Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Deponie Hoher Weg: Erweiterung beginnt im November 2025

Auf der neuen Deponie sollen die nicht wiederverwertbaren Reste von Ludwigshafener Bauprojekten gelagert werden.
Auf der neuen Deponie sollen die nicht wiederverwertbaren Reste von Ludwigshafener Bauprojekten gelagert werden.

Nach jahrelangem Warten auf den Planfeststellungsbescheid der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd des Landes sollen die Arbeiten zur Herstellung der Erweiterung der Deponie Hoher Weg in Rheingönheim beginnen. Nach Informationen im Werkausschuss gibt es verschiedene Vorarbeiten, bevor im November 2025 die Bagger anrücken.

Wie Holger Kusche, Leiter des Bereichs Entsorgungsbetrieb und Verkehrstechnik des Wirtschaftsbetriebs Ludwigshafen (WBL) sagt, sind bis zur Sitzung des Werkausschusses in der vergangenen Woche keine Widersprüche eingegangen. Die vorbereitenden Arbeiten für notwendige Rodungen und Fällungen im Bereich der Deponieerweiterung könnten damit beginnen, so Kusche.

Im kommenden Jahr stehen dann eine Reihe von Aufgaben auf dem Programm, wie eine Ausschussvorlage auflistet. Unter anderem geht es offenbar noch um Kaufverhandlungen mit drei Eigentümergesellschaften für letzte Grundstücke, die noch nicht im Besitz der Stadt sind. Falls es keine Einigung gebe, werde bei rechtskräftigem Planfeststellungsbeschluss ein Enteignungsverfahren beginnen, heißt es. Seine Dauer sei jedoch unklar.

Nach den vorgestellten Plänen könnten ab Februar 2025 notwendige Rodungen stattfinden. Ab März würde dann im gerodeten Bereich noch einmal nach Kampfmitteln aus dem Weltkrieg gesucht sowie Eidechsen eingesammelt und in Ersatzquartiere gebracht. Von Mai bis Juli 2025 käme in diesem Bereich das Einfangen der Laubfrösche und ihre Umsiedlung in Ersatzquartiere an die Reihe. Nächster Schritt wäre ab August 2025 das Freiräumen eines Bodenlagers im ersten Bauabschnitt sowie ab Oktober auch dort die Suche nach Kampfmitteln. „Den Baubeginn erwarten wir, wenn alles gut geht, im November 2025“, informiert Kusche.

Neue Deponiestraße auf dem Gelände

Wie er sagt, gehöre zu den begleitenden Maßnahmen auch der Bau einer neuen Deponiestraße von der alten zur neuen Deponiefläche. Um dabei vorhandene Wege für Fußgänger, Radfahrer und landwirtschaftlichen Verkehr nicht zu tangieren, ist der Bau eines sogenannten Überführungsbauwerks geplant.

Zu den vorbereitenden Arbeiten im November 2025 wird als Erstes der Bau einer geologischen Barriere gehören. Damit gemeint ist ein mindestens einen Meter dickes Abdichtungssystem mit einer Tonschicht am Boden der Deponiefläche, wie es heißt. Nach der Winterpause sollen die Arbeiten ab März 2026 mit der Ausführung der zukünftigen Basisabdichtung der Deponieerweiterung weitergehen. „Frühestens im Februar 2027 könnten wir die Deponie in Betrieb nehmen“, wagt Kusche eine Prognose.

Kritik an der langen Dauer des Verfahrens

Wie Ausschuss-Mitglied Hans-Peter Eibes (FDP) kritisch anmerkt, seien dann vom Beschluss im Werkausschuss im Jahr 2012 bis zur Inbetriebnahme 15 Jahre vergangen. Das sei zu lange und müsse schneller gehen. „Bis 2015 haben wir einen Standort gesucht. Ab 2016 war das Verfahren nicht mehr in unserer Hand“, verwies WBL-Chef Peter Nebel auf die Verantwortung der Landesbehörde.

In der ersten vom WBL beantragten Variante des Deponiegeländes 2016 hätte auch ein Auwäldchen für die Deponiefläche weichen müssen. Nachdem in der Öffentlichkeit Kritik am Verschwinden des Biotops des sogenannten Laubfroschwäldchens laut wurde, erstellte der WBL 2019 eine geänderte Planung, die nun den Verzicht auf das Areal des Auwäldchens im Osten und als Ausgleich dafür eine Erhöhung um zehn Meter auf 134 Höhenmeter für die Deponiefläche vorsieht.

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