Ludwigshafen
BSW: Friedenspark braucht ein würdiges Entrée – Skulptur am Westzugang soll Anlage aufwerten
Der 6,8 Hektar große Friedenspark ist aktuell in aller Munde – soll er doch zentraler Bestandteil der „City West“, deren grünes Herz und schrittweise über die Jahre flächenmäßig mehr als verdoppelt werden. Spätestens dann, wenn sich das neue Stadtquartier entlang der Helmut-Kohl-Allee in 20 Jahren auf jenen 39 Hektar zwischen Hauptbahnhof und Rhein ausgedehnt hat, die für diesen bundesweit einmaligen Prozess bereitstehen.
Am 22. September soll der Stadtrat die Rahmenplanung beschließen. Das aus einem Werkstattverfahren hervorgegangene Siegerkonzept des Büros Adept (Hamburg/Kopenhagen) soll bis Herbst 2026 einen „Masterplan“ für das 55 Fußballplätze große Areal konzipieren. Arbeitstitel: „Verbundene Stadtlandschaft“.
„Ungenutzter Raum ohne Aussage“
Während die Ausgestaltung der „City West“ mit Wohnraum, Büros, Gastronomie, Einzelhandel, Freizeitgestaltung und moderner Mobilität noch Zukunftsmusik ist, hat das BSW ein konkretes und aktuelles Anliegen in Sachen Friedenspark, der weit mehr als nur eine Grünfläche sei: „Er ist eine unserer grünen Lebensadern, die die westlichen und nördlichen Stadtteile Ludwigshafens mit der Innenstadt verbinden. Tag für Tag nutzen ihn unzählige Menschen als Durchgang auf dem Weg zur Arbeit oder zu Freunden, als Treffpunkt, als Ort der Erholung“, sagt David Schwarzendahl, BSW-Regionalbeauftragter in der Vorderpfalz. In Zeiten zunehmender Urbanisierung von Ludwigshafen verbinde der Park die Menschen.
Doch während am östlichen Eingang mit dem bereits 1985 errichteten Stadtteilbrunnen ein einladender Ort des Verweilens bestehe, präsentiere sich der westliche Zugang bislang als trostlose Schotterfläche. „Ein ungenutzter Raum ohne Aussage, ohne Identität“, so Schwarzendahl.
Gerade in Zeiten, in denen Kriege und Krisen die Welt erschütterten, dürfe Ludwigshafen sich nicht mit solch einer Leerstelle abfinden. Der Name Friedenspark sei Verpflichtung und Chance zugleich. „Hier muss sichtbar werden, wofür unsere Stadt steht. Wie schon Willy Brandt sagte: ,Der Frieden ist nicht alles, aber alles ist ohne den Frieden nichts’“, zitiert der BSW-Politiker den legendären Altkanzler der SPD.
„Als Botschaft begreifen“
Die vierköpfige BSW-Fraktion im Stadtrat fordert deshalb: „Am westlichen Eingang des Friedensparks soll eine Skulptur oder künstlerische Installation entstehen, die den Gedanken des Friedens kraftvoll in die Stadt trägt. Ein Werk, das nicht nur verschönert, sondern Haltung zeigt. Ein Zeichen, das Passanten jeden Tag daran erinnert, wie wertvoll Frieden ist. In Ludwigshafen, in Deutschland, weltweit.“ Der BSW-Wunsch wäre ein Wettbewerb unter ausgezeichneten lokalen Künstlern, der ein starkes Heimatbewusstsein in den Mittelpunkt rücke. Auch bei klammen kommunalen Haushaltskassen müssten solche Projekte möglich sein.
„Wir wollen nicht länger zusehen, wie der zentrale Eingang zu einem der wichtigsten Parks unserer Stadt ungenutzt bleibt. Der Friedenspark verdient ein würdiges Entrée. Die Menschen in Ludwigshafen verdienen ein starkes Friedenssymbol“, sagt Silas Walz, stellvertretender Fraktionschef im Stadtrat und Mitglied im Bundesjugendvorstand des JSW, das Jugendbündnis im BSW. „Jetzt ist die Zeit, den Friedenspark nicht nur als Durchgang, sondern als Botschaft zu begreifen. Ludwigshafen braucht dieses Zeichen“, bilanziert Walz.