Maxdorf
Kostendruck und Kompromisse: Wie es um die Erweiterung der Haidwaldschule steht
Es ist ein Großprojekt, das alle Beteiligten vor Ort schon seit mehreren Jahren auf Trab hält. Die Rede ist vom geplanten Erweiterungsbau der Maxdorfer Grundschule, der neben dem Carl-Bosch-Haus entstehen und ziemlich genau dessen Länge entsprechen soll. Im Dezember zog der Gemeinderat allerdings erstmal die Notbremse, denn die erste belastbare Kostenschätzung lag bei über 11,5 Millionen Euro. „Das ist für uns als Ortsgemeinde nicht mehr finanzierbar“, kommentierte damals der Erste Beigeordnete, Bernd Lupberger (CDU). Auch der Rest des Gremiums sah das so und beschloss einstimmig, die sogenannte Leistungsphase zwei des Bauprojekts in Teilen neu zu starten.
„Dass wir zu diesem Zeitpunkt reagiert haben, war genau richtig“, betont die zweite Beigeordnete, Bettina Holler (CDU), bei einem Vor-Ort-Termin mit der RHEINPFALZ. Änderungen erst dann vorzunehmen, wenn die Genehmigungsphase bereits laufe, sei nämlich ungleich schwieriger. Geld spart die Ortsgemeinde aufgrund ihrer Intervention nun auf jeden Fall – wobei sich so mancher möglicherweise eine größere Summe vorgestellt hätte. „Bei rund 11,5 Millionen Euro lag die vorläufige Kostenschätzung im September 2025, inzwischen ist die Rede von knapp 10,4 Millionen Euro“, teilt Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) auf Nachfrage mit.
Kein Keller, keine Dachterrassen
Auf die Frage nach der größten baulichen Änderung, die aufgrund der geforderten Überarbeitung der Pläne durch das Architektenbüro Löhle Neubauer zu verzeichnen ist, antwortet Bettina Holler: „Der Erweiterungsbau der Haidwaldschule wird 2,5 Meter schmaler ausfallen, als ursprünglich geplant.“ Weil die Ortsgemeinde Maxdorf Schulträger der Haidwaldschule ist, nimmt Holler als zweite Beigeordnete regelmäßig an Sitzungen mit den Planern teil.
Auf einen Keller werde im Neubau ebenfalls verzichtet, die Lüftungsanlage soll entsprechend ins erste Obergeschoss verlegt werden. Auch die ehemals vorgesehenen Dachterrassen sind gestrichen worden. Insgesamt soll es im Neubau zwei Räume weniger geben als geplant. „Dafür werden allerdings zwei Räume im Altbau aktiviert“, berichtete Werner Baumann im Dezember dem Ortsgemeinderat. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) habe dem neuen Raumkonzept bereits zugestimmt, auch die Schulgemeinschaft sei einverstanden.
Dass das Spielgelände im Helwert-Park, welches vor 15 Jahren auf Initiative des Fördervereins der Haidwaldschule gemeinsam mit dem Verein Naturspur geplant wurde, nun komplett abgeräumt werden muss, bedauert Bettina Holler sehr. „Es bleibt in der jetzigen Form leider nichts davon übrig“, sagt sie im RHEINPFALZ-Gespräch. Nach Fertigstellung des Neubaus werde rund um das Gebäude zwar ein neuer Schulhof entstehen, dafür stehe jedoch deutlich weniger Fläche zur Verfügung als bislang. Immerhin: Der Hof vor dem Altbau der Schule wird perspektivisch wieder größer. Die Container, die dort aktuell stehen, seien nicht mehr nötig, wenn die neuen Räume im Erweiterungsbau bezogen werden können.
Auch der Altbau der Haidwaldschule soll übrigens modernisiert werden: „Die Toilettenanlagen werden erneuert, es sollen Schallschutzdecken in die Klassensäle eingezogen werden, der derzeitige Mehrzweckraum wird zum neuen Lehrerzimmer umgebaut“, gibt Bettina Holler einen Ausblick. Priorität habe derzeit allerdings die Errichtung des Neubaus. Alle weiteren Baumaßnahmen würden wohl eher zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
Baubeginn 2027?
„Nach derzeitiger Planung rechnen wir mit einem Baubeginn für den Erweiterungsbau im kommenden Jahr“, erzählt Bettina Holler. Wann genau, hänge auch davon ab, wie schnell der Genehmigungsprozess aufseiten der ADD und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd vonstattengehe. Der provisorische Schulhof vor dem Carl-Bosch-Haus, zu dem der jetzige Parkplatz werden soll, wenn der Helwert-Park gesperrt und die Spielgeräte dort abgebaut werden, wird allerdings schon vorbereitet. „Das Hochbeet ist bereits entfernt, zusätzliche Sitzmöglichkeiten sind aufgestellt worden.“
Danach gefragt, wie sie persönlich die Herausforderungen erlebe, die es rund um den Erweiterungsbau gibt, antwortet Bettina Holler: „Herausfordernd ist vor allem der langwierige und formalisierte Prozess, den die vorgeschriebene europaweite Ausschreibung dieses öffentlichen Auftrags mit sich bringt.“ Zunächst habe ein Ingenieurbüro für den Architektenwettbewerb gesucht werden müssen, und auch ein Preisgericht sei notwendig geworden, bevor die Fachplaner ausgeschrieben werden konnten. „Zudem besteht die Gefahr, im Ausschreibungsverfahren verklagt zu werden, weshalb wir als Ortsgemeinde zusätzlich einen Anwalt engagiert haben.“ Die 53-Jährige würde sich entsprechend wünschen, dass die EU-Schwellenwerte, ab der öffentliche Aufträge europaweit ausgeschrieben werden müssen, deutlich höher angesetzt werden.
Wie hoch die Fördersumme am Ende ausfallen wird, die die Ortsgemeinde Maxdorf für ihren Schulneubau erhält, steht übrigens noch nicht fest. „Erst wenn das Projekt genehmigungsfähig ist, wird es eine Zusage geben, wie hoch der Zuschuss ist“, informierte Ortsbürgermeister Werner Baumann zuletzt den Gemeinderat.