Ortsvorsteherwahl in Ruchheim RHEINPFALZ Plus Artikel Duell zwischen Schmidt und Hwasta

Eher ländlich geprägt: der Stadtteil Ruchheim.
Eher ländlich geprägt: der Stadtteil Ruchheim.

Dennis Schmidt, seit 2019 Ortsvorsteher in Ruchheim und junger Shootingstar der Ludwigshafener CDU, hat im jüngsten Ludwigshafener Stadtteil nur einen Gegenkandidaten: Die SPD schickt bei der Kommunalwahl am 9. Juni Michael Hwasta an den Start.

Der 30-jährige Dennis Schmidt, der vor fünf Jahren überraschend die damalige SPD-Landtagsabgeordnete Heike Scharffenberger in Ruchheim vom Thron gestoßen hatte, ist sehr beliebt in seinem rund 6000 Seelen zählenden Stadtteil und stellt sich am 9. Juni zur Wiederwahl. „Es war eine große Ehre, in den vergangenen Jahren als Ortsvorsteher tätig zu sein und gemeinsam mit den Ruchheimern an der Weiterentwicklung unseres Stadtteils zu arbeiten. Doch unser Weg ist noch nicht zu Ende – auch die nächsten Jahre möchte ich mich mit vollem Einsatz für unsere Gemeinschaft einsetzen“, kündigt Schmidt an.

Bei der Ortsvorsteherwahl kommt es zum Duell mit Michael Hwasta (SPD), der durchaus ähnliche Ideen verfolgt wie der Amtsinhaber. Der 53-Jährige verspricht: „Ich werde meine ganze Kraft dafür einsetzen, den Stadtteil weiterzuentwickeln und für die Menschen im Ort ansprechbar zu sein.“ Bürgernähe sei einer der wesentlichen Grundpfeiler sozialdemokratischer Politik, erklärt der Herausforderer.

Dennis Schmidt (CDU)
Dennis Schmidt (CDU)

Sein halbes Leben lang arbeitet Hwasta bereits als Veranstaltungsexperte für die Stadtmarketinggesellschaft Lukom. Geboren ist er allerdings nicht in Ludwigshafen, sondern in Gondelsheim bei Bruchsal. Sein leichter Dialekt verrät noch immer seine Herkunft. Als „Mann für die schnellen Einsätze“ machte sich Hwasta einen Namen bei der Lukom. „Ich habe versucht, Unmögliches möglich zu machen“, beschreibt er seine Rolle. Seit 2008 ist er einer von zwei Technischen Leitern in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle. Zudem engagiert sich Hwasta als Gewerkschafter, seit vielen Jahren ist er Betriebsratsvorsitzender der Lukom. Schon als 15-Jähriger war er als IG Metall-Mitglied während der Lehre Jugend- und Auszubildendenvertreter. Mittlerweile hat sich der 53-Jährige auch bei Verdi einen Namen gemacht.

Amtsinhaber Schmidt ist dagegen in Ruchheim aufgewachsen. Nach der Schule hatte er einst auf dem Karree zwischen Friedhof- und Paul-Münch-Straße Tischtennis gespielt und seine Freizeit verbracht. Heute herrscht dort versiegelte Tristesse, und damit will sich der 30-Jährige nicht abfinden. Wegen der Haushaltssituation der Stadt weiß der Christdemokrat jedoch, dass bei solchen Projekten vor allem Eigeninitiative gefragt ist.

Michael Hwasta
Michael Hwasta

Dass die Ruchheimer dazu fähig sind, zeigt etwa der neu gegründete Verein „Unser Herz für Ruchheim“. Zudem hat Schmidt schon bewiesen, dass er Menschen motivieren kann: Binnen zweier Wochen waren nach einem Spendenaufruf des Ortsvorstehers 5000 Euro für acht Winterlinden und vier Mandelbäumchen beisammen, die im Dorf ersatzweise für die klimabedingt verkümmerte Birken gesetzt wurden. Weil sich die Lieferung verzögerte, musste der Freiwilligentag kurzfristig verschoben werden. Die 30 Helferinnen und Helfer, Privatleute wie Vereinsmitglieder, griffen kurzerhand eine Woche später zu den Schaufeln.

Die Nachwuchshoffnung der Union geht nicht nur als Favorit in die Ruchheimer Ortsvorsteherwahl. Sein Name wird auch immer wieder genannt, wenn es um den Chefposten in der Verwaltung geht. 2025 wählen die Ludwigshafener wieder ihren Oberbürgermeister oder ihre Oberbürgermeisterin. Schmidt wäre grundsätzlich nicht abgeneigt, wie er am Jahresanfang zugab. „Das Amt wäre durchaus eine Herausforderung“, meinte er damals beim Stadtteilspaziergang mit der RHEINPFALZ. Um jedoch sofort hinterherzuschieben, dass er sich in Ruchheim heimisch und dem Ort zuvorderst verpflichtet fühle.

Ein großes Thema im Dorf ist eine dritte Kita. Denn spätestens nach der Belebung des weit fortgeschrittenen Doppel-Rohbaus der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GAG am Erfurter Ring werden zusätzliche Kitaplätze gebraucht. Darauf jedoch hat der Ortsvorsteher bei stadtweit mehr als 3100 fehlenden Kitaplätzen – auch wegen Erzieherinnenmangels – wenig Einfluss.

Hier ein Überblick zu den Ortsvorsteherwahlen.

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