Ludwigshafen
Gefahr für Veranstaltungen: Ruchheimer Gemeinschaftshaus wird nicht fertig
Hoffnungsvoll hatten sich Vertreter der Stadtverwaltung noch Ende September geäußert: Die Sanierung des Ruchheimer Gemeinschaftshauses liege im Plan, zu Beginn des neuen Jahres sollten die Arbeit abgeschlossen sein. Eventuell werde das Gebäude schon früher freigegeben. Sie habe das Gefühl, die beiden Vertreter der Stadt seien gerade zur Tür hinausgegangen, da habe es schon die Nachricht über Verzögerungen gegeben, so Katharina Gregori (parteilos). „Bereits am nächsten Tag war schon klar, dass die Aussage der Herren nicht mehr der Realität entsprechen“, sagt Gregori. Zusammen mit der CDU-Fraktion des Ruchheimer Ortsbeirats trägt sie eine Anfrage zum Sachstand vor.
Tatsächlich steckt der Teufel im Detail. Die Antwort des Bereichs Gebäudewirtschaft klingt zerknirscht: „Im Rahmen der fortlaufenden Projektentwicklung musste festgestellt werden, dass die geplante Brandschutzdecke im Treppenraum der Jugendfreizeitstätte mangelhaft ausgeführt wurde“, heißt es in der Stellungnahme. „Das führt dazu, dass die fast vollständig errichtete Brandschutzdecke zurückgebaut und neu hergestellt werden muss.“
„Dass sowas nicht schon während der Arbeiten auffällt“, ist Gregori verärgert. „Keiner scheint Zeit zu haben, da ein Auge drauf zu haben.“ Der Bauablauf im Bereich der Jugendfreizeitstätte werde durch die Arbeiten um drei bis vier Monate verzögert, so die Verwaltung. „Dennoch sind wir aktuell in Abstimmung mit der Bauaufsicht und der Feuerwehr, um den Neujahrsempfang zu ermöglichen“, heißt es weiter. Über das Ergebnis werde man den Ortsbeirat umgehend informieren.
Eventuell muss Parkplatz weg
Auch ein anderes Thema birgt Zündstoff in Ruchheim. CDU und SPD fragen, was das Ergebnis einer Feuerwehrübung Ende September am Erfurter Ring in Ruchheim ist. Damals habe die Drehleiter der Feuerwehr nur rückwärts in die Straße einfahren können, weil die Durchfahrt aufgrund eines geparkten Fahrzeugs sehr eng gewesen sei, so die CDU. Der Antrag: Prüfung der Parksituation und eventuell eine Änderung, damit die Feuerwehr ungehindert in die Straße komme.
„Natürlich kann man argumentieren, dass bei einem echten Einsatz das geparkte Fahrzeug einfach weggerammt wird. Sinnvoller wäre es doch, diese Situation im Vorfeld zu vermeiden“, trägt Gregori vor. Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass das Auto vollkommen korrekt geparkt gewesen sei. Die SPD stößt ins selbe Horn: „Uns geht es vor allem darum, dass man die Bürger mit einbezieht und es später nicht Unmuß gibt, wenn da ein Parkplatz wegfällt“, sagt Felix Lieser (SPD).
Eine Antwort gibt es in der Sitzung des Ortsbeirats allerdings nicht. Auch das sorgt für Unmut am Ratstisch. „Mich stört, dass es nicht einmal eine Stellungnahme gibt, man habe mit der Feuerwehr Kontakt aufgenommen“, so Gregori. Den Kopf in den Sand zu stecken, helfe nicht wirklich. Er sei zuversichtlich, dass es in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats eine Stellungnahme der Verwaltung gebe, so Ortsvorsteher Dennis Schmidt (CDU).
Eine Anfrage zur generellen Parksituation am Erfurter Ring hat dafür die städtische Wohnbaugesellschaft GAG beantwortet. Die CDU-Ortsbeiratsfraktion erkundigt sich, ob alle Mieter im Erfurter Ring 44-52 einen Stellplatz anmieten müssen, ob es unvermietete Parkplätze gebe. Die GAG stellt dazu klar, dass sie für die Gebäude mit den Hausnummern 71-97 zuständig ist und auch keine Tiefgaragenplätze vorhalte, sondern normale Parkplätze. Für die GAG-Wohnungen gelte aber, dass jeder Mieter einen Stellplatz anmieten muss. Zuletzt habe es 13 unbelegte Parkplätze gegeben, drei davon werden von den Technischen Werken Ludwigshafen genutzt, zwei werden für Handwerker freigehalten.
Haushaltsansatz
Für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung und die Umstellung auf LED sind in Ruchheim für die Jahre 2025 bis 2028 jeweils 5000 Euro vorgesehen. Das ergibt sich aus dem Haushaltsansatz für den Stadtteil. Konventionelle Leuchtmittel werden nach 2026/27 schrittweise von der EU aus dem Verkehr gezogen. Der Austausch, so die Verwaltung, sei aber hochwirtschaftlich und rechne sich bereits nach wenigen Jahren.
Ein größerer Brocken wird das Straßenausbauprogramm in Ruchheim werden. 130.000 Euro sind für das kommende Jahr, 100.000 Euro für 2026 angesetzt. Die Ausgaben seien zunächst unabweisbar, um Verkehrssicherheit und Schäden an der Kanalisation zu vermeiden. Die Beträge müssten aber nicht immer ausgeschöpft werden.