Ludwigshafen Elvis rockt den Ludwigsplatz
Gute Miene bei Organisatorin Gerda Kempf. Nicht alleine die zahlreichen Gäste bei Kaiserwetter zum Abschluss, sondern alle vier letzten Donnerstage des Monats seit Mai seien hervorragend gelaufen. „Vor allem, weil wir seit zwei Jahren zu unserer kleinen Mittagspause keinen einzigen Regentag hatten.“ Gestern zog aber alleine schon Steven Pitman aus Trier die Besucher an. Nicht wenige waren extra für den besten Elvis-Imitator Europas auf den Ludwigsplatz gekommen. Zum Beispiel Herbert Krick aus Ruchheim. Der hatte nicht nur seinen Oldtimer-BMW dabei und war damit Teil der kleinen Automobil-Ausstellung, die Europa-Hotel-Chef Diethelm Benke praktisch vor seiner Haustür organisiert hatte. Krick erschien auch im stilechten Gewand des „King“ zu dessen besten Las-Vegas-Zeiten, inklusive Stirntolle, zugegebenermaßen als Gummi-Perücke. „Bei unserer Partyband, den Midnights, gebe ich seit Jahren die Elvis-Einlage, aber mit ihm kann ich nicht mithalten“, meinte der gut gelaunte Ruchheimer ehrfürchtig mit Blick zum Kollegen Pitman. „Er hat die bessere Stimme, ich mache dafür dann eben den ganzen Glitzerkram“, sagte er und lachte. Auch Oberbürgermeisterin Eva Lohse und Baudezernent Klaus Dillinger (beide CDU) verbrachte ihre Mittagspause im Schatten der Platanen auf dem Ludwigsplatz. „Elvis war zu meiner Tanzschulzeit zwar schon wieder Retro, aber getanzt haben wir dazu natürlich auch“, verriet die Rathauschefin. Doch die 59-Jährige freute sich nicht nur über die Musikauswahl, sondern vor allem über die Entwicklung, die der „Musikalische Mittag“ in zwölf Jahren genommen hat. „Hier passt einfach alles, der Treffpunkt wird auch von Mal zu Mal beliebter.“ Ihr Dank galt deshalb den Sponsoren, die dem Marketingverein die Veranstaltung am Brunnen auf dem Ludwigsplatz ermöglichen. Unterstützung gab es gestern von allen Seiten. Und mit allen Mitteln. Im schicken gepunkteten Petticoat tanzte sich eine Dame ins Herz von Besuchern und Elvis-Imitator. „Ich liebe Musik einfach über alles“, gestand die Dame aus Limburgerhof, die außer ihrem Vornamen („Ich heiße Cordu“) nichts von sich preisgeben wollte. Nur so viel: „Musik und Tanz machen mir Freude, ich freue mich, wenn ich damit auch andere erfreuen kann. Das ist mein Lebensstil.“ Gerda Kempf hatte aber auch „professionelle Tänzer“ organisiert. Die Boogie-Woogie-Formation der Tanzschule Schmitt-Seehaus aus Worms zeigte mit vier Paaren den stilechten Tanz der 50er Jahre. Und das schon im jugendlichen Alter. „Unser ältester Tänzer ist 25“, verriet Daniel Ruh, der die Formation zum Jailhouserock führte. „Bei Salsa sehen die Leute nur zu, aber hier klatschen und wippen sie mit“, verriet Ruhs Partnerin Martha Jeschonnek den Hauptunterschied der Tanzstile. Tatsächlich wippte fast jeder Fuß im Takt der bekannten Lieder von Elvis Aaron Presley, der am 16. August 1977 im Alter von 42 Jahren verstorben ist. Um die 1000 Lieder umfasste sein Repertoire. Nur ein Gast war als Rock’n’Roll-Purist weniger angetan. „Mir ist da zu wenig aus seiner Rock’n-Roll-Zeit und dafür zu viel Las Vegas dabei“, erklärte ein Mittsiebziger. Eine Ausnahme. „Den meisten Leuten hat es gefallen“, war sich Gerda Kempf sicher. Und der gemeinsame Chor zu „Can’t help falling in love“, der über den Ludwigsplatz schallte, gab ihr dabei Recht und machte zugleich Lust auf den Mai 2016, wenn der Marketingverein wieder am letzten Donnerstag des Monats zum „Musikalischen Mittag“ einlädt. Dann in seiner 13. Saison.