Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Blettners Sieg bei OB-Wahl in Ludwighafen „ein Riesenerfolg“ für CDU

Große Freude: CDU-Fraktionschef Peter Uebel gratuliert Wahlsieger Blettner.
Große Freude: CDU-Fraktionschef Peter Uebel gratuliert Wahlsieger Blettner.

Jubel bei der CDU, niedergeschlagene Mienen bei der SPD: Nach achtjähriger Pause wird die Union wieder das Stadtoberhaupt stellen. Stimmen vom Wahlabend in Ludwigshafen.

Jubel bei der CDU: Nach achtjähriger Pause wird die Union wieder das Stadtoberhaupt stellen. „Es ist ein herausragender Tag für die CDU Ludwigshafen. Wir sind sehr glücklich mit diesem Wahlsieg“, sagte Torbjörn Kartes. Der CDU-Parteichef meldete sich aus dem Urlaub zu Wort. Klaus Blettner habe diesen Wahlerfolg durch seinen starken persönlichen Einsatz verdient. Die CDU sei auch sehr dankbar für die Zusammenarbeit mit der FWG im Wahlkampf, die Blettner ebenfalls als OB-Kandidaten nominiert hatte. „Es ist uns gelungen, einen Kandidaten aufzustellen, der die bürgerliche Mitte unserer Stadt repräsentiert. Das war mit Sicherheit der Schlüssel zum Erfolg“, meinte Kartes.

Lob von Lohse

Auch die frühere Oberbürgermeisterin Eva Lohse (69, CDU) meldete sich von einem USA-Trip, um ihrem Nachfolger Blettner zu gratulieren. „Dieses eindeutige Ergebnis ist auf seinen überzeugenden Wahlkampf, seine Glaubwürdigkeit und seine den Menschen zugewandte Persönlichkeit zurückzuführen. Ich freue mich sehr, dass es nach acht Jahren wieder einen Politikwechsel in Ludwigshafen gibt“, meinte Lohse. Mit dem Slogan „Ludwigshafen wieder stark machen“ habe Blettner den richtigen Ton getroffen. Die Mehrzahl der Wähler wünsche sich genau dies.

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Vor Ort im Hackmuseum war CDU-Fraktionschef Peter Uebel einer der ersten Gratulanten. „Wir stellen wieder den OB. Das ist ein Riesenerfolg und das Ergebnis eines Wahlkampfs mit einem tollen Team“, sagte Uebel. Die ganze CDU sei sehr motiviert gewesen, Klaus Blettner zum Sieg zu tragen. Es sei nach dem Sieg von Eva Lohse der zweite Wahlerfolg der Union in der einst SPD-geprägten Stadt. Blettner habe ein überzeugendes, fundiertes Wahlprogramm gehabt. Es liege nun an allen demokratischen Fraktionen im Stadtrat, gemeinsam mit dem neuen OB eine überzeugende Politik zu machen, die Menschen anspricht und so auch die Demokratie gegen Rechtsextremismus verteidigt. Das habe den OB-Wahlkampf überschattet und werde auch den anstehenden Landtagswahlkampf prägen, meinte Uebel. Das CDU-Team traf sich nach der Auszählung zur Siegesfeier im „Freischwimmer“, also dem ehemaligen Hallenbad Nord, das zum Veranstaltungsort geworden ist.

FWG fühlt sich als Königsmacher

Auch die FWG feierte den Wahlsieger Blettner. „Ich fühle mich ein wenig als Königsmacher. Wir haben bei der letzten Wahl Jutta Steinruck unterstützt und diesmal Klaus Blettner, damit haben wir aufs richtige Pferd gesetzt“, sagte Fraktionschef Rainer Metz. Die FWG habe ihre Unterstützung an Forderungen geknüpft, die der neue OB nun umsetzen werde. Blettner könne wegen der Finanzkrise bei der Landesregierung in Mainz stärker auftreten als ein SPD-OB.

Für die SPD war es ein bitterer Abend, wie der Ludwigshafener Noch-Parteichef David Guthier einräumte. „Es ist uns bei der Stichwahl überhaupt nicht gelungen, unsere Wähler zu mobilisieren. Die Gründe dafür werden wir uns in den nächsten Tagen und Wochen genau ansehen und unsere Rückschlüsse daraus ziehen.“ Die Partei werde sich ohnehin neu aufstellen müssen, sagte der designierte Ludwigshafener Sozialdezernent. SPD-Kandidat Jens Peter Gotter habe vollen Einsatz gezeigt. Welche Rolle er künftig in der Partei spielt, werde sich zeigen. Die SPD habe bundesweit mit Gegenwind zu kämpfen, das habe auch die OB-Wahl beeinflusst. Die Partei werde konstruktiv mit dem neuen CDU-OB zusammenarbeiten.

Wahlempfehlung half nicht

SPD-Fraktionsvorsitzende Julia May sah ebenfalls die mangelnde Mobilisierung als Ursache für die Niederlage. Die Wahlempfehlungen für Gotter durch die Grünen und Volt hätten nicht ausgereicht, um das auszugleichen. „Wir dürfen uns nicht runterziehen lassen, die nächste Wahl steht bald an“, sagte May.

Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär, Gregory Scholz, wertete die Wahlniederlage nicht als Vorzeichen für die Landtagswahl im März: „Das ist eine lokale Wahl. Wir sind natürlich enttäuscht.“ Ludwigshafen habe immer noch eine starke Basis für die Sozialdemokratie. Die Nominierung des SPD-OB-Kandidaten sei spät erfolgt, ansonsten hätte Gotter vielleicht eine bessere Ausgangsposition gehabt

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