maxdorf ihre Wärmepumpenpläne für die Erweiterung der Haidwaldschule überdenken muss.

Es gibt ein Problem mit der Wärmepumpe, die aufs Dach des geplanten Erweiterungsbaus der Haidwaldschule soll. Mitgeteilt hat das im Gemeinderat zuletzt Bernd Lupberger (CDU), der Erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Maxdorf. Konkret gehe es dabei um die ursprünglich geplante Verwendung des Kältemittels R32. Der Hintergrund: Aus ökologischer Verantwortung und in Erwartung einer verschärften Regulierung ab dem Jahr 2030 für Neuanlagen mit einer Heizleistung über 50 kW, erachten die Planer es nicht mehr als sinnvoll, bei einem so großen Neubau wie dem Erweiterungsbau der Haidwaldschule weiterhin auf eine Wärmepumpe mit dem Kältemittel R32 zu setzen. Im Vergleich zu modernen Alternativen weise es einen höheren Treibhauspotenzialwert auf.

„Das heißt, wir müssten jetzt mit einer Wärmepumpe planen, die mit Propangas als Kältemittel funktioniert“, erläuterte Bernd Lupberger im Gemeinderat. Und das wiederum bedeute, dass die Wärmepumpe größer würde – so groß, dass insbesondere die Architekten sie am liebsten nicht mehr aufs Dach setzen wollten. Es handle sich fast schon um einen mittleren Imbissstand“, sagte Lupberger, um es für die Ratsmitglieder anschaulich zu machen. Und auch die zweite Beigeordnete, Bettina Holler (CDU), sagte: „Im Gespräch fiel seitens eines Planers das Wort ,Fritten-Bude’.“

Geologisches Gutachten beauftragt

Einen Plan B habe man seitens der Ortsgemeinde trotz der unvorhergesehenen Wendung bereits im Blick, nämlich die Installation besagter Propangas-Wärmepumpe in der Außenanlage und nicht auf dem Dach des Erweiterungsbaus. „Dieses Vorgehen würde allerdings einen Verlust von Spielfläche für die Schülerinnen und Schüler und zusätzliche Kosten von rund 55.000 Euro bedeuten“, erläuterte Lupberger die möglichen Auswirkungen.

Als weitere Option werde deshalb die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe, auch Erdwärmepumpe genannt, erachtet. „Dafür müsste man allerdings bis zu acht Mal auf 100 Meter Tiefe bohren lassen“, informierte Lupberger. Ob dies mit Blick auf mögliche Grundwasseradern überhaupt zulässig wäre, soll nun ein geologisches Gutachten klären. Der Auftrag dafür sei bereits vergeben worden, die Kosten für die Machbarkeitsprüfung zur oberflächennahen Geothermie liegen nach Angaben des Ersten Beigeordneten bei rund 2500 Euro.

Verzögerung um mehrere Wochen

Ursprünglich habe die Ortsgemeinde die sogenannte Leistungsphase drei für den Erweiterungsbau der Haidwaldschule bis 22. Mai abschließen wollen – nun verzögere sich dies jedoch um etwa vier Wochen. Sollten sich am Ende weder Plan B noch Plan C in Sachen Wärmepumpe als praktikabel erweisen, werde man möglicherweise noch einmal zurückkehren müssen zur Idee, das Schuldach als Standort zu nutzen. Bernd Lupberger: „Noch haben wir deshalb den Statiker nicht angewiesen, irgendetwas an den bisherigen Planungen zu ändern.“

Die Fachplaner betonen zum Kältemittel R32 übrigens: „Bereits bestehende Anlagen mit R32 können auch über das Jahr 2030 hinaus weiterhin uneingeschränkt betrieben werden. Die Anpassung betrifft ausschließlich neu zu errichtende Anlagen im Zuge aktueller Projektentwicklungen.“

Mehr zum Thema
x