Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Frauen-Trendsport Poledance: Neues Studio eröffnet in der Gartenstadt

Weltmeisterinnen im Poledance: Amelia Lang und (nicht zu sehen) Kayla Lee Burch aus Baumholder.
Weltmeisterinnen im Poledance: Amelia Lang und (nicht zu sehen) Kayla Lee Burch aus Baumholder.

Es ist Tanz, Akrobatik und Schweben, und es ist bald auch in Ludwigshafen zu Hause. Am 2. Juli eröffnet in der Gartenstadt das erste Studio für die Trendsportart Poledance. Es ist das vierte der Kette „Pole and Move“. Bis dahin haben Inhaberin Miriam Saroos und ihre Mitstreiterinnen aber noch jede Menge Arbeit vor sich.

„Es ist eine Sportart für selbstbewusste Frauen“, stellt Miriam Saroos gleich zu Beginn des Gesprächs mit der RHEINPFALZ klar. Mit Schmuddelecke und Schweinkram habe der Tanz an der Stange schließlich nichts zu tun, auch wenn dabei eine Menge nackter Haut eine Rolle spielt. „Ohne die wäre unsere Sportart aber kaum durchführbar.“

Immerhin sorgt der Hautkontakt an der Stange für die nötige Reibung, die neben reichlich Krafteinsatz das Abrutschen verhindert und so zumindest beim Zuschauer das Gefühl der Schwerelosigkeit erzeugt. Und das nach den Studios in Mannheim, Ketsch und Heidelberg bald auch in Ludwigshafen. „Wir haben schon jetzt viele Teilnehmerinnen aus Ludwigshafen und der Vorderpfalz und haben uns deshalb schon länger nach einem passenden Standort umgeschaut.“ Über eine Internetseite sei man schließlich in der Raschigstraße in Gartenstadt fündig geworden, auch wenn das Wohngebiet nicht ganz so zentral liegt, wie es sich die Studiogründerin gewünscht hätte. „Aber sonst hat der Markt in Ludwigshafen eben nichts hergegeben.“

Miriam Saroos
Miriam Saroos

Blaue Flecken gehören dazu

Immerhin haben die Sportlerinnen gewisse Anforderungen an ihre Umgebung: „Wir brauchen stabile Decken mit mindestens drei Metern Deckenhöhe“, zählt sie auf. Und eine Menge Platz, etwa zwei Meter Umkreis je Stange, gehört ebenfalls dazu. Immerhin spreizen sich die Sportlerinnen beinahe ihre gesamte Körperlänge von der Stange ab, müssen Kollisionen vermieden werden. Blaue Flecken gibt es schon durch den Stangenkontakt schließlich genug. Das ehemalige Sportstudio in der Raschigstraße erfülle alle Voraussetzungen. Und nicht nur das: „Mit elf Stangen, zehn für die Teilnehmerinnen und eine für die Trainerin, wird das sogar unser größter Übungsraum“, so Saroos.

Genau genommen sind es sogar zwei Übungsräume, wobei nur einer die nötige Deckenhöhe für den Stangentanz bietet. „Im anderen Raum wollen wir Aerial Hammock und Aerial Hoop anbieten.“ Das sind Übungsformen mit einem von der Decke hängenden Reifen („Hoop“) beziehungsweise Tüchern („Hammock“), die ebenfalls zur großen Bandbreite der Trendsportart gehören.

Mit 35 Jahren selbstständig gemacht

Wobei der Trend schon lange anhält: „Ich habe mein erstes Studio vor genau zehn Jahren eröffnet“, erklärt Saroos, die nicht nur seit 1998 unterschiedliche Kurse wie Aerobic, Step, Fitness-Boxing, Wirbelsäulengymnastik und Langhanteltraining in Fitnessstudios und Vereinen unterrichtet hat, sondern sich an der Universität Heidelberg auch zur Diplom-Betriebswirtin mit dem Schwerpunkt Sportmanagement ausbilden ließ. „Danach habe ich neun Jahre lang in der IT bei Unternehmen wie Aerobus oder auch der BASF gearbeitet.“ Das habe aber irgendwann keinen Spaß mehr gemacht. „Deshalb wollte ich zunächst ein Jahr Pause einlegen.“ Daraus wurde nichts. „Eine Freundin hat mich zum Poledance mitgenommen, und wir haben beschlossen, unser eigenes Studio zu eröffnen.“ Mit 35 Jahren wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Und eröffnet nun ihr viertes Standbein.

Noch ist die Halle leer. Aber in wenigen Wochen soll hier hart trainiert werden.
Noch ist die Halle leer. Aber in wenigen Wochen soll hier hart trainiert werden.

„Ludwigshafen ist ein Wagnis“, bekennt sie dabei, denn ein so großes Studio müsse schließlich mit Leben gefüllt werden. Nicht nur mit Dauermitgliedern, sondern auch mit Teilnehmerinnen, die nur einzelne Kurse buchen oder Einzelkarten haben. Das Potenzial sei aber auf alle Fälle vorhanden, denn wer es einmal mit Poledance versucht habe, bleibe auf alle Fälle hängen. „Es ist ein Training für den ganzen Körper. Die Sportart wird zum Großteil von selbstbewussten jungen Frauen betrieben, die sich weiblich fühlen wollen. Es macht Spaß, und es stärkt das Selbstwertgefühl“, beschreibt sie ihren Sport, der Anfang des Jahrtausends aus den USA und Japan in die europäischen Fitnessstudios geschwappt ist.

Die Stangen fehlen noch

Und damit auch Sportlerinnen aus Ludwigshafen und der Vorderpfalz in diesen Genuss kommen, arbeiten Saroos und ihr Team seit Anfang Mai in dem ehemaligen Kampfsportstudio, haben Wände eingezogen, gestrichen und Böden verlegt. Nur die Stangen, die dem Poledance eigentlich ihren Namen geben, konnten noch nicht montiert werden. „Die sitzen aktuell noch in der Tschechei fest. Ich hoffe, die kommen rechtzeitig hier an.“

Am Sonntag, 2. Juli, ist schließlich mit einem großen Sommerfest die Eröffnung von „Pole and Move“ in Ludwigshafen, Raschigstraße 100, geplant.

x