Mannheim / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Grünes Licht für Straßenbahnen: Termin für Freigabe der Adenauer-Brücke steht fest

Eine kaputte Rampe in Mannheim bremst seit Sommer 2024 Bahnen auf der Adenauer-Brücke aus.
Eine kaputte Rampe in Mannheim bremst seit Sommer 2024 Bahnen auf der Adenauer-Brücke aus.

Während das Problem an einer Rampe zur Adenauer-Brücke bald behoben ist, wartet schon die nächste große Baustelle. Fahrgäste werden weiter unter Umleitungen leiden.

Seit fast zwei Jahren ist keine Straßenbahn mehr über die Konrad-Adenauer-Brücke gefahren. Der Grund waren Risse in einer Rampe auf Mannheimer Seite. Seit Sommer 2024 pendeln die Bahnen zwischen Mannheim und Ludwigshafen ausschließlich über die Kurt-Schumacher-Brücke. Nun ist endgültig klar: Die Adenauer-Brücke soll im Juni wieder freigegeben werden. Es wird vor allem deswegen höchste Eisenbahn für den Abschluss der Arbeiten an der Rampe, weil auf Ludwigshafener Seite bald der Abriss der Hochstraße Nord beginnt und darum ab Juni die Schumacher-Brücke für Straßenbahnen gesperrt wird. Damit steht weiterhin nur eine Brücke für den Bahnverkehr zwischen den beiden Schwesterstädten zur Verfügung.

Die Fahrgäste der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) müssen ab 19. Februar aber zunächst mit neuen Einschränkungen rechnen – und zwar in Mannheim. Betroffen sein werden Bewohner, Gewerbetreibende und Pendler. Die Gleise an Friedrichsring und Kaiserring werden erneuert. Bis Anfang November laufen die Arbeiten zwischen Nationaltheater und Tattersall. In zwei Bauabschnitten und fünf Bauphasen werden drei Kilometer Gleise verlegt sowie acht Weichen und vier Kreuzungen erneuert. Volker Proffen (CDU), Mannheimer Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent, spricht von einer Gesamtinvestition in Höhe von 15 Millionen Euro in das Gleisnetz. Die Arbeiten seien unerlässlich, um den öffentlichen Nahverkehr in Mannheim langfristig zuverlässig, stabil und leistungsfähig zu halten. Laut Marcus Geithe, dem Geschäftsführer der Mannheimer Verkehrsgesellschaft, sind die Gleise an den genannten Stellen 25 Jahre alt.

Gleiserneuerung in Etappen

Los gehen die Arbeiten auf dem „Ring“ ab der Haltestelle Nationaltheater bis zum Wasserturm. Bis Mitte Mai soll die Erneuerung in diesem Abschnitt abgeschlossen sein. In den folgenden Wochen geht es dann zwischen Wasserturm und der Haltestelle Kunsthalle weiter. In den jeweiligen Bauphasen wird zunächst die Haltestelle Rosengarten und dann die Haltestelle Kunsthalle gesperrt. Im Sommer ist am Ring eine dreimonatige Baupause geplant. In dieser Zeit sollen beispielsweise Gleise im Luzenberg erneuert werden. Ab Mitte September bis Mitte November folgt dann der letzte Abschnitt zwischen der Haltestelle Kunsthalle bis zum Tattersall.

Die stark frequentierte Haltestelle am Tattersall in Mannheim ist ebenfalls von dem Bauprojekt betroffen.
Die stark frequentierte Haltestelle am Tattersall in Mannheim ist ebenfalls von dem Bauprojekt betroffen.

Geithe kündigt an, dass beispielsweise am Tattersall an einem Wochenende „gar nichts gehen wird“. Während der Arbeiten werden die Straßenbahnen umgeleitet. Auch der Autoverkehr, beispielsweise in Fressgasse und Kunststraße, sei von den Einschränkungen betroffen, so Geithe. Weil sehr viele Linien betroffen sein werden, müsse das Projekt sehr gut abgestimmt sein. Wie groß die Herausforderung für die RNV ist, macht Geschäftsführer Martin in der Beek auch an zwei Zahlen fest: „Die Haltestellen Rosengarten und Kunsthalle nutzen täglich 20.000 beziehungsweise 35.000 Fahrgäste.“ Die Stadt müsse während dieses Sanierungsprojekts erreichbar bleiben. Reisezeiten würden sich verändern.

Was sind die Auswirkungen auf LU?

Die Arbeiten am Mannheimer Gleisnetz haben laut den Verantwortlichen zwar keine direkten Auswirkungen auf Routen in Ludwigshafen, dennoch sei es wichtig gewesen, sich mit der Nachbarstadt abzustimmen. Geithe erklärt das an einem Beispiel: „Bei der Linie 4 zwischen Oggersheim und Käfertal ist es wichtig, die Bauarbeiten in der Frankenthaler Straße in Ludwigshafen im Blick zu haben.“ Nach der Modernisierung der Gleisanlagen am Mannheimer Hauptbahnhof im Vorfeld der Bundesgartenschau 2023 gilt das „Projekt Friedrichsring/Kaiserring“ als nächste Mammutaufgabe. „Damals haben wir von Arbeiten am Herzen des ÖPNV in Mannheim geredet, jetzt gehen wir an die Herzkranzgefäße“, sagt Geithe.

Noch Fragen?

Über alle Umleitungen informiert die RNV sowohl an den Haltestellen als auch auf der Internetseite www.rnv-online.de und in der Start.info-App. Weitere Informationen zu den Bauvorhaben 2026 sind auf folgenden Internetseiten zu finden: www.rnv-online.de/baustellen26 und www.rnv-online.de/ring26.

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