Ludwigshafen
Georgensschule: Zehn Klassen werden ausgelagert
Auf die Fragen „Wie viele Grundschüler werden eingeschult?“ und „Wie viele Kinder wechseln an die weiterführenden Schulen?“ antwortet die Ludwigshafener Schulverwaltung: „Die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2024/2025 liegen frühestens Ende September vor, da erst dann die Erfassung im Verwaltungsportal des Landes und die Weiterleitung an das Statistische Landesamt erfolgt. Aktuell kennen nur die Schulen selbst ihre jeweiligen Anmeldezahlen. Sie sind im Übrigen auch der ADD nicht bekannt. Eine aktuelle Bestandsaufnahme könnte nur durch Einzelabfrage aller Schulen frühestens in der letzten Ferienwoche erfolgen. Die Stadt plant, die Öffentlichkeit im Rahmen des Schulträgerausschusses am 30. September über die Anmeldezahlen zu informieren.“ Also erst gut einen Monat nach dem Start des neuen Schuljahrs.
Die Anmeldezahlen für die Vorjahre liegen indes vor: Im Schuljahr 2021/22 wurden 1885 Kinder eingeschult, im Schuljahr 2022/23 waren es 1953 Mädchen und Jungen. Für das Schuljahr 2023/24 nennt die Stadt keine Anzahl der Schulanfänger. 1820 Kinder hätten 2023/24 die vierte Klasse besucht. Diese wechseln nun an weiterführende Schulen in der Stadt und im Rhein-Pfalz-Kreis oder in anderen Nachbarkommunen. Im Schuljahr 2022/23 gab es 1656 Viertklässler und im Schuljahr 2021/22 waren es 1629.
Zwei Außenstellen in Mitte und West
Obwohl die Verwaltung wenige Wochen vor dem Start des neuen Schuljahrs noch keine Angaben zur genauen Anzahl der Anfänger an den Grund- und weiterführenden Schulen machen kann, heißt es mit Blick auf die akuten Raumprobleme: „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand können alle Schüler zum Schuljahr 2024/25 beschult werden.“
Wegen fehlender Klassensäle hatten zuletzt mehrere Schulen Alarm geschlagen, darunter die Adolf-Diesterweg-Realschule plus und die Förderschule Georgensschule in Oggersheim sowie die Gebrüder-Grimm-Grundschule in Süd. Für die Diesterweg-Realschule wird der Verwaltung zufolge für die Dauer eines Jahres ein Provisorium für eine Klasse gestellt. „Die vorbereitenden Arbeiten laufen aktuell, sodass das Provisorium rechtzeitig zu Beginn des neuen Schuljahres zur Verfügung steht“, berichtet eine Stadtsprecherin. Für die Georgens-Förderschule mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung sollen an zwei Außenstellen in der Ludwig-Bertram-Straße in der Innenstadt und an der Förderschule Blies in West insgesamt zehn Klassen untergebracht werden.
Kein Pendelverkehr vorgesehen
Im Detail ist für die Förderschule für Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen geplant, dass sechs Klassen in einem Container in der City und vier Klassen an der Förderschule Blies einquartiert werden. Ein Pendelverkehr zwischen den Standorten sei nicht vorgesehen. Die Beförderung der Schüler vom Wohnort zur Schule/Außenstelle sei bereits organisiert. Beide Standorte werden laut Stadt nur für eine vorübergehende Nutzung ertüchtigt, bis dauerhafter Schulraum für künftige Förderschüler geschaffen sei. „Die Stadt befindet sich dazu in Abstimmungsgesprächen mit dem Bildungsministerium und der ADD (Schulaufsicht)“, sagt eine Sprecherin.
Auf Fragen nach einem geplanten Schulneubau verweist jedoch die ADD wiederum an die Stadt: „Ihre Fragen betreffen in der Hauptsache die Schulentwicklungsplanungen des Schulträgers. Hier muss der Schulträger, also die Stadt Ludwigshafen, die entsprechenden Entscheidungen treffen. Das Land unterstützt hierbei durch Gewährung von Schulbaumitteln. Natürlich stehen die Kolleginnen und Kollegen der Schulaufsicht den Schulträgern bereits im Vorfeld beratend zur Seite, allerdings müssen die Entscheidungen, also ob, wie, wo (neu-)gebaut, saniert, erweitert wird, zuerst von dem jeweiligen Schulträger getroffen werden. Aufgrund dessen wenden Sie sich bitte mit Ihrer Anfrage an die zuständige Stadt Ludwigshafen. “
Vorplanungen für Schulneubau
Die Ludwigshafener Schulverwaltung erwartet in jedem Fall auch für das Schuljahr 2025/26, dass die Anmeldezahlen für die Georgensschule weiter steigen werden. Daher würden derzeit verschiedene Alternativen zur Schaffung neuen Schulraums für eine Förderschule geprüft. Die Optionen müssten dann zunächst in den städtischen Gremien diskutiert und beraten werden, erklärt eine Stadtsprecherin. Es gebe Überlegungen und Vorplanungen für einen Schulneubau. „Diese befinden sich im Anfangsstadium und können daher nicht näher erläutert werden.“ Die Frage nach einem Standort für eine Förderschule beantwortet die Verwaltung nicht. Zum Zeitplan heißt es: „Die Realisierung eines Schulneubaus kann je nach Planung, Genehmigungen und Abstimmungen mit Behörden und Baufortschritt mehrere Jahre in Anspruch nehmen.“
Zu wenig Platz für immer mehr Schüler gibt es unterdessen auch noch an der Gebrüder-Grimm-Schule in Süd. Der Verwaltung zufolge sollen dort die drei in der ehemaligen Pausenhalle geschaffenen Klassenräume zum neuen Schuljahr bezugsfertig werden. „Damit wird die Schule bis zur Fertigstellung der dauerhaften Erweiterung über ausreichend Schulraum verfügen“, sagt eine Sprecherin.
Fertigstellung erst im November
Noch etwas Geduld brauchen Schüler und Lehrer an der Anne-Frank-Realschule plus in West, die darauf gehofft hatten, dass der Neubau im Schulhof nach den Sommerferien zur Verfügung steht. Rund 15,4 Millionen Euro haben das Projekt und der weitere Umbau der Schule gekostet. „Der Neubau soll im September den Betrieb aufnehmen, da aber noch Arbeiten an der Fassade auszuführen sind, ist die endgültige Fertigstellung voraussichtlich im November“, informiert eine Stadtsprecherin.
Die Oggersheimer Schillerschule wird das neue Schuljahr voraussichtlich – wie schon berichtet – komplett in einem Ausweichquartier an der Integrierten Gesamtschule Ernst Bloch am anderen Ende des Stadtteils verbringen: Der Rückzug der Grundschule in die sanierte Schillerschule ist erst zum Schuljahr 2025/2026 geplant.