Ludwigshafen Grundschulen: Eltern fordern bessere Sprachförderung – Kritik an Ministerium

Die Grundschulen sollten ein eigenes Sprachförderbudget erhalten, fordern die Ludwigshafener Elternvertreter unter anderem.
Die Grundschulen sollten ein eigenes Sprachförderbudget erhalten, fordern die Ludwigshafener Elternvertreter unter anderem.

Aus Sorge um die Situation an den Grundschulen Ludwigshafens haben die Schulelternbeiräte im vergangenen Jahr eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Nun ziehen sie erstmals Bilanz und kritisieren insbesondere das Fehlen eines nachhaltigen Konzepts in Sachen Sprachförderung.

Gespräche mit Politikern geführt habe man viele, betont Frank Maaß als Sprecher der Schulelternbeirats-AG. Nach einem mit den Grundschulleitungen verfassten Brandbrief ans Mainzer Bildungsministerium hätten so beispielsweise zwei „Runde Tische“ unter Beteiligung der Stadt, der Schulaufsicht und des Ministeriums stattgefunden. In wertschätzender und konstruktiver Atmosphäre, wie Maaß betont. Inhaltlich gebe es aber nach wie vor Anlass zur Kritik. Insbesondere die geplanten Maßnahmen zum Umgang mit der mangelnden Sprachkompetenz vieler Kinder an den Ludwigshafener Grundschulen erachten die Elternvertreter als unzureichend.

Zwar sei es gut, dass künftig das Anmeldeverfahren zum Besuch einer Grundschule bereits anderthalb Jahren vor der Einschulung stattfinden soll, sagt Maaß. Dass das Bildungsministerium im Falle von festgestellten Defiziten dann allerdings den Besuch einer Kita als Sprachfördermaßnahme vorsehe beziehungsweise die Teilnahme an einer Sprachförderung in einer Kita im Umfang von 15 Stunden pro Woche anordnen will, sei kein angemessenes Konzept.

Frank Maaß
Frank Maaß

„Bereits heute fehlen in Ludwigshafen über 2000 Kita-Plätze“, teilen die Elternvertreter in einer Presseerklärung mit. „Es fehlen der Stadt sowohl die finanziellen Möglichkeiten als auch die räumlichen und personellen Ressourcen, die erforderlichen Kita-Plätze in absehbarer Zeit bereitzustellen.“ Auch aus finanzpolitischer Sicht kritisieren die Eltern den Ansatz des Bildungsministeriums. Denn: Die Verantwortung für die Sprachkompetenz der Kinder werde so im Ergebnis vom Land auf die Kommune übertragen – die ihrerseits allerdings dafür nicht mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werde. „Wie dies zu einer Lösung führen soll, ist völlig unklar“, betont Maaß.

Zudem merken die Elternvertreter an, dass es zur Sprachförderung an den Grundschulen zwar eine Vielzahl von Einzelprojekten gebe – dass diese aber oftmals nur kurze Zeit liefen, mit einem hohen Organisationsaufwand für die Schulen verbunden seien und auch keine verlässliche Etablierung eines Lernzusammenhangs darstellten.

„Das Land muss das leisten“

Insgesamt widerspreche dies dem Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit, da es „völlig zufällig“ sei, welches Kind in den Genuss welchen Projekts komme. Auch die oftmals private Finanzierung der Maßnahmen sei fragwürdig. „Es soll kein Privater gebremst werden, Bildung zu fördern. Nur handelt es sich bei der Sprachförderung der Grundschulkinder um eine zentrale Bildungsaufgabe, die landesweit und allgemein allen Kindern angeboten werden muss“, sagt Maaß. „Das muss das Land leisten.“

Die Eltern-AG fordert angesichts dessen eine vom Land finanzierte Sprachförderung der Kinder vor dem Eintritt in die erste Klasse und als weitere Option ein eigenes Sprachförderbudget für die Grundschulen – damit diese eigenverantwortlich Sprachförderung organisieren können, ohne auf private und kurzfristige Förderprogramme angewiesen zu sein.

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