Fragen und Antworten
Kann ich eine FFP2-Maske mehrfach tragen?
Warum hat die Politik überhaupt die Spielregeln bei den Masken geändert?
Sebastian Kevekordes sagt, dass er die neuen Regeln durchaus verstehen kann. Denn er habe selbst immer wieder Bürger beobachtet, die mit ihrer Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff nicht sehr sorgfältig umgegangen sind. Mal werde der Mund damit nicht bedeckt. „Andere ziehen sich einen Stofflappen kurz vorm Betreten eines Geschäfts aus der Hosentasche.“ All das sei aber nicht sinnvoll mit Blick auf den Infektionsschutz. Generell gelte: „Wird ein Mund-Nasen-Schutz aus Baumwolle gut gepflegt, regelmäßig gewechselt und gewaschen, bietet er einen ordentlichen Schutz vor Viren und Infektionen. Aber die Umsetzung war bei vielen nicht gut“, so Kevekordes. Für ihn gilt auch bei Stoffmasken die Regel: nur einen Tag lang tragen und dann waschen.
Was ist bei FFP2- oder OP-Masken nun besser?
Für Kevekordes zählt hier vor allem der Ansatz, dass die Bürger stärker sensibilisiert werden sollen: Bei Masken handele es sich generell um ein Produkt, das man maximal einen Tag lang tragen soll. Dann müsse man es entweder waschen oder entsorgen. Das Ziel sei also, eine höhere Wirksamkeit bei den Masken zu erreichen. Dazu zählt der Krankenhaus-Experte neben der Dauer des Tragens auch das Wie des Tragens: „Mund und Nase müssen beide gut bedeckt sein, nur dann funktioniert der Schutz.“ Hier hätten FFP2-Masken einen klaren Vorteil. „Die sitzen durch ihre Schalenform richtig gut und hängen auch gut an der Nase“, sagt Kevekordes. Ähnliches gelte für OP-Masken: Diese verfügten oben über einen Bügel, den man an Nase und Gesicht andrücken könne, sodass die Maske gut sitzt. Beide Maskentypen seien zudem so groß, dass sie Mund und Nase gut abdecken. Kevekordes betont: „Wenn die Masken vernünftig im Gesicht angebracht sind, ist der Schutz von OP- und FFP2-Maske nahezu identisch. Das haben klinische Studien gezeigt.“
Kann ich FFP2- oder OP-Maske wirklich nur einmal tragen?
Die neue Maskenpflicht hat auch im Ludwigshafener Stadtrat eine Debatte ausgelöst, ob sich ärmere Menschen diese Produkte überhaupt leisten können. Kevekordes weiß auch, dass FFP2-Masken verhältnismäßig teuer sind. Er verweist daher auf aktuelle Studien von Uni und Fachhochschule Münster. Anhand dieser Ergebnisse könnten sich die Bürger gut orientieren, wie sie speziell mit den teuren FFP2-Masken umgehen können, ohne dass der Virusschutz zu teuer ist. Für OP-Masken gilt für Kevekordes hingegen generell die Regel: „Bitte nur einen Tag tragen und dann entsorgen, die Masken sind ja günstig.“ Zumal es noch keine wissenschaftliche Studien für Mehrfachnutzungen gebe. Bei FFP2-Masken gibt es dagegen zwei Möglichkeiten für eine Mehrfachnutzung. Variante 1: Man schafft sich sieben solcher Masken an und bastelt sich daheim eine Möglichkeit, um die Masken aufhängen zu können. „Man trägt dann eine Maske am Montag und hängt sie abends auf. Am Montag drauf kann man die Maske wieder anziehen. Und so verfährt man mit jeder Maske für einen Wochentag“, sagt Kevekordes. Der Vorteil: In den sieben Tagen am Haken werden mögliche Viren, die in der Maske hängen, „inaktiviert“. Mit dieser Methode könne man jede Maske fünfmal tragen, komme mit einem Siebener-Set also auf eine Nutzungszeit von fünf Wochen, so Kevekordes. „Mit dem Verfahren ist man auf der sicheren Seite.“ Wichtig sei, dass die Masken in den sieben Tage „Ruhezeit“ gut austrocknen. „Das geht bei Raumluft“, so Kevekordes. Variante 2: „Wer seine FFP2-Masken schneller wieder nutzen möchte, kann sie für über 60 Minuten bei 80 Grad in den Backofen legen. Auch dabei werden alle relevanten Viren inaktiviert.“ Ganz wichtig dabei, so Kevekordes: Den Ofen nicht heißer einstellen. Denn dann werde das Gewebe der Maske beschädigt. „Damit wäre der Schutzfaktor kaputt.“ Und klar sei auch: Sei die Maske trotz aller Vorsicht schon stark beansprucht, weil man etwa mehrfach niesen musste oder sie verschmutzt ist, dann sollte man sie aussortieren.
Welche Regeln sollte man immer beim Umgang mit Masken befolgen?
Kevekordes rät dazu, auf einen guten Sitz und eine gute Abdeckung der Maske zu achten. „Das ist das A und O.“ Das Klinikum kaufe FFP2-Masken von acht Herstellern. Und je nach Größe und Kopfform bevorzugten die Mitarbeiter das Produkt eines Herstellers. Daher sollten die Bürger auch ausprobieren und sich für die Maske entscheiden, die am besten sitzt. Kevekordes appelliert eindringlich an die Bürger, beim Thema Masken diszipliniert zu sein: „Es ist der einzige Schutz außer der Impfung vor einer Ansteckung und wirklich effizient. Und egal welche Maske man hat: Wenn man sie zu lange trägt und sie nass wird, ist der Schutzfaktor dahin.“ Daher sei ein sorgsamer Umgang mit den Masken so wichtig. Und obendrein soll jeder weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln (Nies- und Hustetikette sowie Händewaschen) einhalten.
