Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Wochenrückblick: Sinkende Zahlen, weniger Einigkeit

Nach einem Corona-Ausbruch seit Mittwoch wieder geöffnet: Stadtklinik Frankenthal.
Nach einem Corona-Ausbruch seit Mittwoch wieder geöffnet: Stadtklinik Frankenthal.

Die Anzahl der Corona-Neuinfektionen sinkt in der Vorderpfalz. Doch die Inzidenzwerte (neue Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner) liegen in Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal noch deutlich über der Marke von 50 Neuinfektionen, ab der eine Kommune als Risikogebiet gilt.

Vor allem in Frankenthal waren diese Woche die Fallzahlen in der Region am höchsten. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) verwies auf einen Inzidenzwert von 137,4 (Stand Mittwoch) und kündigte an, bis mindestens 14. Februar an der im Dezember verhängten nächtlichen Ausgangssperre festzuhalten. Hebich warnte mit Bezug auf mögliche Kritik an den Einschränkungen davor, die hohen Zahlen als „normal“ zu betrachten. Die Infektionsfälle ließen sich nicht mehr nur auf Einrichtungen wie Pflegeheime zurückführen. „Es sind alle Schichten und Altersgruppen vertreten“, sagte der OB. Betroffen von einem Corona-Ausbruch war auch die Frankenthaler Stadtklinik, wo es unter Mitarbeitern und Patienten 48 Infektionen gab. Die Klinik hatte vorübergehend keine Patienten mehr aufgenommen. Am Mittwoch wurden alle Abteilungen wieder geöffnet, ab Montag sollen auch wieder planbare Eingriffe vorgenommen werden. Die mehr als 700 Klinik-Beschäftigten werden nun wöchentlich zweimal getestet.

Die Lage in den Krankenhäusern ist neben dem Inzidenzwert derzeit für alle Kommunen ausschlaggebend bei der Beurteilung der Lage. Zwar ist der Inzidenzwert in Ludwigshafen unter die 100er-Marke gesunken (Freitag 95,2), doch OB Jutta Steinruck (SPD) sieht darin keinen Grund für Entwarnung. In den Kliniken und Altenheimen der Stadt gebe es „große Engpässe“.

Auch Steinruck will daher an der Ausgangssperre sowie weiteren Einschränkungen festhalten, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Die seit Montag geltende Pflicht für medizinische und FFP2-Masken beim Einkaufen und in Bussen und Bahnen hat im Ludwigshafener Stadtrat für heftige Debatten gesorgt. Denn einige Fraktionen forderten, dass die Stadt an die rund 21.000 Sozialleistungsempfänger kostenlos FFP2-Masken ausgeben sollte. Steinruck lehnte dies aus finanziellen Gründen ab und verwies auf die Zuständigkeit von Bund und Land für diese Menschen. Mainz hat jetzt Hilfe signalisiert.

Nicht ohne Konflikte verlief am Mittwoch die „Elefantenrunde“ zwischen Ludwigshafen, Frankenthal, Speyer und dem Rhein-Pfalz-Kreis. Diesmal ging es darum, in der Vorderpfalz weiter einen einheitlichen Kurs zu fahren. Landrat Clemens Körner (CDU) bekräftigte danach: „Lockerungen wären jetzt das falsche Signal für einen Ballungsraum, der mehr als zehn Prozent der Bevölkerung von Rheinland-Pfalz stellt.“ Vollbelegte Intensivstationen, begrenzte Impfstoffmenge und die Gefahr von Virusmutationen – alles spreche dafür, an der gemeinsamen Strategie festzuhalten.

Die Speyerer OB Stefanie Seiler (SPD) will jedoch ausscheren und in ihrer Stadt ab Montag die nächtliche Ausgangssperre aufheben. Sie begründete die Entscheidung mit dem Inzidenzwert, der seit Mitte Januar unter 100 liegt. Am Freitag betrug er 79,1. Die in den vergangenen Wochen vielbeschworene Einigkeit im Kampf gegen das Virus ist damit vorbei.

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