Ludwigshafen
Besucheransturm beim Sporteln im Wasser
Schon eine Stunde nach der Eröffnung strahlte Manuela Leising. „Wir liegen absolut auf Vor-Corona-Niveau“, sagte sie mit Blick auf den Besucheransturm. „Die ersten Familien standen schon um 9.30 Uhr vor der Tür.“ Eine Stunde nach Baderöffnung waren bereits rund 300 Personen im Wasser.
Schwer, da den Überblick zu behalten. Gut, dass Ansgar Hohn und die Freiwilligen der DLRG-Gruppe Ludwigshafen mit 15 Personen das große Becken im Hallenbad im Blick hielten, während die Kollegen der DLRG Oggersheim über das „Piranha-Becken“ im Nichtschwimmerbereich wachten. Dabei war zwischen den Besuchern kaum noch das Wasser zu erkennen. „Insgesamt kommen wir sicher auf über 70 Helfer“, bilanzierte Leising und freute sich über das ganz besondere Angebot, das für die Familien wie immer kostenlos war.
Und das soll auch in Zukunft so bleiben, denn „Sporteln in der Familie“ ist komplett von der BG Klinik finanziert, von den freiwilligen Ehrenamtlichen der Vereine getragen – und damit nicht von der maroden Haushaltslage der Stadt abhängig.
Junge Rettungsschwimmer im Einsatz
Dafür gab es in den beiden Becken wieder viel zu erleben. Neben der „rasanten Kanufahrt“ und dem „Piranha-Becken“ auch „Entenfangen“, Tauchen, Zielspringen und eine Laufmatte auf dem Wasser. „Nein, neue Mitglieder bleiben durch so eine Veranstaltung nicht bei uns hängen“, sagte Oliver Nagel, Vorsitzender der Oggersheimer DLRG-Ortsgruppe. Trotzdem waren er und seine Mitglieder wieder gerne mit dabei.
Die Oggersheimer „bedienten“ die wacklige Laufmatte im Nichtschwimmerbecken und rüttelten, je nach Sympathie, mal mehr mal weniger stark an der Laufstrecke. Schließlich wollten alle Kinder doch im Wasser landen. „Es macht einfach Spaß“, ergänzte Ansgar Hohn, Vorsitzender der DLRG Ludwigshafen. Das gelte auch für seine Mitglieder. „Wir haben dabei bewusst darauf verzichtet, eine eigene Station zu betreuen, sondern konzentrieren uns auf einen sicheren Ablauf.“ Dafür hatte er seine Leute strategisch rund um das Schwimmerbecken verteilt. „Für uns ist das auch eine Gelegenheit, jüngere Rettungsschwimmer einzusetzen.“ Schließlich sei selbst ein erst 15-jähriger Ersthelfer deutlich älter als die Zielgruppe der Drei- bis Zehnjährigen, die sich, in der Regel in Begleitung eines Elternteils, hier im Wasser tummelten.
Übungen mit Spaßfaktor und Sinn
Frank Fischer war hingegen tatsächlich mittendrin. Der Vorsitzende des Ludwigshafener Schwimmvereins 07 betreute die meiste Zeit der vier Stunden den Programmpunkt „Cliffhänger“ unterhalb des Drei-Meter-Sprungturms. Über eine Seilleiter mussten hier die Kinder das „Cliff“ erklimmen und sich anschließend mutig in die Fluten stürzen. Auch das „Zielspringen“ in mehr oder weniger große Schaumstoffkreise und der Sprung über eine große Tonne vom Sprungbrett aus kamen gut an.
Zur Schwimmausbildung gehört keine der mitgebrachten Übungen. „Wir haben uns einfach zusammengesetzt und uns überlegt, was den Kindern Spaß machen könnte“, so Fischer. Entenjagen – selbstverständlich in der tierfreundlichen Version auf Badeenten, gehörte sicherlich dazu. Trotzdem hatten auch die Spaßübungen durchaus ihren Sinn: „Wassergewöhnung ist bei allem mitenthalten“, betonte der LSV-Vorsitzende.
Sportarten ausprobieren
Selbst bei den Übungen, die mit dem Wasser nur bei falscher Ausführung in Berührung kamen. Bei den Kanuten des ESV Ludwigshafen zum Beispiel. Nicolai machte hier seine ersten Paddelversuche und stellte sich dabei gar nicht so schlecht an: „Er macht das gut“, lobte Vater Darko Milkovic stolz. Der Ludwigshafener freute sich außerdem über das kunterbunte Programm im Hallenbad. „Ich finde es gut, dass hier so etwas angeboten wird. Da kann man auch einmal Sportarten ausprobieren, mit denen man ansonsten nicht so viel zu tun hat.“
Das galt gleichermaßen für Besucher wie Mitwirkende: „Ich muss unbedingt auch einmal Stand-up-Paddeln ausprobieren“, sagte Organisatorin Manuela Leising mit einem leicht neidischen Blick ins Schwimmbecken. Zumindest am Sonntag hatte sie dazu keine Gelegenheit. Zuviel Betrieb herrschte auch an dieser Mitmachstation unter den Besuchern. „Aber im Sommer versuche ich das bestimmt.“
Termin
Bei der nächsten Auflage von „Sporteln in der Familie“ bleibt dann wieder alles trocken. Am 26. März bauen wieder Sport- und Turnvereine Stationen in der Turnhalle der Gesamtschule Oggersheim auf.