Ludwigshafen
Das steckt hinter der Deponie-Erweiterung in Rheingönheim
Warum soll die Deponie erweitert werden?
Die Bauschuttdeponie „Hoher Weg I“ in Rheingönheim war seit 1981 in Betrieb. Sie befindet sich in der sogenannten Ablagerungsphase, wie die Stadt mitteilt. Heißt: Die Deponie ist voll. Aber es muss noch eine weitere Menge Bauschutt entsorgt werden. Maßgeblich ist dafür der Abriss des Rathaus-Centers sowie jener der Hochstraße Nord verantwortlich. Die gewaltigen Massen an nicht wiederverwendbarem Schutt bestehen vor allem aus zerkleinertem Beton.
Was landet auf der Deponie in Rheingönheim?
Der Wirtschaftsbetrieb der Stadt Ludwigshafen (WBL) will dort vorwiegend mineralische Abfälle wie Bauschutt und Erdaushub ablagern. Es geht dabei vor allem um die Reste von Rathaus-Center und Hochstraße, die in Rheingönheim landen sollen. Bauschutt besteht aus Beton, Backsteinen, Ziegeln, Klinkersteinen und Mörtelresten, aber auch Fliesen und Keramik.
Auch Asbest?
Die Stadt betont, dass keine höhere Asbest-Restbelastung nach Rheingönheim kommt. In den Brücken der Hochstraße seien asbesthaltige Abstandshalter „in der Größe eines kleinen Klebezettels“ verbaut, wie die Stadt mitteilt, pro Quadratmeter Brückenfläche ein bis vier Stück. Die Asbestbelastung des Schutts bleibe damit unter der von natürlichem Schotter, wie er in der Eifel gewonnen werde.
Um wie viel Bauschutt geht es überhaupt?
Wenn die Halde voll ist, dann soll sie auch nach oben mit Folien abgedichtet und begrünt werden. Der Hügel soll rund 124 Meter hoch werden, das entspricht fast dem Michaelsberg im Maudacher Bruch. Rund 2,5 Millionen Kubikmeter sollen in der Deponie „Hoher Weg II“ gelagert werden, das entspricht knapp dem Volumen der Cheops-Pyramide.
Wie teuer wird das Projekt?
Der WBL rechnet mit Kosten von rund 40 Millionen Euro und hat bereits 3,6 Millionen Euro Rückstellungen fürs erste Halbjahr des kommenden Jahres gemacht. Die Deponie ist bereits jetzt erheblicher Kostenfaktor im Geschäftsbericht des WBL: Die Rückstellungen umfassen Kosten, die für Rekultivierung, Überwachung und Nachsorge der Deponie-Erweiterung anfallen werden.
Wer trägt die Kosten?
Der WBL ist Kostenträger und Bauherr der Deponie. Die Kosten für das Projekt sollen sich langfristig über die Entsorgungsgebühren der Deponie refinanzieren.
Wie wird die Deponie angelegt?
Die Deponie „Hoher Weg II“ soll auf einer Fläche von 560 mal 330 Metern nördlich in Richtung der abgedichteten Rotschlammhalde und östlich begrenzt vom Rheinhauptdamm entstehen. Auf dem Areal soll der Boden bis in eine Tiefe von einem Meter abgetragen werden. Dann wird eine Tonschicht aufgetragen, um zu verhindern, dass aus der Deponie Sickerwasser in den Untergrund und das Grundwasser dringen kann. Über dieser Tonschicht werden dann Kunststoffbahnen aufgetragen. Oberhalb dieser Abdichtung wird künftig der Bauschutt gelagert. Das Sickerwasser wird in Wassertanks gesammelt und zur BASF-Kläranlage gebracht. Die bestehende Zufahrt zur Deponie soll weiter genutzt werden.
Wann geht es los?
Im Jahr 2016 ging die Verwaltung noch davon aus, dass die Deponie Anfang 2020 in Betrieb genommen werden kann. Mit einer Genehmigung durch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) hatten die Planer ursprünglich bis Ende 2017 gerechnet. Tatsächlich ist die Genehmigung erst in diesem Spätjahr erfolgt. Bis mindestens 2040 soll die Deponie genutzt werden.
Sind alle damit einverstanden?
Sechs Einwendungen gegen den Bau der Deponie hatte die SGD zu prüfen und hat auch Änderungen verfügt. Unter anderem hatten sich Anwohner formiert, die beklagten, dass ein angrenzendes Auwäldchen der Deponie zum Opfer falle. Die SGD hat das Auwäldchen aus der Planung herausgenommen. Stattdessen wurde die Fläche verkleinert und die Deponie erhöht. Ansonsten hat die SGD festgehalten, dass von der Deponie-Erweiterung keine Gefahr für Gesundheit, Gewässer oder Böden ausgeht. Es sei auch nicht von schädlichen Umwelteinwirkungen durch Staub und Lärm auszugehen.
