Handball
Eulen Ludwigshafen: Einige Verletzte und die Freude auf freie Tage
Keine Freude nach Spielende – stattdessen wirken die Eulen-Akteure vielmehr etwas nachdenklich. Nach der vermeidbaren Niederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen kommt der Zweitligist zu Hause gegen den VfL Lübeck-Schwartau nicht über ein 23:23 (9:10)-Remis hinaus. Das Positive: Trotz des Rückstandes ab der 29. Minute geben sich die Eulen zu keiner Phase geschlagen. Sie rackern, kämpfen, aber sie wirken auch bei manchen Aktionen zu hektisch und undiszipliniert.
Nachdem Tim Schaller die Eulen erstmals beim 22:21 in Führung geschossen hatte (57.), lag der Sieg in der Luft. Kian Schwarzer traf in der letzten Sekunde beim Stand von 23:23 jedoch nur das Außennetz. „Wir haben wieder zu viele Chancen liegen lassen, deshalb müssen wir mit diesem Punkt zufrieden sein“, analysierte Alexander Falk. Das Eigengewächs, das gegen den VfL Lübeck-Schwartau seinen 27. Geburtstag feierte, erlebte keinen guten Tag. Gleich zwei klare Möglichkeiten konnte der angehende Pädagoge nicht verwerten. Da stand ihm Gästekeeper Paul Dreyer im Weg. Das wurmte ihn, da blieb am Ende die Freude über den Punktgewinn aus. Da rieb sich auch Michel Abt, sein Ex-Trainer, der mit seinen Kindern zum Besuch in der Eberthalle weilte, die Augen. Es wurden wieder zu viele Chancen nicht genutzt.
Pläne für freie Tage
„Wir wollten heute zwei Punkte, aber wir können mit dem bisherigen Saisonverlauf trotzdem zufrieden sein“, sagte Falk. Er ist ein Kind der TSG Friesenheim, schon beim Aufstieg in die Bundesliga in der Eberthalle stand er als Wischer in der Ecke und hat bis heute seinem Herzensverein die Treue gehalten. „Heute bin ich kaputt. Es reicht, ich bin nach diesen drei Spielen mit den zwei langen Auswärtsfahrten nur noch müde. Es wird nur noch was gegessen und getrunken, dann will ich ins Bett“, sagte Falk. Der Linkshänder freut sich trotz des Punktverlustes über viele Gratulanten in der Eberthalle. Darunter sind Lukas Schüssler und Dominik Hopp, jene Weggefährten, mit denen er nach der Partie und vor dem Gang zur Dusche lange zusammensteht. Schüssler und Hopp verbrachten die gesamte Jugend mit ihm bei der TSG Friesenheim. Sie sind bis heute Freunde geblieben. Eine nette Geste, die auch Falk schätzt. Erleichtert ist er, dass Trainer Johannes Wohlrab in den kommenden vier Tagen der Mannschaft freigegeben hat, um sich zu erholen und „den Kopf wieder freizubekommen“.
Diese Tage nutzt sein Kollege auf der rechten Seite, Sadok Ben Romdhane, um erstmals seit seinem Wechsel nach Ludwigshafen nach Hause zu fahren – nach Fribourg in die französischen Schweiz. „Ich war seit Juli nicht mehr bei meinen Eltern, jetzt freue ich mich auf die Heimkehr, um auch meinen Zwillingsbruder zu sehen“, erklärt Ben Romdhane. Der junge Eidgenosse erwies sich als Lichtblick im rechten Rückraum. Erst verkürzte der Linkshänder zum 20:21, dann sorgte er mit seinem sehenswerten Treffer aus der Drehung für den hart erkämpften und frenetisch umjubelten Ausgleich, nachdem seine Kollegen zuvor leichtfertig einige Bälle liegen gelassen hatten. „Es läuft von Woche zu Woche bei mir immer besser. Aber ich bin nicht zufrieden, ich will es noch besser machen“, sagte Ben Romdhane. Das Nachwuchstalent, das von der Swiss Academy der Kadetten Schaffhausen gekommen ist, will mehr. „Ich muss mir mehr Spielzeiten erarbeiten“, bringt er es auf den Punkt. Auch er wirkte nach dem Unentschieden nicht sonderlich glücklich. „Wir hätten auch gewinnen können“, sagte Ben Romdhane. „Die Deckung war sehr gut, Ziga (Urbic) hat uns mit seinen Paraden das Spiel gerettet, aber im Angriff müssen wir es besser machen.“ Jetzt heißt es erstmal in der Heimat abschalten. In wenigen Tagen könnte er sich wieder mit seinem Zwillingsbruder Mehdi wieder treffen. Genau in der SAP Arena Mannheim. Denn Mehdi steht im Aufgebot der Schweiz am kommenden Donnerstag (18.30 Uhr) in der Qualifikation der EHF Euro 2026 gegen Deutschland. „Ich werde nicht in die SAP-Arena gehen, wir haben sicherlich Training mit den Eulen. Und wenn nicht, dann schaue ich es mir im Fernseher an.“ Sein Fokus liegt bei den Eulen, und dort möchte er sich weiter etablieren.