Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Container für Kita und Förderschule in Rheingönheim: Was aus den Flächen wird

Die Container des katholischen Kindergartens St. Joseph sind schon bezogen.
Die Container des katholischen Kindergartens St. Joseph sind schon bezogen.

Mit den Ausweichquartieren für den Kindergarten St. Joseph und die Georgensschule und deren mögliche Nachnutzung hat sich der Ortsbeirat Rheingönheim beschäftigt.

Sowohl der Rheingönheimer Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) als auch die SPD-Ortsbeiratsfraktion hatten in ihren Anfragen an die Stadtverwaltung Auskunft darüber verlangt, was mit den Flächen am Rande des Neubaugebiets „Neubruch“ passiert, wenn die dort platzierten Container, sogenannte Raummodule, nicht mehr als provisorische Räume für die Kindertagesstätte St. Joseph und die Georgensschule benötigt werden. Der Aufbau von insgesamt 329 Containern für die Georgensschule unweit der Stadtbahn-Endschleife in Rheingönheim ist in vollem Gange. Nach den Sommerferien soll darin der Schulbetrieb starten.

Ob es – wie in der RHEINPFALZ berichtet – richtig sei, dass das Ausweichquartier der Förderschule nach dem Neubau der Schule auf dem Otto-Thiele-Platz in der Gartenstadt wieder abgebaut werde, wollte der Ortsvorsteher wissen. Und wenn nicht, welche Pläne es für das Gelände gebe. Die gleiche Frage stellte Wißmann für das nur gut 100 Meter von der aktuellen Schulbaustelle entfernt liegende Areal im Neubaugebiet entlang der Käthe-Kollwitz-Straße, auf dem sich schon vor einigen Jahren ein aus Raummodulen bestehender provisorischer Kindergarten als Ausweichquartier befunden hatte.

Nachdem die alten Container marode waren und entfernt werden mussten, sind hier inzwischen wieder komplett neue Raummodule für einen provisorischen Kindergarten aufgebaut worden, der auch über ein umzäuntes Außengelände verfügt. Seit April ist hier der katholische Kindergarten St. Joseph aus Rheingönheim eingezogen, dessen altes Gebäude an der Kirche dringend saniert werden muss.

Wie die SPD in ihrer Anfrage anmerkte, seien beide mit Containern erstellte Projekte aufwendig und kostspielig. Für das Schulprovisorium werden Kosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro genannt. Notwendig seien deshalb Planungen für mögliche Anschlussnutzungen, in die der SPD zufolge auch der Ortsbeirat einbezogen werden sollte. „In ein paar Jahren wird der Altbau der Mozartschule renovierungsbedürftig sein, da wäre es gut, ein solches Ausweichquartier zu haben“, befand SPD-Ortsbeirat Thomas Engeroff.

Fläche soll für Kita-Standort reserviert bleiben

Er habe von Anwohnern gehört, die Fläche des provisorischen Kindergartens sei im Bebauungsplan eigentlich als Grünfläche ausgewiesen, fragte der Ortsvorsteher nach. Wie der Fachbereich Stadtplanung in seiner schriftlichen Antwort mitteilt, ist die Fläche im Bebauungsplan als Baufläche ausgewiesen und soll für einen möglichen Kita-Standort reserviert bleiben. Für die Fläche des Schulprovisoriums sei zwar keine endgültige Bebauung geplant. Diese solle jedoch „perspektivisch möglich bleiben“. Auch eine öffentliche Nutzung sei „temporär“ denkbar.

„Dann bekommen wir ja doch noch unseren Kerweplatz“, kommentierte Wißmann diese Aussage der Verwaltung. Die Stadt geht davon aus, dass die Georgensschule ihr Provisorium vier Jahre lang nutzen wird. Die Mitglieder des Ortsbeirats rechnen hingegen damit, dass die Container länger benötigt werden. Deshalb wird die Stadtverwaltung zu einer längerfristigen Planung aufgefordert, in die der Ortsbeirat besser als bisher einbezogen werden soll.

In ihrer Anfrage hatte die SPD Rheingönheim besonders das Thema Energieversorgung der beiden Containerprojekte angesprochen. Nachdem die Heizung und Kühlung der Räume rein elektrisch über Klimaanlagen erfolgen soll, hatten die Sozialdemokraten die Installation von Fotovoltaikanlagen auf den Dächern und Stromspeichern gefordert. Dies sei nicht möglich, weil diese Option bei den Modulen „nicht im Standard des Vermieters“ vorgesehen sei, lautete die Antwort der Stadt. Zudem sei eine Amortisation der Solarmodule in vier Jahren nicht zu erwarten. Man habe sich für ein Mietmodell entschieden, weil dies nach eigenen Erkenntnissen unterhalb von fünf Jahren wirtschaftlicher sei als ein Kauf der Container, teilte der Bereich Gebäudewirtschaft auf Nachfrage mit.

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